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Macht digitaler Superstars bremst Lohnsteigerungen – Arbeitnehmern entgeht Geld

Deutsche Arbeitsnehmer hätten bis zu 2000 Euro mehr Lohn bekommen können. (Foto: Shutterstock/ Yulia Grigoryeva)

Deutschen Arbeitnehmern sind bis zu 2.000 Euro Lohn entgangen, weil erfolgreiche Digitalfirmen den Markt dominieren. Denn die brauchen wenige Arbeitnehmer, aber verbuchen große Gewinne.

Die Marktmacht großer Digitalfirmen kostet deutsche Arbeitnehmer Geld. Zwischen 2008 und 2016 hätten die Löhne eigentlich um sechs Prozent steigen müssen, zeigt eine aktuelle Bertelsmann-Studie. Das ist aber nicht passiert – Schuld daran sind der Studie zufolge „digitale Superstars.“

Digitale Superstars, also besonders erfolgreiche Digitalfirmen mit großer Marktmacht, haben im Vergleich zu ihren großen Gewinnen oft wenige Angestellte. Diese Firmen zahlen zwar nicht schlecht, aber bei ihnen übernehmen Maschinen einen großen Teil der Arbeit. Der Anteil der Löhne sinkt also im Vergleich zum Profit – das drückt aufs Lohnniveau in der gesamten Branche, zeigt die Studie.

Phänomen betrifft alle großen Industriestaaten

Geringe Lohnsteigerungen trotz großer Gewinne – das ist Teil einer größeren Entwicklung, die alle G20-Industriestaaten betrifft. Bekannte Ursachen dafür sind Globalisierung und schwächere Gewerkschaften – die Studienautoren nennen die Digitalisierung und den Erfolg einzelner Firmen jetzt als zusätzliche Erklärung.

Das Phänomen ist nicht neu, sondern schon aus den USA bekannt. Dort haben große Konzerne im Handel ihre Marktmacht in 30 Jahren verdoppelt. Facebook kontrolliert dort 75 Prozent der mobilen Kommunikationsdienste und Google 90 Prozent der Internetsuchen, zitiert die Süddeutsche Zeitung den Forscher David Autor. Die Bertelsmann-Studie zeigt, dass es das Superstar-Phänomen auch in Deutschland gibt. Hier sind vor allem Arbeitnehmer bei Speditionen, Handel oder Gesundheitsfirmen betroffen.

Ein stärkerer Wettbewerb könnte helfen, das sinkende Lohnniveau zu begrenzen. Jens Südekum, Professor für Volkswirtschaft an der Uni Düsseldorf, hat einen anderen Vorschlag – die Produktivität der Superstars sei schließlich gut für das Wachstum. Statt ihre Macht zu begrenzen, sollten kleinere Firmen kreativer und innovativer werden, sagt er laut dem Bericht der Süddeutschen Zeitung. Das könne zum Beispiel über EU-finanzierte Weiterbildungen gelingen.

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