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Meltdown-Patch: Leistung von Intel-Servern bricht teils dramatisch ein

(Foto: dpa)

Die Hersteller haben sich bemüht, die Auswirkungen der Patches für Meltdown und Spectre herunterzuspielen. Erste Berichte von Online-Diensten zeigen aber deutliche Leistungseinbrüche.

Meltdown-Patch: CPU-Last bei Clouddiensten steigt

Schon bei Bekanntwerden der Mega-Sicherheitslücke in Chips von Intel, AMD, Nvidia oder ARM wurde vor Leistungseinbrüchen von bis zu 30 Prozent gewarnt – abhängig von dem Chip-Modell und der zu erledigenden Aufgabe. Linux-Erfinder Linus Torvalds spricht bei Linux von mindestens fünf Prozent. Hersteller und Softwareanbieter spielten mögliche Auswirkungen der schnell bereitgestellten Patches aber herunter. Jetzt zeigt sich, dass es durchaus zu einer deutlichen Steigerung der CPU-Last und damit einem Leistungsabfall kommen kann.

Diese Auswirkungen soll der Meltdown-Patch auf die CPU-Last im Backend von Epic Games gehabt haben. (Bild: Epic Games)

So berichtet Epic Games in seinem Forum, dass die Probleme bei Login und der Stabilität bei dem Online-Game Fortnite auf ein Update der Intel-Server im Rechenzentrum seines Cloudanbieters im Zusammenhang mit einem Meltdown-Patch zurückzuführen seien. In einer Grafik ist ein sprunghafter Anstieg der CPU-Last nach dem Update zu erkennen. Zudem kündigte Epic Games für die laufende Woche weitere Probleme an, da die von dem Anbieter genutzten Clouddienste weiter upgedatet würden.

Auf Twitter meldeten sich weitere Admins und Experten, die von bis zu 20 Prozent gestiegener CPU-Last nach Meltdown-Patches im Cloudbereich berichteten, etwa bei AWS.

Mit Problemen mussten derweil auch Nutzer von Windows-10-Computern kämpfen. Das am 4. Januar von Microsoft veröffentlichte Update arbeitet etwa nicht immer mit einigen Antivirenprogrammen zusammen. Jetzt beschweren sich Windows-Nutzer, die AMD-Systeme verwenden, darüber, dass ihre Computer nach dem Update-Versuch unbrauchbar geworden seien, wie Heise Online berichtet. Auch Browser sollen abstürzen und einige Apps und Treiber nach dem Update nicht mehr zur Verfügung stehen.

Meltdown: Kaum signifikante Abfälle auf Windows-PCs – außer bei SSDs

Für private Computernutzer, die nicht regelmäßig auf schnelle Clouddienste angewiesen sind, dürfte sich nach den Patches allerdings tatsächlich nicht allzu viel ändern, was die Leistung ihrer Geräte angeht. In mehreren Benchmarks der Seite Techspot vor und nach dem ersten Windows-10-Update zeigten sich nur in sehr wenigen Bereichen spürbare Einbußen. Um 23 Prozent langsamer wurde etwa die 4K-Read-Performance einer Samsung SSD 950 Pro. Beim Gaming, 3D-Rendering oder dem ganz normalen Arbeiten gab es dagegen keine messbaren Veränderungen.

In den kommenden Tagen und Wochen werden weitere Benchmarks aber sicher noch detailreichere Einblicke in mögliche Leistungsrückgänge durch das Stopfen der Chip-Sicherheitslücke geben. Infos zu Meltdown und Spectre sowie den betroffenen Geräten und Anbietern finden sich auf dieser Überblicksseite.

Unbedingt lesen: Was man über die große Chip-Sicherheitslücke wissen sollte

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