Digitale Wirtschaft

Der Mann, der eine Minute Google.com besaß: So hoch war die Belohnung für Sanmay Ved

(Foto: Sanmay Ved)

Im Oktober 2015 wurde bekannt, dass die Domain „Google.com“ kurzzeitig den Besitzer gewechselt hatte – für genau eine Minute und einen Preis von zwölf Dollar. Jetzt hat Google offengelegt, wie viel es dem Kurzzeit-Besitzer seinerzeit für die Rückübertragung gezahlt hat.

Sanmay Ved: Besitzer von Google.com – für eine Minute

Google. com zum Verkauf bei „Google Domains". (Screenshot: Sanmay Ved)

Google. com zum Verkauf bei „Google Domains“. (Screenshot: Sanmay Ved)

Im vergangenen Oktober hat Sanmay Ved Schlagzeilen gemacht, als er für eine kurze Zeit zum Besitzer einer der wohl bekanntesten Domains überhaupt wurde: Google.com. Der Ex-Google-Mitarbeiter stieß eines Nachts eher zufällig auf den Hinweis, dass die Domain zum Verkauf stehe – für zwölf US-Dollar! – und klickte sich aus Neugier durch den Checkout-Prozess: „Ich dachte es sei ein Fehler, aber ich konnte den Checkout vollständig abschließen“, erzählte er dem US-Magazin Business Insider.

Ved hatte Screenshots auf allen Stationen des Kaufprozesses gemacht. Auch, als er Benachrichtigungen für den Domain-Owner und Zugriff auf interne Steuerungstools erhielt, dokumentierte er die Ereignisse lieber, statt mit seiner neu gewonnenen Macht zu experimentieren. Ohnehin war sein neuer Status nur von kurzer Dauer: Nach einer Minute wurde sein Einkauf von Google Domains rückgängig gemacht, da die Seite zuvor schon von jemand anderem registriert gewesen sei. Seine zwölf Dollar erhielt Ved umgehend zurückerstattet.

Google bietet loyalem Ex-Mitarbeiter Belohnung an

Auch wenn Ved seine Erlebnisse in einem Post bei Linkedin öffentlich machte: Er versuchte zu keinem Zeitpunkt, Profit aus dem ungewöhnlichen Vorfall zu schlagen. Er veröffentlichte keine sensiblen Dokumente oder Namen, sondern kontaktierte vielmehr umgehend den Sicherheitsdienst von Google und machte das gesammelte Material zugänglich. Er liebe Google und sei immer ein loyaler Mitarbeiter und Ex-Mitarbeiter gewesen, erklärte er dazu in seinem Post.

„Sie verstehen und respektieren die Tatsache, dass es mir nie um eine Belohnung ging.“

Das wusste offenbar auch Google zu schätzen und bot Sanmay Ved eine Belohnung an. „Sie verstehen und respektieren die Tatsache, dass es mir nie um die Belohnung ging“, fasste Ved das Schreiben von Google in seinem Blogpost zusammen. „Nach allem was sie zusammengetragen haben und wie ich die Situation behandelt habe, wollen sie mir trotzdem sehr gerne eine Belohnung anbieten.“ Auf Veds Hinweis hin, dass er den angebotenen Betrag spenden wolle, verdoppelte Google die genannte Summe sogar noch.

Doch wie viel Geld genau hat sich Google den Vorfall jetzt kosten lassen? Bisher herrschte darüber Stillschweigen – nur, dass es „mehr als 10.000 Dollar“ seien, war bekannt. Gestern hat Google allerdings in seinem Blogpost „Google Security Rewards – 2015 Year in Review“ die Summe verraten: Ursprünglich hat das Unternehmen Ved 6.006,13 US-Dollar angeboten, bevor die Summe verdoppelt wurde.

Die Bilanz des Security-Programms von Google. (Grafik: Google)

Die Bilanz des Security-Programms von Google. (Grafik: Google)

Belohnung von Sanmay Ved: Nicht das erste verrückte Zahlenspiel von Google

Der Grund für diesen ungewöhnlichen Betrag? Wenn man ein bisschen blinzelt (und mit ein bisschen Fantasie), lässt sich die Summe auch als Google-Schriftzug lesen. Auf diese Tatsache weist Google in seinem Blogpost ausdrücklich hin. Es ist aber auch nicht das erste Mal, dass Google seine Vorliebe für Zahlenspiele zeigt: 2015 kaufte der Google-Konzern „Alphabet“ Aktien im Wert von 5,099,019,513.59 US-Dollar zurück. Auf diese Zahl kommt man, wenn man die Wurzel aus 26 – der Anzahl der Buchstaben im Alphabet – nimmt und sie mit einer Milliarde multipliziert. Auf einer Patentauktion im Jahr 2011 boten Google-Vertreter 3.14159 oder auch „Pi-Milliarden“ US-Dollar.

Dass Sanmay Ved außer den sprichwörtlichen 15 Minuten Ruhm kaum etwas von der ungewöhnlichen Begebenheit gehabt hat, würde er selbst wohl bestreiten. Immerhin ist eine sehr stattliche Summe für die Organisation „Art of Living India“ zusammen gekommen, die zahlreiche kostenfreie Schulen für Kinder in Indien betreibt. Und auch sein nur kurzes Gastspiel als Besitzer von Google.com nahm er schon damals sportlich: „Immerhin kann ich jetzt sagen, dass ich der Mann bin, dem eine Minute lang Google.com gehört hat.“

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9 Kommentare
grep

Hallo …,

vielleicht war dass aber auch nur eine raffinierte Werbekampagne welche nicht als solche erkannt werden soll.

Sie soll die Loyalität der Mitarbeiter herausstellen und das Unternehmen als über aus sozial darstellen.

Ciao, Sascha.

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Jens

Tja, da bin ich leider damals leer ausgegangen. Ich hatte Ende der 90er die Domain google.de für 2 Tage, bevor Strato sie mir „aus markenschutzrechtlichen Gründen“ wieder wegnahm. Schade eigentlich. Damals war ich Student und hegte die Hoffnung, die Domain für 1.000 Mark an Google zu verkaufen. Allerdings war Google damals in Deutschland noch weitgehend unbekannt und weit weg von dem Konzern wie er sich heute darstellt. Und im Nachhinein hätte ich mich vermutlich geärgert, „nur“ 1.000 Mark herausgeschlagen zu haben. Aber immerhin gehörte mir google.de für ganze 2 Tage :-)

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Freizeitcafe

Krasse Geschichte @Jens. Würde ich gerne mal einen Artikel drüber schreiben,kannst Du mich gerne zu kontaktieren. Ich finde solche Geschichten die um Google ranken immer sehr spannend- wie um andere großen Seiten wie facebook und Co auch. Jeder hat schliesslich mal angefangen…

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grep

Hallo Jens,

sofern es wirtschaftlich nicht lukrativer ist seine Domains direkt von der jeweiligen Vergabestelle zu beziehen, registriere ich diese NIE über deutsche Unternehmen … wegen der exorbitanten Preise und restriktiven AGB – besagte AGB sind in weiten Teilen rechtlich betrachtet nichtig.

Strato ist ein 100% Tochterunternehmen der DT AG – dass sagt alles.
Probier’s doch mal mit OVH(.de) und GANDI(.net).

Ciao, Sascha.

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phil

Strato war damals aber noch keine Telekom Tochter. Aber damals schon ein Gammel-Hoster…

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Karl

Exorbitante Preise? Das ist wohl eher eine Frage der richtigen Auswahl. Ich zahle z.B. bei einem deutschen Unternehmen rund 2 € netto pro Jahr für de-Domains.

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Timo

Hallo Karl, wie lautet den der Anbieter? :-)
Grüsse
Timo

grep

Hallo phil,

okay, dass war mir nicht bekannt.
Mit deutschen Hostern hat man (m. E.) NUR Probleme, egal ob HE, Strato, 1blu, etc. – ich habe viel Lehrgeld bezahlen müssen um dass zu begreifen.

Deutsche Hoster sind (m. E.) furchtbar bürokratisch, restriktiv und sogar korrupt.

Ciao, Sascha.

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phil

Da gehe ich grundsätzlich mit ;-)

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