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Mehr als graue Theorie: KI bei BWI und Bundeswehr

Intelligenter Roboter-Arm schreibt Formeln an Kreidetafel

KI ist bei BWI und Bundeswehr mehr als graue Theorie. (Grafik: Stocksy/Colin Andersen)

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Künstliche Intelligenz – kaum ein Thema wird gerade so intensiv diskutiert. Doch was ist KI eigentlich? Was kann die Technologie und was ist in Zukunft möglich? Auch die Bundeswehr und ihr IT-Systemhaus BWI setzen sich intensiv mit den Chancen und Herausforderungen von KI auseinander und loten Einsatzmöglichkeiten aus.

Künstliche Intelligenz kann selbstständig Rückschlüsse aus Daten ziehen und auf dieser Grundlage Vorhersagen treffen, Entscheidungen unterstützen, Sprachen selbst verstehen und vieles mehr. Selbstlernende Systeme können dadurch Menschen entlasten. Diese können sich dann auf wichtige Kernaufgaben konzentrieren – ein Aspekt, der auch für die Bundeswehr sehr interessant ist. Deshalb beschäftigen sich die deutschen Streitkräfte intensiv mit KI. An ihrer Seite steht die BWI, das IT-Systemhaus der Bundeswehr und des Bundes.

Schwache KI ist heute allgegenwärtig

Bei künstlicher Intelligenz wird zwischen starker und schwacher KI unterschieden. Schwache KI bezeichnet Algorithmen, die sich auf ein spezielles Problem konzentrieren und nur mit Situationen umzugehen haben, auf die sie vorbereitet sind. Starke KI meint dagegen eine allumfassende Quelle des Wissens, die wie ein Mensch denken und agieren kann. Derzeit gehen Experten davon aus, dass es frühestens in 30 bis 40 Jahren eine starke KI geben könnte. Anders sieht es bei der schwachen, also vergleichsweise einfachen KI aus. Schon heute steckt sie in vielen alltäglichen Anwendungen. Die Suchmaschine Google ist das prominenteste Beispiel. Auch die Spracherkennung von Siri, Alexa und von Navigationssystemen zählt genauso dazu wie Lösungen in Medizin und Wissenschaft, etwa in der Genforschung sowie im Bereich des autonomen Fahrens.

Stärken und Schwächen von künstlicher Intelligenz

Um Einsatzmöglichkeiten von KI und damit die Erwartungshaltung an die Technologie realistisch bewerten zu können, sollte man sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst sein. Unschlagbar ist KI, wenn es darum geht, schnell viele und unstrukturierte Daten auszuwerten. Allerdings kann eine selbstlernende Maschine nur das leisten, was der Mensch ihr antrainiert. KI kann zwar eine Vorauswahl treffen und dadurch Entscheidungshilfe bieten, sie hat jedoch selbst kein Verständnis der Welt mit all ihren moralischen, rechtlichen und sozialen Implikationen. Daher muss die endgültige Entscheidung dem Menschen überlassen werden. Soll doch die Maschine selbst eine Wahl treffen, so muss genau geprüft werden, warum sie zu einem bestimmten Ergebnis gekommen ist. Zudem ist die rechtliche Klärung unerlässlich, wer die Verantwortung für eine Entscheidung trägt.

KI im Einsatz der Bundeswehr

BWI – IT für Deutschland
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Bei der Bundeswehr ist KI weit mehr als graue Theorie. Ein Beispiel für den konkreten Einsatz ist das gemeinsame Lagezentrum des Kommandos Cyber- und Informationsraum, das die BWI seit 2018 betreut und stetig weiterentwickelt. Hier arbeiten Experten daran, militärische Lagebilder zu erstellen, die alle relevanten Aspekte des Cyber- und Informationsumfelds berücksichtigen. Das KI-basierte System, das sie dabei unterstützt, sammelt strukturierte und unstrukturierte Daten aus verschiedenen Quellen, zum Beispiel aus Betriebsdaten und Lageberichten der Bundeswehr, aber auch aus öffentlich zugänglichen Informationen, wie sie im Internet verfügbar sind. Mehrwert und Informationsvorsprung entstehen aus der Auswertung und Korrelation der einzelnen Quellen und Inhalte.

BWI erprobt KI-Lösungen für die Bundeswehr

Auch abseits dessen prüft die BWI die Potenziale von KI. Eines der aktuellen Experimente heißt „Automated Smart Performance Evaluation“. Dabei untersucht das Unternehmen, ob und wie sich Anomalien in Rechenzentren automatisiert identifizieren und sich so Auslastung und Betrieb von Servern verbessern lassen.

Bislang können Leistungsengpässe, Performance-Einbußen und Ausfälle nur von Spezialisten in den Rechenzentren, also von Menschen, situativ-reaktiv behoben werden. Voraussagen lassen sich nur begrenzt und nur auf Basis von aufwendigen Analysen treffen, die meist an das Know-how einzelner Wissensträger geknüpft sind. Das soll sich mithilfe von KI ändern. Dadurch werden Experten in der täglichen Arbeit entlastet. Den so gewonnenen Freiraum könnten sie künftig nutzen, um Maschinen zu trainieren beziehungsweise die trainierten Modelle zu bewerten. Ein für die BWI nicht unerheblicher Nebeneffekt solcher KI-Experimente: Die Fähigkeiten des maschinellen Lernens werden erprobt, um Kompetenzen im Unternehmen aufzubauen.

Apropos Kompetenzen: Das BWI-Team ist immer auf der Suche nach neuen Kolleginnen und Kollegen, die ihr Know-how und ihre Leidenschaft in komplexen IT-Projekten für Bund und Bundeswehr einsetzen wollen. Erfahre mehr über die Perspektiven und Einstiegsmöglichkeiten bei der BWI und gestalte die „IT für Deutschland“.

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