Digitale Gesellschaft

Take This Lollipop: Fieser Kurzfilm mit dir in der Hauptrolle

Sieht ja erst einmal harmlos aus... Nach Klick auf den Lollipop muss man der Website Zugang zu den eigenen Facebook-Daten geben.

Der Online-Kurzfilm „Take This Lollipop“ macht gerade im Web die Runde. Der Grund: Die zentrale Person in diesem unheimlichen Mini-Thriller ist jemand, den du bestens kennst: du selbst. Die Macher nutzen sehr geschickt die Facebook-API. Zuerst vermuteten manche hinter alldem eine Viralkampagne. Die eigentliche Auflösung ist aber eine ganz andere.

Über den Inhalt des Films will ich nicht zu viel verraten, das schaut ihr euch am besten selbst an: takethislollipop.com. Nutzt dazu Kopfhörer oder dreht den Lautsprecher auf – dann ist der Effekt am besten. Auf jeden Fall hatte ich hinterher das dringende Bedürfnis, mir meine Privatsphäre-Einstellungen auf Facebook noch einmal genauer anzusehen…

Sieht ja erst einmal harmlos aus... Nach Klick auf den Lollipop muss man der Website Zugang zu den eigenen Facebook-Daten geben.

„Ich liebe einfach Halloween“

Hinter dem Projekt steckt der Regisseur Jason Zada, der in Los Angeles und San Francisco arbeitet. Er hat für Kunden schon diverse Werbekampagnen umgesetzt, davon auch einige interaktive Projekte. „Take This Lollipop“ hat er aber offenbar aus eigenem Interesse mit der Hilfe einiger Kollegen umgesetzt. „Ich liebe einfach Halloween, hatte die Idee zu dem Film vor gut einem Monat und wollte es umsetzen“, erklärt er laut New York Times zu den Hintergründen.

In den ersten 24 Stunden haben nach seinen Aussagen bereits 300.000 Menschen den Kurzfilm gesehen. Und der Link verbreitet sich gerade weiter wie ein Lauffeuer, gestern Abend war die Website vorübergehend nicht erreichbar. Der Grund für diesen Erfolg ist laut Jason Zada leicht zu erkennen: „Wenn man seine persönlichen Informationen in einem ungewohnten Umfeld sieht, erzeugt das eine große emotionale Wirkung. Es weckt die Ängste rund um Privatsphäre und persönliche Informationen, die wir heute in unserem Online-Leben haben.“

Das Team habe aber nichts Verbrecherisches vor mit den Informationen der Zuschauer des Films, verspricht Jason Zada. „Das wirkt nur so.“

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16 Kommentare
zapp
zapp

Wow, das ist echt bösartig, aber ziemlich gut gemacht ^^.

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mister
mister

schön und gut. jedoch passiert nach 59 minuten genau GAR NIX. das ist weder viral noch toll gemacht sondern verarsche auf höchstem niveau. oder kennt jemand „die auflösung“, die mit ablaufen des timers kommen sollte?

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dominik
dominik

schließe mich @mister an. kommt da noch etwas ?

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czery

Wow, tolles Projekt. Gruslig. Ich finde super, dass damit gleich auch Kritik an dem lapsen Umgang mit persönlichen Daten geübt wird. Hoffentlich stimmt das ein paar Leute nachdenklich.

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Felix
Felix

sehr genial, mich würd ja echt interesssieren was nach 59 Minuten passiert, aber anscheinend nichts?

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Michael Peters

Das ist wirklich der Hammer, gefällt mir sehr gut!
Ich möchte auch gerne wissen was nach 59 Minuten passiert. Ich warte es mal ab

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Barbara Dolleschal
Barbara Dolleschal

Was ich bedenklich finde ist, was man der App alles zulassen muss bevor man den Film sehen kann. Ich werde ihn also nicht sehen.

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Jens (München)
Jens (München)

Wenn Du erst hinterher das dringende Bedürfnis hattest, Deine Privatsphäre-Einstellungen genauer anzusehen, dann hast bist Du hoffnungslos “postprivacy”.

Unglaublich, wie wie viele völlig unkritisch ihre Login-Daten an unbekannte Anwendungen preisgeben.

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Mari

Wenigstens weiß er nicht, wo ich wohne, die Privatsphäre ist wohl bei mir zur genüge eingestellt. ;)

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Leonie
Leonie

muss ich angst haben kann der mir was antun?

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