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Podcast

Influencer? Für diesen Marketing-Guru nur „ein vorübergehender Hype“

Marketing-Experte und VC Luis Hanemann. (Foto: Eventures)

Der Ex-Rocket-Manager Luis Hanemann ist einer der gefragtesten Online-Marketing-Experten. Im Podcast mit Startup Notes erklärt er, warum Influencer-Marketing für ihn nur ein Hype ist.

Luis Hanemann gehört zu den Digital-Experten, die nicht nur die Startup-Welt in- und auswendig kennen, sondern auch ihr Handwerk des Online-Marketings im 21. Jahrhundert verstehen. Als Partner des weltweit aktiven Risikokapitalgebers Eventures arbeitet der ehemalige Rocket-Manager von Berlin aus daran, die richtige Werbestrategie für Portfolio-Unternehmen zu entwickeln.

„Influencer-Marketing ein vorübergehender Hype”

Das inzwischen auch bei vielen Startups immer beliebtere Influencer-Marketing gehört für Hanemann allerdings nicht unbedingt dazu. „Influencer-Marketing ist ein vorübergehender Hype. Man sieht bereits die Probleme – wenn Leute sich nicht anständig verhalten und nicht darauf hinweisen, dass sie gesponsert werden, dann ist das etwas, das entweder von der Regierung oder den Werbenden reguliert werden wird“, sagt Heinemann im Gespräch mit der Podcast-Reihe Startup Notes.

Auftraggebende Firmen würden irgendwann erkennen, dass diese Form von Marketing keinen richtigen Mehrwert darstelle. Dennoch sei es auch in Zukunft hilfreich, zu Aushängeschildern der eigenen Branche einen guten Draht zu haben. Mund-zu-Mund-Werbung sei nach wie vor wichtig und etwas, das man nicht einfach outsourcen könne.

Stattdessen empfiehlt Hanemann, weiterhin auf SEO zu setzen – solange es einen entsprechenden Suchbedarf für die Art von Produkt oder Service eines Unternehmens gibt. „Wenn man jedoch etwas sehr Einzigartiges kreiert hat und anbietet, wonach man nicht zwangsläufig online suchen müsste oder die Leute nicht wissen, dass es überhaupt existiert, dann sollte man sich mit SEO nicht aufhalten“, so Hanemann.

Rocket Internet als Sprungbrett

Wie viele andere bekannte Namen der deutschen Gründerszene begann auch Hanemanns Karriere zunächst bei Rocket Internet. Zuvor für einige Jahre beim Kreditvergleichs-Portal Smava tätig, wechselte er 2009 als Head-of-Affiliate-Marketing Europe zur von den Samwer-Brüdern inkubierten Online-Partnerbörse E-Darling. Mitte 2011 folgte dann der direkte Schritt zur Muttergesellschaft Rocket Internet, wo Hanemann später die Leitung des gesamten Marketings übernahm.

Inzwischen ist Hanemann für den Berliner VC Eventures tätig. Ein Privileg, wie er selbst sagt: „Ein Investor zu sein, öffnet viele Türen. Man arbeitet mit so vielen smarten und brillanten Leuten und kriegt Zugang zu den besten Entrepreneuren. Für mich ist es eine Ehre, auch wenn viele Investoren denken, dass Gründer zu ihnen kommen sollten, weil sie das von den Startups benötigte Geld haben“, so Hanemann. Dabei seien es die Gründer, die die großartigen Ideen, Visionen und Umsetzungsfähigkeiten besäßen. „Als VCs sind wir privilegiert, Gründern auf ihrem Weg zu helfen.”

Die Schattenseiten des Wachstums

Dass Hanemann mit dieser Ansicht nicht zwangsläufig allen Risikokapitalgebern aus der Seele spricht, wird auch an seiner Haltung zum Thema „Wachstum“ deutlich. Zwar sei es als Marketing-Experte Teil seiner unternehmerischen DNA, Startups zu mehr Reichweite, Visibilität und letztendlich auch mehr Umsatz und Gewinn zu verhelfen.

Dennoch sieht der Marketing-Experte auch die Kehrseite, die ungehemmtes Wirtschaftswachstum mit sich bringt: „Ich denke, dass Wachstum generell für ein Unternehmen gut ist. Aber ich bin auch der Meinung, dass Wachstum aus globaler Perspektive viele negative Implikationen bereithält“, sagt Hanemann. „Es ist das eine, ein Unternehmen aufzubauen, und das andere, unseren Planeten auszubeuten.“

Ihr könnt den Podcast von Startup Notes auf iTunes oder Soundcloud abonnieren.

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5 Reaktionen
Schellenaffe

Liebe Kinder, in unserer Unterrichtsreihe "Was werde ich, wenn ich doof bin" werden wir heute über den Beruf des Influencers sprechen - und am Ende der Stunde darf jeder sein erste, hübsche Frühstücksbowl basteln. Na klingt das nicht nach einem Superlike?
http://schellenaffe.de/2017/10/23/was-werde-ich-wenn-ich-doof-bin/

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Anna_M

Die haupte Werbung ist nicht Zeitungs- oder TV-Werbung sondern das ist Firmenstil! Das enthaelt Visitenkarte, Briefumschlag, Favicon, Briefkopf und natuerlich Logo. Sie koennen Logaster Service benutzen, um ganzen Firmenstil zu bilden: https://www.logaster.de/logo/#first

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foxdidl

Ich bin Teil vom Onlineshop und Bauern-Käse-Projekt http://www.alpensepp.com und wir haben uns auch schon überlegt Influencer zu nutzen um unsere Botschaft "Ja zum Bauern, zur Natur und zur Lebensmittelqualität" zu verbreiten. Aber irgendwie kommen wir nicht klar mit dem Thema Influencer - es fehlt an Qualität und Substanz. Wir haben Test-Blogs ausprobiert und deren Wirkung ist ebenfalls gleich null.

Auch das Zielpublikum ist fürs Unternehmen ein Fragezeichen. Man kann mit Gratis-ist-Geil Kunden nichts aufbauen und auch keine Gehälter bezahlen. Wir machten mal einen Test mit kostenlos testen um einen Test-Influencer-Blog zu unterstüzten und da waren innert 30 Sekunden 150 Bestellungen da, kurz danach zweiter Versuch mit € 1,50 Portoanteil - 3 Bestellungen in 1 Stunde. Der Witz daran war dann auch noch die Telefonnummer - zu 80% Fake und http://www.frankgehtran.de/. Nun ist es halt etwas dumm wenn DPD/DHL die Adresse nicht findet und dann bei Anruf den Frank drankriegt. Selbst schuld. Wir haben nach mehreren Versuchen daraus gelernt - dieses Thema ist und bleibt ein Fragezeichen.

Die Frage ist immer - welche Qualität haben die Follower von diesen Influencern und lässt sich damit was aufbauen. Zielgruppenmarketing bedeutet für mich was anderes.

Siehe auch zum Thema: https://www.youtube.com/results?search_query=gratis+produkte+bekommen

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Reiseblogger

Hallo foxdidl,
welche Blogs habt ihr ausprobiert? Wichtig ist neben der Reichweite auch die Affinität des Publikums. Schau dir doch z.B. mal http://www.karwendel-urlaub.de dann. Das könnte ein passendes Klientel sein.

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Markus

Glaubst du das wirklich? Meinungsbildner und Journalisten wurden schon vor der Welle des Influencer-Marketings genutzt. Es ist einfach ein guter Hebel für Unternehmen, Marketing in der Zielgruppe zu betreiben. Durch was wird deiner Meinung nach das Influencer Marketing abgelöst? Affiliate?

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