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Mädchen und MINT-Fächer: Microsoft-Studie sieht Nachholbedarf in Deutschland

(Bild: Microsoft)

In einer europaweiten Studie hat Microsoft das Interesse von Mädchen an MINT-Fächern untersucht. Ergebnis: Deutschland hat im Vergleich Nachholbedarf, Mädchen kritisieren eine „Jungs-Perspektive“.

Girls' Day: Deutsche Mädchen werden in MINT-Fächern weniger gefördert

Mädchen interessieren sich im Alter von elf bis 16 Jahren am stärksten für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Danach sinkt das Interesse an den sogenannten MINT-Fächern in Deutschland rapide. Das hat die Microsoft-Studie „The When & Why of STEM Gender Gap“ ergeben, die der Softwarekonzern zum Girls' Day am Donnerstag vorgelegt hat. Demnach würden Mädchen in deutschen Schulen und Elternhäusern weniger gefördert als in vielen anderen Ländern Europas.

Interesse von Mädchen an MINT-Fächern: Deutschland hat Nachholbedarf. (Grafik: Microsoft)

Jedes dritte Mädchen in Deutschland kritisiert, dass naturwissenschaftliche Themen und Informatik in der Schule fast ausschließlich mit Beispielen aus der „Jungs-Perspektive“ erklärt würden. Damit liegt Deutschland im Europavergleich an der unrühmlichen Spitze. Deutlich weniger Kritik an einem zu sehr auf Jungen ausgerichteten Lehrplan in den MINT-Fächern gibt es laut der Studie in Finnland (17,4 Prozent), in den Niederlanden (22,5 Prozent) und Russland (23,2 Prozent).

Mit dafür verantwortlich könnte sein, dass überwiegend Männer in den MINT-Fächern unterrichten. Das gaben mehr als die Hälfte der deutschen Mädchen an – allerdings gilt ein ähnlich hoher Wert auch für die Niederlande. Ein weiteres Problem erkennen die Studienautoren darin, dass der MINT-Bereich nach wie vor als männliche Domäne gilt. 53,5 Prozent der Mädchen in Deutschland geben an, dass sie bei einem Wissenschaftler, Ingenieur oder Programmierer zuerst an einen Mann denken. In den anderen europäischen Ländern liegt der Wert bei mindestens 40 Prozent.

Begeisterung für MINT-Fächer: IT-Branche in der Pflicht

„Es ist an der Zeit, mit geschlechterspezifischen Vorurteilen in der Branche aufzuräumen und Transparenz zu schaffen, damit mehr junge Frauen diesen Karriereweg einschlagen“, sagt Microsoft-Deutschland-Chefin Sabine Bendiek, die hier auch die IT-Branche in der Pflicht sieht. Zudem müssten Mädchen richtig angesprochen und unterstützt werden. „Andere Länder machen das vor, wir sind jedoch Mittelmaß. Es gilt, die Potenziale von Mädchen zu fördern – damit Deutschland digital erfolgreich wird“, fordert Bendiek.

Für die Studie hat KRC Research im Auftrag von Microsoft Mädchen und junge Frauen aus zwölf europäischen Ländern – Großbritannien, Deutschland, Polen, Belgien, Niederlande, Frankreich, Italien, Irland, Russland, Finnland, Tschechien und Slowakei befragt. In Deutschland nahmen 1.000 Mädchen und junge Frauen zwischen elf und 30 Jahren an der Befragung teil.

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Eine Reaktion
Zirpl

Was soll denn bitte ein Beispiel aus "Jungs-Perspektive" sein? Gibt es zur Erklärung naturwissenschaftlicher oder technischer Zusammenhänge tatsächlich weibliche Beispiele? Was für ein Unsinn! Was mit

„Es ist an der Zeit, mit geschlechterspezifischen Vorurteilen in der Branche aufzuräumen und Transparenz zu schaffen, damit mehr junge Frauen diesen Karriereweg einschlagen“

gemeint sein könnte, erschließt sich mir auch nicht. Welche "geschlechtsspezifischen Vorurteile" sind denn das und wo gibt es "Intransparenz", die Mädchen von MINT-Fächern fern hält? Bullshit.

Es gibt einfach geschlechtsspezifische Unterschiede und Interessen, die sich auch nicht durch irgendwelche Zwangsregelungen wegzaubern lassen. Mittlerweile ist das Pendel doch schon längst in die andere Richtung ausgeschlagen und Männer sind in vielen Bereichen stark benachteiligt. Insbesondere wenn es um Kinder und Erziehung geht, hat man als Mann sowieso überhaupt nichts zu melden.

Man sollte jegliche geschlechtsspezifischen Privilegien abschaffen, jene der Frauen eingeschlossen.

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