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Marketing

Ein Hoch auf das Pop-up, das größte „No-Go“ des letzten Jahrzehnts

(Bild: Sean Gladwell – Fotolia.com)

Kaum zu glauben, aber wahr: Sie sind wieder da – in allen Formen und Farben. Pop-ups, das größte „No-Go“ des letzten Jahrzehnts. Wir durchleben ihre Renaissance. Und das ist auch gut so.

Die Frage nach der Beliebtheit einer Sache oder Person beurteilt Google in wenigen Sekunden. Mit Wörtern wie „blockieren“ oder „unterdrücken“ vervollständigt die Suchmaschine meine Eingabe des Begriffs „Pop-up“. Eigentlich kein gutes Zeichen.

In den Augen vieler Nutzer stehen Pop-ups auf einer Stufe mit Spam, der wahrscheinlich meist gehassten „Erfindung“ des Internets. Kein Wunder also, dass fast jeder Browser einen sogenannten Blocker mitliefert, der Pop-ups unterdrücken soll.

Pop-ups stehen für viele Nutzer auf einer Stufe mit Spam

Die Zeichen stehen auf Gegenwind, so viel steht fest. Und trotzdem versuchen Marketer verstärkt, das schlicht zu ignorieren. Sie wählen einen der vielen kostenlosen oder kostenpflichtigen Anbieter, setzen auf Technologien wie „Exit Intent“ und berichten von überraschend guten Ergebnissen. Woran liegt das?

Um das zu verstehen, müssen wir zunächst zwischen früher und heute unterscheiden: Während sich Pop-ups in ihren Anfangszeiten noch in eigenen Browserfenstern öffneten, verwenden Marketer heute sogenannte „Layer-Ads“. Sie werden im gleichen Browsertab über den eigentlichen Inhalt einer Website gelegt. Ein (zugegeben schlechtes, aber bekanntes) Beispiel liefert Focus Online.

Pop-up auf Focus Online. (Screenshot: focus.de)
Ein Pop-up auf Focus Online. (Screenshot: focus.de)

In Kombination mit weiteren Technologien lassen sich dadurch sehr gezielt Nachrichten ausspielen. So erscheinen Pop-ups beispielsweise erst, wenn ein Nutzer die eigene Seite verlassen will (Exit-Intent) oder nur, wenn er das Pop-up schon lange nicht mehr gesehen hat (Cookies). Wer clever kombiniert, geht so niemandem auf die Nerven.

Gleichbleibende Absprungrate, doppelt so viele Neuabonnenten

Ob sich Pop-ups negativ auf die Zufriedenheit der Besucher auswirken, untersucht Online-Marketer Dan Zarrella. Schon seit Jahren nutzt er auf seiner Website ein kleines Pop-up. Um seinen negativen Einfluss auf Kennzahlen wie die Absprungrate besser einzuschätzen, hat er es für einige Monate abgeschaltet.

Die Ergebnisse des Testlaufs von Dan Zarrella. (Quelle: danzarrella.com)
Die Ergebnisse des Testlaufs von Dan Zarrella. (Quelle: danzarrella.com)

Sein Test zeigt deutlich, was für viele Seiten gelten dürfte: Während die Absprungrate gleich geblieben ist, hat sich die Zahl der Anmeldungen für seinen Newsletter halbiert. Eine unterirdische Entwicklung. In seinem Blog schreibt er deshalb: Für mich ist das Pop-up kein Kompromiss, es ist ein „No-Brainer“.

Pop-ups nutzen brach liegendes Potenzial

Es gibt auch gegenteilige Beispiele, keine Frage. Doch die gibt es überall, das ist der entscheidende Punkt. Wer nicht selbst testet, fällt zurück und verschenkt brach liegendes Potenzial und potenziell tausende Neukunden. Diese Geschichte erzählen unzählige Beispiele.

Der US-Blog WPBeginner ist eines davon. Durch den Einsatz eines Plugins sowie zehn Minuten Arbeit haben seine Betreiber die Anzahl der Neuabonnenten um 600 Prozent gesteigert – bei gleichbleibender Absprungrate. „Exit-Intent“ lautet auch hier das Zauberwort.

Ein Pop-up von WPBeginner, das beim „Exit-Intent“ der Nutzer erscheint. (Screenshot: wpbeginner.com)
Ein Pop-up von WPBeginner, das beim „Exit-Intent“ der Nutzer erscheint. (Screenshot: wpbeginner.com)

Ähnlich ist es auch Brian Dean von Backlinko ergangen. Mit der kostenlosen Lösung „List Builder“ hat er die Anzahl seiner Neuabonnenten verdoppelt. Durch den hohen Wert eines Abonnenten (15 US-Dollar) entspricht dieser Anstieg zusätzlichen Einnahmen in Höhe von täglich 225 US-Dollar – 82.125 US-Dollar pro Jahr. In Anbetracht des Aufwands ein deutlich positives Ergebnis.

„Wer nicht testet, fällt zurück“

Geschichten wie die von WPBeginner und Backlinko sind keine Einzelfälle. Es gilt deshalb noch immer, was ich schon vor Monaten geschrieben habe: „Wer um die Ecke denkt, klare Mehrwerte bietet und alles zu jeder Zeit testet, wird schon bald Erfolge feiern – entgegen der Empfehlungen unzähliger Kritiker.“ Was ich damit meine, ist denkbar einfach: Selbst, wenn die halbe Welt so etwas wie Pop-ups verneint, solltest du sie testen. Wer weiß, ob sie dir nicht vielleicht den ganz großen Durchbruch bringen.

Also, worauf wartest du? Es kann doch nicht schaden!

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14 Reaktionen
Erik Blumstengel

Also ein Popup mit einem Modal zu vergleichen, hinkt schon extrem. Zu behaupten, dass ein als Popup genutztes Modal Nutzer nicht verärgert, möchte ich extrem bezweifeln. Seite wie focus Online, bei denen man (meiner Ansicht nach lächerlich penetrant) dazu genötigt wird, ein Facebook-Fan oder twitter-Follower zu werden, sollten dafür deutlich abgestraft werden.
Diese Form der Fan-Hascherei ist in JEDEM FALL auf eine Stufe mit Layer-Ads und Nerv-Werbung zu stellen. Solche Seiten werden von mir persönlich nie wieder angesurft und sind auch bei vielen meiner Kunden extrem verhasst.

Zum Thema: Modals haben einen gänzlich anderen Sinn. In Modals werden Kontext-Informationen angezeigt, Einstellungen vorgenommen oder Formulare integriert. Ein Modal ist de facto ein HTML-Overlay, welches per Javascript über den normalen Content geblendet wird (siehe Bootstrap für Beispiele).

Zurück zum Thema: Die Popups/Modals, besonders bei focus Online, haben einen schwerwiegenden Fehler/Nachteil: Man muss seine "Meinung" äußern, d.h. man muss eine Wahl treffen. Ob sich hinter den Links ein Click-Jacking oder sonstiges Tracking verbirgt, ist dem Nutzer nicht klar. Aufgrund der Erfahrung vieler Nutzer ist das Vertrauen in solche Links aber schon LANGE zerstört! Ein Modal zeichnet sich durch die Optionen "Schließen" oder "Abbrechen" um Footer-Bereich aus. Das ist bei den oben angesprochenen Popups nur seltenst der Fall.

Abschließend eine Bitte: Hört auf für solche Techniken "Werbung" zu machen. Jeder Nutzer ist absolut genervt von solchen Spinnereien, die den Content verdecken und sich nicht ohne weiteres Schließen lassen. Ich garantiere Euch bei einem Einsatz solcher Funktionen auf euren Seiten, dass mindestens die Hälfte eurer Leserschaft abwandern wird. Ich habe Kunden, die mit dem gleichen System extrem viel Traffic eingebüßt haben, da sie alle Warnungen ignoriert haben. Ihr habt dann mehr Facebook-Fans, aber keine treue Leserschaft. Von Facebook-Fans und Followern könnt ihr euch nichts kaufen - und eure verärgerten Stammleser werden euch definitiv den Rücken kehren!

Hört auf diese alte und vor allem nutzerunfreundlichen Techniken zu bewerben!

Danke für die Aufmerksamkeit.

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Philipp Blum

Wir haben auch ein Modal auf unserer Seite. Selbstverständlich haben wir es vorher im A/B-Test getestet. Das Modal wird nur einmal bei betreten der Seite angezeigt. Nachdem man es geschlossen hat, bleibt es dauerhaft geschlossen. Unser Ergebnis: Sales mal eben verdoppelt. Das lag auch damit zusammen, dass wir im Modal kostenlose Sachen angeboten haben. Diese Leute konvertierten später echt gut.

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Philipp Blum

Ihr habe übrings einen echt fiesen Fehler. Wenn ich einen Kommentar eintippen, aber vergesse meinen Namen und meine E-Mail einzutippen, kommt ein 500er Fehler.

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Florian Blaschke

Danke für den Hinweis, Philipp. Das geb ich gerne weiter an unsere Technik.

Oink

"Exit-Intent", was spricht dagegen deutsch zu bleiben. Immer dieses Marketing Blabla. Ist für die Verständlichkeit nicht sonderlich förderlich.

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Lars Budde

Ich bin grundsätzlich bei dir, hier hatte das allerdings zwei Gründe ...

1. Es gibt keine (mir bekannte) deutsche Übersetzung.
2 . Wen ein Leser nach dem Begriff sucht, soll er auch etwas finden. Dafür muss ich den gängigeren und damit englischen Begriff wählen.

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Oink

Ja, man muss halt Abwegen. Ich habe schon Artikel in der Vergangenheit gelesen (nicht hier auf t3n), da war in fast jedem 2. Satz irgendein Englischer Begriff genannt, der mit Sicherheit nur unter Marketingleuten gängig war, wo es aber definitiv eine deutsche Übersetzung für gibt. So schlimm war es hier jetzt nicht, aber mir stößt es immer auf, wenn ich so was lese. Sehe jetzt auch, das der Begriff in eurem Artikel erklärt wird, hab das wohl überlesen.

BastianBalthasarBux

ad 1.: im Ernst? exit-intent ist für Sie eine translatorisch nicht zu bewältigende Herausforderung?
Dann sag ich es mal mit Dagobert-Duck-Heftl-Wortschatz:
*huch* und *schockschwerenot*. ;)

ad 2.: bin ich aber dann eh Ihrer Meinung.

H|L

Das ist DER Grund (für mich) schlechthin, nicht auf Adblocker zu verzichten.

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Blabliblu

Man kann diese Dinger schönreden wie man will.
Diese Dinger nerven extremstens, egal ob popup modal window oder lightbox overlay.

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dsfsd

overlays sind keine popups.

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Goran

Für mich schon.

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Christoph

Naja, ob man jetzt Layer-Ads zu den Pop-ups zählen kann ... - immerhin ist die Technik schon anders: Pop-ups sind neue aufspringende Browserfenster und Layer-Ads sind nur Elemente der Seite ... (Gut, beide Formen nerven die User - aber die Technik ist anders)

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Lars Budde

Ganz egal, das ist Definitionssache (siehe bspw. http://de.wikipedia.org/wiki/Pop-up). Der Punkt, den ich machen wollte, bleibt der Gleiche.

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