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Mercedes Vision EQS: So stellt sich der Hersteller die mobile Zukunft vor

Vision EQS: Mercedes Vision vom Auto der Zukunft. (Foto: Mercedes-Benz)

Mercedes-Benz zeigt mit seinem Showcar Vision EQS, wie sich der Konzern die Mobilität der Zukunft vorstellt.

Anlässlich der IAA stellt Mercedes-Benz sein EQS-Konzept für zukünftige Fahrzeugflotten des Herstellers vor. Innerhalb der kommenden 20 Jahre will der Konzern eine Co2-neutrale Neuwagenflotte auf die Beine stellen. Der Vision EQS ist damit weniger ein konkreter Prototyp als eine visuelle Repräsentation der Richtung, in die sich der Autobauer bewegen will.

Reduzierung auf das Wesentliche, Verwendung von Rezyklaten

Dennoch stellt Mercedes natürlich ein konkretes Fahrzeug mit konkreten Eigenschaften vor. Unter Designaspekten fällt zunächst auf, dass das Showcar mit reduzierten Formen und Farben, dabei aber in erheblichem Umfang mit Licht arbeitet. Hunderte von Einzel-LEDs sollen laut Hersteller nicht nur für die sicherheitstechnisch erforderliche Beleuchtung sorgen, sondern eine Form der Kommunikation zwischen Fahrzeug und Umwelt darstellen.

Der Vision EQS. (Foto: Mercedes-Benz)

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Bei der Materialwahl will der Hersteller besonderen Wert auf die Verwendung von Rezyklaten, etwa aus Meeresabfällen oder PET-Flaschen gelegt haben. Lederoptik wird nicht mehr über echte Materialien, sondern über künstlich hergestellte Imitate erzeugt.

Vision EQS mit Sportwagenantrieb

Hinsichtlich der Antriebstechnik setzt der Vision EQS vorerst auf einen batteriebetriebenen Allradantrieb. Dabei kommt ein Elektromotor pro Achse zum Einsatz, dessen jeweilige Leistung je nach Anforderung achsvariabel verteilt werden kann. Die Batterien sind zwischen den Achsen im Fahrzeugboden verbaut, was zu einem tiefen Schwerpunkt nebst entsprechend stabilem Fahrverhalten führen soll.

Der Vision EQS ist in bestimmten Anwendungsfällen zu hochautomatisiertem Fahren nach Level 3, etwa bei langen Autobahnfahrten, in der Lage. Das bedeutet, dass das Fahrzeug selbständig fährt und der Fahrer sich sogar zeitweise vom Verkehr abwenden darf. Mercedes will das System so entwickelt haben, dass es bis hin zu vollautomatisiertem Fahren nach Level 5 erweitert werden könnte. Dabei wäre der Fahrer nurmehr Passagier.

Der Vision EQS. (Foto: Mercedes-Benz)

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Mit mehr als 350 Kilowatt Leistung und einem Drehmoment von rund 760 Newtonmeter soll der Vision EQS in unter 4,5 Sekunden von Null auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigen und eine Spitzengeschwindigkeit von mehr als 300 Kilometer pro Stunde erreichen können. Die Reichweite gibt Mercedes mit bis zu 700 Kilometern nach WLTP an.

Die Batterie verfügt über eine Kapazität von 100 Kilowattstunden und könnte theoretisch bei einer Ladeleistung von 350 Kilowatt innerhalb von lediglich 20 Minuten auf 80 Prozent geladen werden. Entsprechende Ladestationen müssten indes erst noch geschaffen werden.

Die Antriebsplattform wurde modellübergreifend konzipiert und könnte nach Unternehmensangaben mit leichten Modifikationen auf die Fahrzeuge der Gruppe angepasst werden. Mercedes spricht hier von einem modularen Systembaukasten.

Viel Licht, wenig Schatten durch reduzierte Linienführung

Licht spielt beim Vision EQS eine bedeutende Rolle. Hier hat sich Mercedes bei der Außenbeleuchtung für rotierende Weißlicht-LEDs entschieden, die mit bis zu 2.000 Umdrehungen pro Minute den optischen Eindruck freischwebender Lichtpunkte vermitteln. Das unterstreicht die futuristische Optik des Showcars auf besondere Weise. Inwieweit sich dieses Konzept letztlich in einem Serienfahrzeug halten kann, bleibt abzuwarten.

Der Vision EQS. (Foto: Mercedes-Benz)

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Im Innenraum setzt Mercedes auf eine durchgängige, touch-basierte Projektionsfläche als Armaturentafel, was neue Arten der Darstellung von Infotainment-Inhalten erlaubt. Ansonsten stellt sich auch der Innenraum des Showcars als auf das Wesentliche reduziert dar.

Aufbau von Ladestationen und Vereinfachung von Abrechnungsmodalitäten als Konzernaufgabe

Mercedes engagiert sich im Industrieverbund Ionity und arbeitet gemeinsam mit BMW, Ford und Volkswagen daran, eine Schnellladeinfrastruktur entlang der europäischen Hauptverkehrsachsen aufzubauen. Von 400 bis 2020 geplanten Stationen sind bislang über 100 in Betrieb. Wo möglich, soll ausschließlich grüner Strom angeboten werden.

Das System „Mercedes me Charge“ vereinfacht die Anmeldung und Abrechnung von Ladevorgängen an öffentlichen Ladestationen.

Der Vision EQS ist ein BEV, aber für Mercedes ist das keine zwingende Vorgabe

Mit dem Vision EQS setzt Mercedes voll auf Akkustrom als Energieträger. Dabei appelliert der Konzern indes grundsätzlich an die Politik, keine zwingenden Festlegungen hinsichtlich konkreter Antriebsformen festzulegen, sondern dem Wettbewerb die Ermittlung der besten Energieart zu überlassen. Laut Mercedes gehören hier nicht nur die Akku-Technologie, sondern auch die Brennstoffzelle oder synthetische Kraftstoffe in die Betrachtung. Als alleiniges Ziel schlägt der Konzern die Co2-Neutralität der Methode vor.

Weiterhin bekennt sich Mercedes zum Luxusauto und vor allem zur individuellen Mobilität als Ausdruck der persönlichen Freiheit. Hinsichtlich beider Aspekte scheint heutzutage die politische Unterstützung unsicher.

Passend dazu: Mercedes-Benz kündigt vollelektrischen Premium-Van EQV an

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Ein Kommentar
Torsten der Zauberer
Torsten der Zauberer

Da bin ich ja mal gespannt, wie schnell die Lobbyisten § 49a StVZO kippen werden. Schließlich hindert der seit Jahren Tuner zuverlässig daran aus ihren Autos Discokugeln zu machen, wie man sie teilweise aus dem Ausland gewohnt ist…

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