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Mehr Zeit für Android-Updates: USA lockern Beschränkungen für Huawei

Huawei-Logo. (Foto: dpa)

Die US-Regierung gibt Huawei eine Gnadenfrist. Für einen Zeitraum von 90 Tagen sollen bestehende Smartphones und Mobilfunk-Netze weiter versorgt werden können.

Die USA haben die strengen Maßnahmen gegen den chinesischen Huawei-Konzern nach nur wenigen Tagen des Inkrafttretens in Teilen gelockert. Auslöser für das teilweise Umschwenken könnte die Sorge um lokale Netzwerke in den USA gewesen sein.

Huawei bekommt 3 Monate mehr Zeit für Android-Updates

Ab sofort gelte für 90 Tage eine Regelung, die US-Unternehmen einige Geschäfte mit Huawei erlaube, teilte das US-Handelsministerium in der Nacht zum Dienstag mit. Im Fokus der Übergangsregelung stehe vor allem die Versorgung bestehender Smartphone-Modelle sowie den Betrieb von Mobilfunk-Netzwerken mit Huawei-Technik. Für Besitzer von Huawei-Smartphones und -Tablets bedeutet dieser Schritt unter anderem, dass Google die Geräte für den Zeitraum von drei Monaten in vollem Umfang mit Updates und Sicherheitspatches versorgen kann.

Huawei P30 Pro. (Foto: t3n)

Das Huawei P30 Pro und weitere Huawei-Modelle erhalten eine Update-Schonfrist bis zum 19. August. (Foto: t3n)

Damit könnten einige Huawei-Geräte theoretisch sogar noch vom Update auf Android 10 profitieren, das im Laufe des August in finaler Version erscheinen dürfte. Zumindest hieß es Anfang Mai, dass Huawei einige seiner Geräte kurz nach Googles Pixel-Smartphones auf das neue OS hieven wolle. Ob das Unternehmen es schafft, bleibt abzuwarten.

Die Gnadenfrist beziehe sich nur auf Bestandsgeräte, für neue Modelle gelte die Lockerung nicht. Damit könnte Huawei künftige Smartphone-Modelle weiterhin nicht mehr mit vorinstallierten Google-Diensten verkaufen.

Huawei ohne Android: Das bedeutet der Rauswurf für Smartphone-Besitzer

Dass die US-Regierung Huawei einen Aufschub eingeräumt hat, liege in erster Linie daran, dass die Technik des Konzerns in vielen lokalen Mobilfunk-Netzen in den USA installiert sei und ihr Ausfall sie zum Erliegen bringen könnte. In den 90 Tagen hätten Betroffene Zeit, um nach Alternativem zu suchen und sich auf die Änderungen einzustellen, schreibt die US-Regierung. Falls die 90-Tage-Regelung nicht ausreiche, könne das US-Ministerium den Zeitraum verlängern.

Huawei-Chef: „Wir können die gleichen Chips bauen wie die US-Anbieter“

Huawei-Gründer Ren Zhengfei scheint von den massiven Einschränkungen wenig eingeschüchtert zu sein. Sie seien von „geringer Bedeutung“, sagte Zhengfei in einem Interview mit dem chinesischen Staatssender CCTV und anderen chinesischen Medien am Dienstag. Huawei sei laut dem Gründer auf alles vorbereitet – die US-Politiker unterschätzten die Kraft des chinesischen Konzerns, so der Huawei-Gründer weiter.

Huawei-CEO Ren Zhengfei (Foto. dpa)

Huawei-CEO Ren Zhengfei (Foto: dpa)

Chips von US-Mitbewerbern brauche Huawei nicht, der Konzern sei in der Lage, seine eigenen zu fertigen. „Wir können die gleichen Chips bauen wie US-Anbieter“, erklärte der Huawei-Chef weiter. Das bedeute jedoch nicht, dass Huawei keine US-Chips mehr kaufen wolle. In „friedlichen Zeiten“ stamme die Hälfte der von Huawei verbauten Chips aus den USA, die andere Hälfte produziere man selbst. Ren Zhengfei versprach, dass es trotz der US-Maßnahmen keine Verzögerungen bei der Auslieferung von Ausrüstung für den neuen 5G-Datenfunk geben werde.

Für Google hatte Zhengfei positive Worte: Es bezeichnete den Konzern als ein „gutes Unternehmen“, das verantwortungsvoll agiere. Man sei mit dem US-Konzern im Gespräch über eine Lösung.

Mit dpa-Material.

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Ein Kommentar
Frank Nöbel
Frank Nöbel

Hallo!
Welche Alternativen bleiben Huawei beim Betriebssystem? Ich habe gehört Huawei hätte ggf. eine eigene Lösung parat. Stimmt das?
VG
Frank

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