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Logistik der Zukunft: Im Prenzlauer Berg liefern die Paketdienste mit dem Rad

Die Lastenräder für die innerstädtische Logistik am Prenzlauer Berg. Im Hintergrund das Mikrodepot. (Foto: LNC GmbH)

Berlin hat eine zukunftsweisende Infrastruktur für die Zustellung per Lastenrad im Prenzlauer Berg geschaffen – viele Paketdienste sind beteiligt. Wieso das Projekt gute Ergebnisse bringen könnte.

Zum ersten Mal beginnt ein Zukunftsprojekt in der Innenstadt, das auf eine Zustellung mit Lastenfahrrädern setzt – und an dem sich auch alle wesentlichen Paketdienste gemeinsam beteiligt haben. Solche Projekte sind bisher nur mit einzelnen Paketdiensten durchgeführt worden. Im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg startete gestern ein vielversprechendes Pilotprojekt.

Im Prenzlauer Berg werden Pakete jetzt mit dem Lastenfahrrad zugestellt

Auf einer gemeinsam genutzten Umschlagsfläche an der Eberswalder Straße im Prenzlauer Berg sind Mikrodepots für fünf Paketdienste eingerichtet worden. Jeder Paketdienst hat dort einen eigenen Container aufgestellt, der als Mikrodepot dient. Dort werden die Sendungen für das Stadtviertel angeliefert und zwischengelagert.

DHL, DPD, GLS und Hermes liefern dann mit speziellen Lastenfahrrädern die Sendungen in die nähere Umgebung aus.

Die Lastenfahrräder der einzelnen Paketdienste vor dem Mikrodepot in Berlin. (Foto: Lnc GmbH)
Die Lastenfahrräder der einzelnen Paketdienste. (Foto: Lnc)

Eine solche anbieteroffene Lösung ist optimal für die beengten Platzverhältnisse in den Innenstädten, in denen meist nicht viele Freiflächen für große Umschlagsplätze zur Verfügung stehen.

Das Projekt Komodo (Kooperative Nutzung von Mikro-Depots durch die Kurier-, Express, Paket-Branche für den nachhaltigen Einsatz von Lasträdern in Berlin) wird von der Beratungsgesellschaft Logistic-Network-Consultants koordiniert, im Auftrag der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Berlin. Die Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft fungiert als Betreiber der Mikrodepots.

Senatorin Regine Günter (Vierte von links) zusammen mit Projektverantwortlichen und Paketfahrern.(Foto: Lnc GmbH)
Senatorin Regine Günter (Vierte von links) zusammen mit Projektverantwortlichen und Paketfahrern. (Foto: Lnc)

Die zuständige Senatorin Regine Günther äußert sich zufrieden über das Projekt: „Mikrodepots sorgen für eine neue Stimmung in unseren Kiezen. Statt brummender Dieseltransporter hören die Menschen künftig häufiger das Klingeln der Lastenräder. Sauber, sicher, leise und klimafreundlich.“

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert.

Die gemeinsame Nutzung der Infrastrukturen ist entscheidend: Eine Aufgabe für die Kommunen

Diese kooperative Zusammenarbeit ist einer der wesentlichen Voraussetzungen für eine effektive innerstädtische Infrastruktur, die zu einer Entlastung der Städte führen kann. Würde jeder Paketdienst seine eigene Infrastruktur aufbauen, wäre aufgrund des mangelnden Platzes wenig gewonnen.

Die Kommunen sind jetzt in der Pflicht, sich um gemeinsame Flächennutzung und solche Kooperationen zwischen den Paketdiensten zu kümmern. Wenn das Pilotprojekt in Berlin nicht sang- und klanglos endet, sondern nach Ablauf der Pilotphase zügig auf weitere Kieze erweitert wird, wäre das ein echter Schritt in die Zukunft.

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6 Reaktionen
joerg.gastmann

Der Autor möge selbst bei Wind und Wetter als Lastesel strampeln. Die tägliche körperliche Belastung verheizt die Fahrer, die aufgrund der geringen Fahrzeugkapazität auch nur einen Hungerlohn verdienen können. Was soll daran zukunftsträchtig sein?

Antworten
Jochen G. Fuchs

Hallo Jörg!

Ganz ehrlich? Ich verstehe deine Argumentation nicht, das klingt ja, als müssten die Fahrer die Pakete auf ihrem Rücken durch die Straße fahren. Moderne Lastenfahrräder sind so konzipiert, dass Sie keine höhere Belastung für den Fahrer darstellen. Schon mal auf einem gesessen und gefahren? Ich schon.

Und die „körperliche Belastung“ dürfte wohl eher Gesundheit und Fitness zu gute kommen – im Vergleich zum permanenten Sitzen in einem Autositz. Das verursacht nur Kreislaufprobleme, Diabetes und andere Zivilisationskrankheiten.

Die Bezahlung in der Logistikbranche hat nichts mit dem Beförderungsmittel zu tun. Das ist ein anderes Problem.

Zukunftsträchtig ist daran jede Menge. Denn dadurch verschwinden Unmengen von Lieferfahrzeugen aus deiner Stadt, Abgase verschwinden, die Straßen werden freier – und nicht zu letzt ist es effizienter.

Viele Grüße
Jochen

Antworten
Benutzer

Ein paar Anmerkungen zu deiner Antwort:

> Ganz ehrlich? Ich verstehe deine Argumentation nicht, das klingt ja, als müssten die Fahrer die Pakete auf ihrem Rücken durch die Straße fahren. Moderne Lastenfahrräder sind so konzipiert, dass Sie keine höhere Belastung für den Fahrer darstellen. Schon mal auf einem gesessen und gefahren? Ich schon.

Auf dem Rücken nicht, aber mit eigener Muskelkraft.

> Und die „körperliche Belastung“ dürfte wohl eher Gesundheit und Fitness zu gute kommen – im Vergleich zum permanenten Sitzen in einem Autositz. Das verursacht nur Kreislaufprobleme, Diabetes und andere Zivilisationskrankheiten.

Du verwechselst das sitzen im Auto mit dem Sitzen in einem Transporter. Auch muss der Lieferant ständig absteigen, gerade beim DHL Bike sehe ich Arbeitsmedizinische bedenken auf dauer.

> Die Bezahlung in der Logistikbranche hat nichts mit dem Beförderungsmittel zu tun. Das ist ein anderes Problem.

Kreislaufprobleme, Diabetes und andere Zivilisationskrankheiten kommen auch eher davon, dass über Sub-Sub-Sub Strukturen die Fahrer eigentlich tagtäglich gegen Arbeitszeitverstöße verstoßen, aber aufgrund Scheinselbsständigkeit dies niemanden kümmert. Um 5 Uhr morgens fangen die an, sortieren die ganzen Pakete selbst für ihre Tour. Gefahren wird ab 6 bis ca. 14 Uhr, dann gibt es eine Pause und ab knapp 16 / 17 Uhr werden wieder neue Sendungen bis ca. 21 Uhr abgeholt. um 22 Uhr muss der Transporter im Logistikzentrum sein, damit er seine Sendungen übergeben kann. Dann wird das Fahrzeug noch gereinigt, damit es für morgen wieder zur Verfügung steht. Macht man das nicht, gibt es Vertragsstrafen die Lohnabzug bedeuten. Ich habe das live in Dietzenbach, am Fraport und Maintal miterlebt. Die Meldung über die Transportbiker kann also nur Populismus sein, denn die werden weiterhin ausgenutzt werden, mit dem Bike evtl. sogar noch mehr. Stichwort: Befristete Jobs bei der Post.

> Zukunftsträchtig ist daran jede Menge. Denn dadurch verschwinden Unmengen von Lieferfahrzeugen aus deiner Stadt, Abgase verschwinden, die Straßen werden freier – und nicht zu letzt ist es effizienter.

Was ist daran effizienter, wenn man sein Transportvehikel jetzt mehrmals laden muss? Während in einem großen Transporter genug hinein passt, darf man nun mehrmals zurück zum Depot. Weiterhin werden die Lieferfahrzeuge nicht verschwinden, es verlagert sich nur von der Straße dann auf den Bürgersteig, wenn überhaupt. Und Radler auf der Straße zu überholen ist jetzt schon ein Grauß, dann die sperrigen varianten wird nicht besser sein. Populismus, ich bleib dabei!

Benutzer

Haha... nicht nur Treppen strampeln, Nein auch dann mit dem Rad von Tür zu Tür.

Und wie sind die gegen Diebstahl geschützt?
Sind übermäßige Krankheitstage durch das Rad in den Kosten der Logistik überhaupt berücksichtigt?
Läuft das dann wie mit Foodora und den ganzen anderen Lieferdiensten, die selbst vor Fußgängerzonen keinen Halt machen und dort locker ihre 30km/h durchdrücken?

Lauter Fragen, hm. Warum nicht besser an ner Tanke oder Kiosk abholen lassen. 24/7 versteht sich.

Antworten
Jochen G. Fuchs

Siehe oben.

Und die Abholung an Tanke oder Kiosk will nicht jeder, Studien belegen klar, dass die Mehrheit der Deutschen Paketempfänger sich eine Haustürzustellung wünscht.

Antworten
Benutzer

Die Sammelstellen wären doch nur ein Zwischenschritt, wer es danach wieder Heim gebracht haben möchte zahlt eine neue extra Pauschale. Das ihr auf sowas nicht kommt, mensch!

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