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Männerdominanz gebrochen: Frauen stürmen die Dax-Aufsichtsräte

Der Superstar unter den weiblichen Dax-Aufsichtsräten: Ann-Kristin Achleitner. (Foto: dpa)

Aufsichtsratssitzungen dominiert von Schlipsträgern: Diese Zeiten neigen sich laut einer Analyse von Dax-Konzernen dem Ende zu. Fast ein Drittel der Aufseherposten werden bereits von Frauen besetzt.

Die Zeit der männerdominierten Aufsichtsräte in Dax-Konzernen neigt sich dem Ende zu. Wie aus einer aktuellen Handelsblatt-Studie hervorgeht, ist der Frauenanteil in den 30 wichtigsten Aufsichtsräten auf 27 Prozent gestiegen. Gegenüber dem ersten Erhebungsjahr 2011 entspricht das einer annähernden Verdreifachung.

Das sind die bekanntesten Dax-Aufsichtsrätinnen

Insgesamt wurden für die Studie über 160 Dax-Unternehmen untersucht. So befinden sich unter den Top-30 bereits neun Frauen, erweitert man das Ranking auf die Top 50, so macht der Anteil weiblicher Führungspositionen in den Rängen 21 bis 50 sogar schon 43 Prozent aus. Zu den bekanntesten weiblichen Aufsichtsräten in Deutschland gehören Ann-Kristin Achleitner (Linde, Munich Re), Martina Merz (Lufthansa, Thyssen-Krupp) und Marion Helmes (ProSiebenSat1). In den kommenden Jahren – so spekuliert das Handelsblatt – könnten weitere Frauen an Einfluss gewinnen. Dazu könnte etwa Victoria Ossadnik zählen, die beispielsweise die Geschäfte der Commerzbank beaufsichtigt.

Übrigens zeigt sich auch die Digitalbranche vereinzelt offen für einen Kulturwandel. Die Agenturgründerin Fränzi Kühne etwa sitzt seit 2017 im Aufsichtsrat des deutschen Telekommunikationsunternehmens Freenet. Kürzlich kam sogar ein weiteres Aufsichtsratsmandat dazu – bei der Württembergischen Versicherung.

Kühne war laut eigener Aussage lange gegen eine gesetzliche Frauenquote. Inzwischen hat sich ihre Meinung geändert: Das Problem sei einfach, dass in Vorständen immer das Gleiche befördert werde und eben selten das Unbekannte. „Deshalb haben wir so wenig divers aufgestellte Führungsteams in Deutschland.“ In Bezug auf Aufstiegshürden speziell für Frauen auch unterhalb von Vorstandsstrukturen sagte sie im t3n-Podcast: „Ab irgendeinem Punkt spüren Frauen im Unternehmen eine gläserne Decke und dann kommen sie einfach nicht weiter.“

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Ein Kommentar
JP
JP

Wow, die Zahl der Frauen in den Aufsichträten hat sich verdreifacht? Finden Sie das einen Erfolg? Die Erfolgsmeldung über den steigenden Frauenanteil in Aufsichträten wird niemals mehr korrekt sein, weil sie viel zu spät kommt. Eine Meldung? Ja. Aber nicht in diesem Ton. Es ist ein Armutszeugnis, wie langsam diese Prozesse voranschreiten und dass eine Frauenquote überhaupt infrage gestellt wird. „Aber Franzi Kühne ist doch…“ Ja, Franzi Kühne ist. Angela Merkel auch. Es ist eine gefährliche Art, sowas als Erfolg zu präsentieren, denn es denken jetzt schon genug Leute, dass „Frauen doch heutzutage alles haben (können).“

„Übrigens zeigt sich auch die Digitalbranche vereinzelt offen für einen Kulturwandel.“ LOL Kulturwandel, really? So nennen Sie es, wenn Ihnen als Beispiel doch wieder nur Franzi Kühne einfällt? Die hat jetzt ein zweites Mandat. Prima! So haben zwei Unternehmen ihre Frauenquote erhöht, ohne dass – Gott bewahre – sich noch eine Frau mehr unter die Aufsichtsschlipsträger mischt. „‚Das Problem sei einfach, dass in Vorständen immer das Gleiche befördert werde und eben selten das Unbekannte.'“

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