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Karriere

Mehr Hacker ins Business! Was Unternehmen von Hackern lernen können

Auch Facebook führt regelmäßig Hackathons durch. Foto: Peter Cottle / Facebook

Kreativität, unkonventionelle Strategien und technische Brillanz: Keine Frage, Hacker-Qualitäten sind in Unternehmen gefragt. Damit die Zusammenarbeit gelingt, müssen sich allerdings beide Seiten ein Stück weit auf ihr Gegenüber einlassen.

Mehr Hacker ins Business! Ein Auszug aus der aktuellen t3n Nr. 36, die am 28. Mai in den Handel kommt.
Mehr Hacker ins Business! Ein Auszug aus der aktuellen t3n Nr. 36, die am 28. Mai in den Handel kommt.

Etwa 25 junge Menschen haben sich in dem Berliner Coworking-Büro versammelt. Hier findet heute der „Mini Game Jam“ statt: Acht Stunden lang wollen die Teilnehmer, unter ihnen Programmierer, Designer und Entwickler-Neulinge, gemeinsam an kreativen Software-Projekten arbeiten.

Was die hier Anwesenden eint, ist der Spaß am Neuen: Sie wollen Programmiersprachen, Plattformen und Codeabfolgen ausprobieren und bekannte Komponenten neu kombinieren. Der Berliner Mini Game Jam ist ein auf Gaming spezialisierter Hackathon: Das Kofferwort aus „Hack“ und „Marathon“ bezeichnet Events, die sich durchaus bis in die Nacht ziehen können und bei denen die Teilnehmer durch kreative technische Spielereien neue Lösungsansätze erarbeiten.

Hackathons sind die neuen Recruiting-Messen

Nachdem das Oberthema feststeht, finden sich die Hacker zu Gruppen zusammen und legen direkt los. Mittendrin im geschäftigen Durcheinander steht Martin Rosellen. Er ist ebenfalls Informatiker, aber nicht zum Hacken erschienen: Rosellen befindet sich mit einem Startup in der Gründungsphase und sucht einen Entwickler.

„Hackathons: Mehr, als eine Jobmesse leisten kann.“

Beim Game Jam hofft er, einen Mitarbeiter zu finden, dem Spiele nicht fremd sind und der idealerweise auch Design-Erfahrung hat. Ein anspruchsvolles Profil. Aber wo nach so jemandem suchen, wenn nicht bei einem Hackathon wie dem Game Jam? Mit dieser Überlegung ist Rosellen keinesfalls allein: Immer mehr Firmen haben das Veranstaltungsformat in den letzten Jahren als Recruiting-Maßnahme für sich entdeckt. Hier können sie mögliche Kandidaten beim Lösen von Problemen und bei der Arbeit im Team beobachten und zugleich ihre technischen Fertigkeiten auf den Prüfstand stellen.

Schulterblick: Bei Hackathons wie dem Mini Game Jam können Unternehmen potenzielle Jobkandidaten erleben. Foto: Peter Vollmer
Schulterblick: Bei Hackathons wie dem Mini Game Jam können Unternehmen potenzielle Jobkandidaten erleben. Foto: Peter Vollmer

Auch Rosellen weiß die Vorteile des Hackathons für das Recruiting zu schätzen. Hier lernt er einen ganzen Schwung möglicher Kandidaten auf einmal kennen, kann sie direkt ansprechen und ihnen beim Arbeiten sogar über die Schulter schauen. „Etwas, das eine Jobmesse nicht leisten kann“, so Rosellen.

Microsoft: Mit jedem Hack ein bisschen attraktiver

„Von den Ergebnissen eines Hackathons profitieren Unternehmen enorm.“

Auch der Software-Riese Microsoft sucht den Kontakt zur Entwicklerszene mittlerweile über Hackathons. Dabei geht es aber nicht um Recruiting oder darum, Fehler in den eigenen Produkten aufzudecken. Sondern darum, die Verbindungen zu Microsoft-Entwicklern zu halten und zu stärken: „Für uns ist das Teil des Supports“, erklärt Nico Wilhelm, Audience Marketing Manager bei Microsoft Deutschland. Man wolle Entwicklern, die an Windows interessiert sind, einen Austausch ermöglichen und sie mit Experten – nicht nur aus dem eigenen Hause – zusammenbringen, damit sie ihr Wissen ausbauen können.

Uneigennützig ist die Microsoft-Veranstaltung trotzdem nicht. Denn auch das Unternehmen selbst profitiert natürlich von den Ergebnissen der Hackathons: Etwa 25 bis 50 Prozent der Anwendungen, die bei einem Hackathon entstehen, seien am Ende präsentationsfähig, schätzt Wilhelms Kollege Daniel Meixner, der als Evangelist Programmierer für die Microsoft-Plattform begeistern soll.

Und auch wenn letztlich nur ein kleiner Teil davon tatsächlich auf den Markt kommt: Jede innovative App, die beispielsweise für das Windows Phone erscheint, macht schließlich auch das Betriebssystem attraktiver. Und gerade auf diesem Feld kämpft Microsoft bekanntlich gegen etablierte Gegner. Daher bringt das Unternehmen manchmal auch Designer zu den Veranstaltungen mit oder hilft bei der Vermarktung – Dinge, die für den Erfolg einer Software ebenfalls wichtig sind.

Ressourcen schonen, Innovation fördern: Hacker-Kultur in Unternehmen

Wie Microsoft nutzen immer mehr Unternehmen Maßnahmen wie Hackathons, um sich die Ideen und das Know-how kreativer Programmierer zu Nutze zu machen. Dabei geht es ihnen nicht nur um das Abschöpfen externen Potenzials, sondern zunehmend um die Etablierung einer internen Hacker-Kultur.

Wer mit Hackern zusammenarbeitet, muss sich allerdings auch gegenüber ihren eigenen, manchmal unkonventionellen Arbeitsmethoden offen zeigen. Die Zeitabläufe von Codern und ihr ergebnisoffenes Arbeiten gehören ebenso dazu wie die Open-Source-Mentalität und eine Neigung, langwierige Projekte, deren Fertigstellung zu viele Ressourcen kosten würde, einfach mittendrin aufzugeben.

Auch Facebook führt regelmäßig Hackathons durch. Foto: Peter Cottle / Facebook
Auch Facebook führt regelmäßig Hackathons durch. Foto: Peter Cottle / Facebook

Hacker-Kultur in Unternehmen: Schwerpunkt in der t3n Nr. 36

Bei Facebook, Betterplace oder EyeEm trägt die Hacker-Kultur schon längst zur unternehmerischen Wertschöpfung bei. In der t3n 36 zeigt unser Autor Peter Vollmer, was diese und weitere Unternehmen anders machen – und welche Vorteile ihr „Herz für Hacker“ ihnen bringt.

Neugierig geworden? Ab Mittwoch, 28. Mai, ist die t3n 36 im Handel erhältlich. In unserem Pageflip zum t3n Magazin 36 könnt ihr euch 48 Seiten des Magazins anschauen – das funktioniert nicht nur auf eurem Desktop-PC, sondern auch auf eurem Smartphone und Tablet.

Ihr könnt euch im Pageflip 46 Seiten von t3n 36 anschauen. Klickt hierfür einfach aufs Bild.
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Weitere Themen der t3n 36:

  • Startup-Check – 9 spannende Neugründungen in Deutschland kurz vorgestellt
  • Distributed Companies – So funktioniert verteiltes Arbeiten im Team
  • Keine Chance für Cracker – Tipps für sichere Passwörter
  • Bring your own Device – Marktüberblick Mobile-Device-Management-Lösungen
  • Besser priorisieren, organisierter arbeiten – Tools und Apps für die Taskverwaltung im Team
  • Erfolgsmessung im Content Marketing – Mit Planung und Analyse zum optimalen ROI
  • Online-Marktplätze im Griff – Ratgeber für erfolgreichen Multichannel-Vertrieb
  • WordPress-Sicherheit – 5 Tipps für mehr Schutz
  • TYPO3 Neos – Was das Content-Managment-System besser machen will

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