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Jedes zweite Unternehmen hält eigene Lieferkettenstrategie für veraltet

Auch das Thema Digitalisierung spielt beim Supply-Chain-Planning eine große Rolle. (Foto: Shutterstock)

Prozesserneuerung „unumgänglich“: Eine Studie von Roland Berger will herausgefunden haben, dass die Hälfte aller Unternehmen die eigene Lieferkettenstrategie für nicht mehr zeitgemäß hält.

Weltweit über 200 Unternehmen hat das Beratungsunternehmen Roland Berger für seine Studie „Supply Chain Planning 4.0“ befragt. Und interessante Fakten gewonnen: So heißt es, dass nicht weniger als die Hälfte all dieser Firmen ihre eigene Lieferkettenstrategie für „veraltet“ und „nicht geeignet für die künftigen Anforderungen“ hält.

Daher, schreiben die Studienautoren, sei für viele Firmen eine Erneuerung der Prozesse „unumgänglich“, zumal eine ineffiziente Lieferkettenorganisation die Kosten in die Höhe treibe und an den Erträgen nage.

Die Einführung eines modernen Supply-Chain-Planning bringe nicht nur mehr Effizienz, sie lohne sich auch, ist der Studie zu entnehmen. Schon nach zwei bis vier Jahren würden sich die Investitionen bezahlt machen und eine interne Rendite von 15 bis 25 Prozent bringen.

Der Sinn des Supply-Chain-Planning sei für Unternehmen, den Bedarf der Kunden so genau wie möglich abzuschätzen, erklärt Sven Siepen, Partner von Roland Berger: „Dadurch können Firmen sicherstellen, dass sie das richtige Produkt in der richtigen Menge über den richtigen Lieferweg zur richtigen Zeit erhalten.“

Der Idealfall wären natürlich 100 Prozent genaue Vorhersagen, null Lieferengpässe und eine höchst effiziente und flexible Lieferkette. Die reale Welt sehe allerdings anders aus, sagt Siepen: „Neue disruptive Technologien, politische und wirtschaftliche Unsicherheiten, der Trend zu immer mehr personalisierten Produkten und andere Faktoren sorgen für unvorhersehbare radikale Veränderungen und machen Prognosen zunehmend schwer. Unternehmen brauchen daher eine hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit.“ Dem müsse auch das Supply-Chain-Planning Rechnung tragen.

Hälfte der Firmen mit Nachholbedarf

Laut der Studie halten zwar immerhin zwei Drittel der Unternehmen ihre jetzige Lieferkettenstrategie für „effektiv“. Drei Viertel sagen zudem, sie erfülle die derzeitigen Anforderungen. Doch für die Zukunft sieht sich die Hälfte der Befragten offenbar dennoch nicht gut aufgestellt – vor allem bei der Bedarfsplanung. Hier machen mehr als die Hälfte der Firmen, nämlich 56 Prozent, schon heute Probleme aus. Dagegen laufe die Produktionsplanung bei drei Viertel der Befragten gut, sagt die Studie.

6 Fragen, die sich jedes Unternehmen in der Digitalisierung stellen sollte

Nutze ich effiziente Software?

1. Haben meine Mitarbeiter mobil Zugriff auf wichtigste Unternehmensdaten wie CRM, ERP und Business Intelligence?

2. Gibt es ein Software-Tool wie Slack, mit dem die interne Kommunikation effizienter werden kann?

3. Für welche Dinge wird im Unternehmen Microsoft Excel eingesetzt? Gibt es eine bessere Software?

4. Gibt es On-Premise-Lösungen, die in eine Public Cloud ziehen könnten?

(Foto: © Rawpixel.com Adobe Stock)

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Es seien veraltete Planungsmethoden, die operative Ineffizienz förderten, sagt Carsten Bock, Partner bei Roland Berger, „zum Beispiel weil ungenaue Bedarfsprognosen oft kurzfristige Anpassungen erfordern“. Das belaste die Produktivität, selbst wenn es nicht unmittelbar zu Produktionsausfällen führe.

Dreistufiges Verfahren empfohlen

Schon deshalb empfehlen die Studienautoren ein dreistufiges Verfahren, um ein zukunftsfähiges Supply-Chain-Planning aufzubauen: Nach einer ersten Phase mit genauer Analyse der derzeitigen Situation und ihrer Schwächen gehe es im zweiten Schritt darum, eine Vision für die zukünftigen Lieferkettenprozesse, deren Organisation und die benötigten Systeme zu entwickeln, heißt es.

Im Fokus stehe dabei auch die Digitalisierung, denn hier gebe es „großen Nachholbedarf“: Für 56 Prozent der Befragten ist das eigene derzeitig genutzte IT-System „nicht geeignet“, um Supply-Chain-Prozesse effektiv zu unterstützen. Nur bei einem Viertel der Firmen sei die Bedarfsplanung überhaupt digitalisiert, sagt die Studie.

In der dritten Stufe gehe es dann um die konkrete Umsetzung. Hierbei handele es sich um einen „langsamen Prozess, der Jahre dauern kann, je nach aktuellem Reifegrad des aktuellen Firmensystems“. Doch der Aufwand und die Investitionen sollen sich angeblich lohnen, meldet zumindest Roland Berger: „Unsere Erfahrung zeigt, dass sich die Investitionen bei einer internen Rendite von 15 bis 25 Prozent innerhalb von zwei bis vier Jahren amortisieren“, sagt Siepen.

Die Vorteile würden „auf der Hand liegen“: „Kurzfristige Planungsänderungen reduzieren sich um 20 bis 30 Prozent, die Produktionskapazitäten werden besser genutzt, die Zeit bis zur Markteinführung neuer Produkte verkürzt sich und insgesamt wird die Lieferkette agiler und flexibler.“

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