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Ratgeber

Marketing-Trends 2019: Das können wir nächstes Jahr erwarten

Was wird das Marketingjahr 2019 bringen? (Grafik: Shutterstock)

Mehr KI, mehr Daten, mehr Persönlichkeit: Wir haben Marketingexperten gefragt, welche Trends sie 2019 erwarten.

Zum Jahresende ist es gute Tradition, einen Blick in die Online-Marketing-Glaskugel zu wagen und auf die Trends, die wir nächstes Jahr erwarten können, zu schauen. Wir haben Branchenexperten nach ihren Einschätzungen gefragt.

„UX wird im Online-Marketing endlich ernst genommen.“ – Astrid Kramer, Digital Strategy Consultant

Astrid Kramer
Astrid Kramer, SEO & User Experience Consultant. (Foto: OMKB)

Im Online-Marketing, insbesondere SEO sehe ich, dass UX endlich die Bedeutung eingeräumt wird, die sie verdient hat. Neben Voice Search, Featured Snippets und Optimierung auf Entitäten, mobiler Performance, Personalisierung im Content-Marketing und dynamischen Inhalten ist eine gute Nutzererfahrung schlichtweg entscheidend dafür, ob ein Angebot über Google überhaupt Reichweite erzielen kann. Selbst wenn man es schafft, Rankings ohne optimale UX zu erreichen, verliert man spätestens auf der Seite die Nutzer. Das ist nichts Neues, wurde aber viel zu lange ignoriert. Noch immer sehe ich wenige Kombinationsangebote aus UX und Online-Marketing. Oft liegt UX auf Seiten der Designer, die wiederum nicht stark genug mit dem Online-Marketing verzahnt sind. Wie so oft im Online-Marketing gilt auch hier: Interdisziplinarität ist der Schlüssel zum Erfolg!

„Egozentriker sind im Marketing nicht länger gefragt.“ – Jolanta Baboulidis, Geschäftsführerin von Twitter in Deutschland

Jolanta Baboulidis Twitter
Jolanta Baboulidis, Deutschland-Chefin von Twitter. (Foto: Twitter)

Sich in der Kommunikation allein auf sich und die eigenen Produkte zu konzentrieren, reicht in Zukunft nicht mehr. 2019 werden Marken mehr denn je Stellung beziehen müssen. Purpose-driven-Marketing ist das Gebot der Stunde. Als zentrale Markenbotschafter werden dabei vor allem Micro-Influencer eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Dank ihrer großen Authentizität und Glaubwürdigkeit haben sie großen Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung und generieren nicht zuletzt eine deutlich höhere Engagement-Rate als ihre berühmten Kollegen. Für die direkte Konsumentenansprache gewinnen insbesondere Live-Videos an Bedeutung, um sich als Marke möglichst authentisch zu präsentieren. Durch entsprechende Bewegtbilder werden Marken nahbar, erlebbar – und die Brand-Purpose hautnah in Szene gesetzt. Und genau darauf wird es 2019 ankommen.

„Wir brauchen gute Rahmenbedingungen für KI.“ – Stephan Noller, BVDW-Vizepräsident

Stephan Noller
Stephan Noller, BVDW-Vizepräsident. (Foto: BVDW)

Künstliche Intelligenz ist aktuell das heißeste Thema der digitalen Wirtschaft und im digitalen Marketing. Die Fähigkeiten von KI-Systemen, menschliches Denken und Verhalten nachzuahmen, haben enorme Fortschritte gemacht. Daraus ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten für die deutsche Wirtschaft. Entscheidend ist jetzt, dass die Bundesregierung ihre KI-Strategie auch zeitnah und mit Entschlossenheit umsetzt. Wir brauchen gute Rahmenbedingungen für den Einsatz von KI in vielen Feldern, gute Datenquellen, mehr Forschung und auch deutlich bessere Finanzierungsquellen für Startups in dem Umfeld.

„Ethische Maßstäbe auf Digitalisierung anwenden“ – Achim Himmelreich, BVDW-Vizepräsident

Achim Himmelreich
Achim Himmelreich, BVDW-Vizepräsident. (Foto: BVDW)

Besonders vor dem Hintergrund der steigenden Relevanz von künstlicher Intelligenz wird das Thema Ethik in 2019 einen deutlich höheren Stellenwert auch bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle erfahren. Wir besitzen bereits alle ethischen Maßstäbe und Regularien, wir müssen sie nur auf die Digitalisierung anwenden – bislang ist das in erschreckendem Maße kaum geschehen. Daraus entsteht dringender Handlungsbedarf, schließlich ist die digitale Transformation seit der industriellen Revolution die Kraft, die Wirtschaft und Gesellschaft am dramatischsten verändert.

„Das Leistungsspektrum muss mehr denn je erlebbar sein.“ – Susanne Heger, Geschäftsführerin T-Systems Multimedia Solutions

Susanne Heger
Susanne Heger, Geschäftsführerin T-Systems Multimedia Solutions. (Foto: TSMMS)

Persönlich, relevant, intelligent, automatisiert. Auf das Marketing kommen in 2019 einige Herausforderungen zu. Wer mithalten möchte, muss seine Zielgruppe passgenau adressieren und kommt an strategischen Partnerschaften nicht vorbei. Und wer gesehen werden möchte, der muss sich und seine Expertise auch sehen lassen! Das Leistungsspektrum muss mehr denn je erlebbar sein. Der Markt ist überflutet mit unzähligen gleichartigen Produkten. Die Sinne mit einem sinnvollen Storytelling anzusprechen oder den Informationsbedarf passgenau zu entsprechen, kann den entscheidenden Vorteil bringen. Wir konsumieren Dinge, die zu uns passen. Das muss das Marketing abbilden und mehr denn je die Bedürfnisse seiner Zielgruppe kennen. Automatisiertes Tracking hilft anschließend bei der Erstellung personalisierter Angebote. Die größte Frage aber wird sein, wie sich die Digitalisierung auf Marke und Geschäftsmodell auswirkt und welche Antworten wir darauf geben.

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