Fundstück

„Lieber reich oder glücklich?“ Die Antwort der Deutschen fällt eindeutig aus

Geld oder Glück? Was wünscht du dir? (Foto: Shutterstock-DedMityay)

Nach welchen Kriterien suchen sich Deutsche eine Stelle aus? Nach dem Gehalt? Oder danach, ob der Job sie erfüllt? Eine Befragung zeigt, welcher Faktor den Deutschen am wichtigsten ist.

Jeder Mensch stellt andere Erwartungen an sein Berufsleben und sucht Erfüllung auf unterschiedlichen Wegen. Geld, Sinn oder Flexibilität sind nur einige Beispiele. Wer nach einer neuen Aufgabe sucht, macht das meist, weil er oder sie sich mit der aktuellen Stelle nicht mehr wohlfühlt. Doch welche Faktoren sind den Deutschen am wichtigsten? Wrike, ein Softwareunternehmen für Arbeitslösungen, ist der Frage im diesjährigen „Happiness Index 2019“ nachgegangen. 4.000 Arbeitnehmer aus Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den USA haben an der Umfrage teilgenommen.

Deutsche wollen lieber mehr Gehalt als Sinn

In Deutschland haben 1.000 Arbeitnehmer an der Umfrage teilgenommen. Ihnen wurde die Frage gestellt, welche Glücksfaktoren am Arbeitsplatz für sie die wichtigste Rolle spielen. Noch wichtiger als Sinn oder Flexibilität ist den Deutschen demnach das liebe Geld. Die Befragten sollten sechs verschiedenen Antwortmöglichkeiten nach der Wichtigkeit kategorisieren.

Das ist das vollständige Ranking:

Was ist den Deutschen wichtiger – Gehalt oder Glück? (Grafik: Wrike)

Auch im Vergleich mit den anderen Ländern sind die Deutschen um einiges mehr daran interessiert, wie hoch das Gehalt ist. So gaben beispielsweise nur 29 Prozent der Befragten an, ein geringeres Gehalt in Kauf genommen zu haben, um einen Job anzunehmen, der sie vermeintlich glücklicher macht. Im Gegenzug dazu haben 71 Prozent geantwortet, dass sie stärker auf die Vergütung achteten. In Frankreich sind es 68 Prozent, in den USA 58 Prozent und in Großbritannien 54 Prozent, denen ein hohes Gehalt wichtiger war, als glücklich zu sein.

t3n meint: Die Frage nach dem Glück ist natürlich mit Vorsicht zu genießen. Denn für viele Menschen bedeutet viel Geld eben auch Sicherheit und Sicherheit macht sie glücklich. Glücklicher als beispielsweise ein kurzer Arbeitsweg. Nichtsdestotrotz sind die Antworten spannend und lassen erahnen, dass sich heutzutage doch viele Mitarbeiter nicht mehr allein durch Tischtennisplatten und guten Kaffee von einem Job überzeugen lassen. Die Ansprüche wachsen meist mit dem Alter und auch die Generation Y – die derzeit am Hebel ist – wird erwachsen.

Andreas Weck

Erfolgreicher im Job: Diese Apps helfen euch bei der Karriere
Jobsuche: Die kostenlose Truffls-App für iOS und Android ist ein Tinder für Bewerber. Wer auf der Suche nach einem interessanten Job ist und fündig wird, swipt einfach nach rechts und schickt einen Lebenslauf ab. Antwortet das Unternehmen, kommt es zum Match. (Grafik: t3n / dunnnk)

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8 Kommentare
Ellen
Ellen

Ach Mensch, Andreas (sorry, ich sage einfach mal „Du“). Meinst Du wirklich, dass „mehr Geld verdienen“ mit erwachsen werden zu tun hat? Und sind dann in Großbritanien tatsächlich weniger Menschen „erwachsen“, weil dort nur 54% angaben, Ihnen sei das Gehalt wichtiger als glücklich zu sein? Ich frage mich grade, ob dies im Ganzen gesehen grundsätzlich gesund für eine Gesellschaft ist und wohin das eigentlich führen könnte…
Aber das macht ja keinen Spaß ;-) Und wir, die Generation X, ich glaube, wir stehen ja dafür, dass wir viel Wert auf den Spaßfaktor legen, nicht wahr :)?
Jippie… Nach uns die Sintflut!
LG Ellen

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Andreas Weck

Hi Ellen, „du“ ist natürlich völlig ok.

Ob das mit dem Erwachsenwerden zu tun haben könnte, ist natürlich nur meine subjektive Betrachtung. Meiner Generation, der Generation Y (Ich bin 1986 geboren), hat man auch lange nachgesagt, dass uns Spaß wichtiger sei als alles andere. Ich stellte dann fest: Ja, das war lange Zeit auch so. Wir wollten Spaß haben, Erfahrunge sammeln und vor allem lernen, lernen, lernen. Inzwischen sehe ich aber in meinem persönlichen Umkreis, dass nun viele anfangen Kinder zu bekommen und den Bier-Friday gerne sausen lassen, um lieber zur eigenen kleinen Familie zu fahren. Dass Freunde, die vorher viel wert auf Geschäftsreisen legten, inzwischen anfangen, sich weniger interessante Aufgaben zu suchen, die sie in der gleichen Stadt erledigen können, um bei dem Partner und gegebenenfalls bei den Kids zu sein. Oder die sich eine Immobilie kaufen wollen, weil sie sie gerne binnen der nächsten 20 Jahre noch abbezahlen wollen, um im Alter mietfrei zu leben. Dafür wechseln sie von der Agentur in den Konzern, um Gehaltssprünge von 25 bis 30 Prozent einzusacken. Alles in allem, sehe ich da ein Muster – wie gesagt, subjektiv betrachtet.

Grüße, Andreas

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mariokober
mariokober

Als selbständiger ist es noch etwas kniffliger – da ist die Unsicherheit immer ein Thema – mal näher mal weiter weg – aber nie ganz weg. Je älter man wird, desto klarer sieht man im IT Bereich an den schwarzen Tagen auch ein Ende in Sicht – das Ende an dem man den Job einfach nicht mehr machen kann oder möchte. An den bunten Tagen denkt man sich, dass es nur etwas Beweglichkeit benötigt und man die Schwerpunkte richtig legen muss und dann läuft schon alles.

Die Gehaltfrage ist hier die Einkommens- oder Auslastungsfrage. Da muss ich (als 77er Baujahr, was hier offensichtlich dazu gesagt werden muss) aber feststellen, dass es mir am besten ging, als ich gerade so über die Runde gekommen bin. Krankenversicherung hatte ich mal gar keine als es eng war, Urlaub war low level, Freunde waren immer um einen rum – alles dufte. Dann kommt der Erfolg und alles wird straffer, denn das Finanzamt bucht regelmässig heftige Beträge ab. Mal kurz weniger machen ist nicht so einfach möglich, da die Maschinerie weiterläuft. Daher arbeite ich jetzt an einem soften Umstieg auf die 4-Tage-Woche (Tim Ferris möge es mir verzeihen). Aber ich denke mit 4 Tagen arbeiten und 3 Tagen für mich, ist das Verhältnis so, dass ich ausgeglichener bin. Mein Job macht Spaß – daran mache ich aber das Glück nicht fest – Zeit für die wichtigen Dinge muss bleiben, dann bin ich happy.

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Mrx
Mrx

Wenn die Arbeit Spaß macht, dann muss man nie wieder „arbeiten“.
Arbeitsklima ist auch wichtig, erst dann kommt das Geld.

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Ellen
Ellen

Mir ging es sogar eher um das Große und Ganze. Ich habe einfach impliziert, dass wenn man einen Job macht, den man als „sinnhaftig“ erachtet, dieser vermutlich auch „moralischer“ wäre, z.B. vielleicht eher was mit Umweltschutz, als mit Flugzeugbau oder eine soziale Arbeit für Menschen, als in der Marketingabteilung eines Großkonzerns, dem es nur um Wachstum geht. Und es einen Menschen eben dann tatsächlich auch glücklicher machen würde.
Ich habe mich eben gefragt, wohin es führen wird, wenn hier tatsächlich bei 2/3 der Bevölkerung das Geld als oberstes Ziel erachten, sie dazu vielleicht sogar ihre eigene Wahrnehmung dafür, ob es „sie erfüllt“ opfern… Tja, das wäre mal eine Frage…
Worauf ich dann in Bezug auf den Text hinaus wollte ist die Sache: Ist das tatsächlich dann endlich eine „erwachsene Entscheidung“?
Es ist nur eine Gedankenanregung… :)
Liebe Grüße

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Marla Singer
Marla Singer

Seh ich auch so! Aber wahrscheinlich ist das nur unser „jugendlicher Leichtsinn“ – die hohe Weisheit der Alten fehlt uns noch..

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Marla Singer
Marla Singer

Hallo Andreas, ich duze auch mal ganz feist.
Alles an deinem Kommentar wirkt leider unreflektiert und undurchdacht. Erst einmal: Was haben Tischtennisplatten und Kaffee mit Sinnhaftigkeit zu tun? Warum schlummert hinter dem Bedürfnis nach Sicherheit und oder mehr Geld ein höherer Anspruch? Und – wie Ellen auch schon dargestellt hat – was hat das bitte mit Erwachsen sein zu tun?
Du hast auf diese grundsätzlichen Fragen mit einem persönlichen Blick geantwortet. Hier ist meiner: Ja, klar werden die Leute ab 30 tendenziell spießiger und langweiliger (ich bin etwa dein Alter btw) und ja, natürlich haben die meisten Deutschen ein enormes Sicherheitsbedürfnis und natürlich hängt das mit Kindern und irgendwann dann vielleicht auch die Angst vor dem Altern zusammen. Die Frage ist nur: Wie ist ein Leben denn erstrebenswert? Indem man immer nur aus Angst und Feigheit bequeme, gut bezahlte Jobs annimmt, die einem inhaltlich nichts geben, um sich dann im „kleinen Glück“ einreden zu können, dass es einem gut geht, weil man ja „ganz andere Werte“ wie z.B. Familie hat?! Was für dich mehr Anspruch ist ist für mich die Kapitulation vor dem eigenen Anspruch, wenn man denn überhaupt mal einen hatte. Zur Charakterbildung gehört ja auch einiges dazu und die meisten Menschen sind eh Lemminge. Es soll ejder leben, wie er / sie möchte. Ich aber ziehe meinen Hut vor Menschen, die nicht einfach das machen, was um sie herum alle machen, sondern sich aktiv um ein gutes, für sie sinniges Leben bemühen. Ich hoffe, dass unsere Gesellschaft insgesamt mutiger wird, sodass es z.B. mehr Unternehmertum und sinnvolle Jobs geben wird statt gut bezahlte, sinnlose Konzernarbeit (und ja, ich weiß hier, wovon ich rede).

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A.L
A.L

Wenn die Arbeit Spaß macht erfüllt sie mich, das heißt sie macht auch glücklich!
Ich hatte einen saugut bezahlten Job, aber die Arbeit hat mich nach einem gewissen Zeitraum nur jeden Tag angekotzt, regelrecht Krank gemacht!
Habe dann wieder die Arbeit gesucht die mir Spaß macht vediene jetzt die hälfte es reicht optimal und mir geht es super.
Gehe nach 5 jahren noch mit voller Elan jeden Tag zur Arbeit !
und das bei gleichen Zeitaufwand !
Alles nur eine Frage des Anspruchs!
Was will ich, was reicht mir oder muß ich das was andere haben und machen auch haben und machen ?

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