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Diese Malware späht euch über eure Kopfhörer aus

(Bild: Shutterstock)

Kamera abkleben und Mikro abschalten – das schützt dich noch lange nicht davor, ausspioniert zu werden. Eine Schadsoftware sorgt dafür, dass Angreifer über deine Kopfhörer mithören können.

Kopfhörer können Geheimnisse offenbaren

Facebook-Chef Mark Zuckerberg tut es, viele sicherheitsbewusste Computernutzer tun es auch: Sie alle überkleben die Kameras an ihren Geräten und schalten die Mikrofone ab. Allerdings reichen diese Vorsichtsmaßnahmen nicht mehr aus, wenn erst einmal eine von israelischen Sicherheitsforschern entwickelte Schadsoftware in Umlauf kommt. Die Malware namens „Speake(a)r“ verwandelt beliebige an einen Computer angeschlossene Kopfhörer in Mikrofone.

Beim Meeting besser Kopfhörer ausstecken. (Bild: Evgeny Karandaev/Shutterstock)
Beim Meeting besser Kopfhörer ausstecken. (Bild: Evgeny Karandaev/Shutterstock)

Die Wissenschaftler des Cyber Security Labs der Ben Gurion University nutzen für ihre Malware eine Schwachstelle in den Soundchips des US-Herstellers Realtek, die in fast allen PCs, Macs und Laptops verbaut sind. Dadurch schaffen sie es, Audio-Ausgangskanäle softwareseitig in Eingangskanäle zu verwandeln, wie die Newsplattform Wired berichtet. Töne können so über den Kopfhörer oder die Lautsprecher an den Computer übermittelt werden, auch wenn es keinen echten Eingangskanal gibt.

Dass die Methode effektiv ist, haben die Wissenschaftler in einem Selbstversuch indes bewiesen. Aus einer Entfernung von sechs Metern konnten sie eine männliche Stimme ausreichend vernehmbar aufnehmen, um die gesagten Wörter auch nach dem Transfer über das Internet zu verstehen. Besonders gefährlich ist diese Methode des Ausspionierens, weil Nutzer im Normalfall nicht daran denken, dass mögliche Angreifer ausgerechnet die Kopfhörer missbrauchen könnten, um mitzuhören.

Kopfhörer und Lautsprecher ausstecken

Eine einfache Lösung für das potenzielle Sicherheitsproblem gibt es den Forschern zufolge nicht. Ein Firmware-Update bei den Realtek-Chips dürfte keine Abhilfe schaffen. Inwieweit die Chips anderer Hersteller und Geräte wie Smartphones betroffen sind, haben die Forscher nicht untersucht. Sie gehen aber davon aus, dass darin ähnliche Schwachstellen zu finden sind. Bis dahin heißt es bei wichtigen Gesprächen und im Besprechungsraum: Kopfhörer und Lautsprecher ausstecken.

via www.wired.com

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Eine Reaktion
Erich

Es handelt sich nicht um eine "Schwachstelle" des Realtek-Chips, sondern um ein bekanntes, durchaus nützliches Feature - man kann softwareseitig umkonfigurieren, ob ein Anschluß als Ein- oder Ausgang verwendet werden soll.

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