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Lieferengpässe bei E-Autos – Nur jeder 3. Wagen mit E-Motor ist bestellbar

Elektroautos derzeit schwer zu bekommen. (Foto: DavidSch/Shutterstock)

Von den 86 in Deutschland angebotenen Autos mit E-Motor ist nur ein Drittel bestellbar. Grund für die Lieferengpässe bei Elektroautos ist die Umstellung auf neue Abgastests bei Verbrennungsmotoren.

Normalerweise gelten die geringe Reichweite, die mangelnde Ladeinfrastruktur und die hohen Preise als Hemmschuh für den Verkauf von Elektroautos in Deutschland. Jetzt gibt es einen weiteren Grund – die Umstellung auf neue Abgastests bei Verbrennungsmotoren. Weil die Prüfstände bei Tüv und Dekra ausgebucht und die Autohersteller wegen des Dieselgates überfordert sind, müssen Kunden auf ein Elektroauto teilweise länger als ein Jahr warten, wie der Tagesspiegel berichtet.

Demnach nimmt etwa Volkswagen derzeit keine Bestellungen für seine Hybridautos mehr an. Auch Mercedes und BMW können einige elektrische oder teilelektrische Modelle derzeit nicht liefern. Aktuell soll nur jedes dritte der in Deutschland angebotenen Elektro- und Hybridmodelle auch tatsächlich bestellbar sein, heißt es in dem Zeitungsbericht. Laut einer Übersicht des ADAC finden sich unter den mehr als 700 Modellvarianten, die nach der jüngsten Abgasnorm zertifiziert wurden und damit verfügbar sind, nur zwei reine Elektroautos und 25 Hybridfahrzeuge.

Lieferengpässe bei Elektroautos: Dieselskandal hinterlässt seine Spuren

Dafür verantwortlich sind offenbar die Probleme der Autohersteller, ihre Autos bis zum 1. September nach dem neuen Abgastest WLTP zertifizieren zu lassen. Zudem hat die EU die Testverfahren verschärft. Auch der Dieselskandal hinterlässt seine Spuren bei den Prüfern. Tausende Softwareupdates müssen parallel genehmigt und aufgespielt werden. Laut dem Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg müsse etwa Volkswagen zunächst Updates liefern sowie stark nachgefragte Modelle mit Verbrennungsmotoren durch die Tests bringen – und denke dann erst an die Wagen mit E-Motor.

Diese Elektroautos gibt es schon zu kaufen
Klein und flink ist der Cityhopper E-Up. Mit seinem Preis von über 25.000 Euro ist das Modell aber um einiges teurer als der Einstiegspreis des normalen Up. Mit einem 82-PS-Motor ist der Wagen jedoch auch stärker ausgerüstet – aber für einen Kleinstwagen bleibt der Preis äußerst happig. (Foto: VW)

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Der Autoverband VDA wirft daher der Politik vor, dass die Autoindustrie mit überstürzten und vorgezogenen Änderungen bei der Abgasregulierung unter Druck gesetzt worden sei, wie der Tagesspiegel schreibt. Diesen Vorwurf wies das Bundesverkehrsministerium aber zurück. Die Planung der Zertifizierungsprozesse lägen in der Verantwortung der Hersteller. Zudem sei das Datum der Einführung der WLTP sowie die meisten Prüfprozeduren schon länger bekannt – spätestens seit Juni 2017.

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