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Michael Berg von LOVOO: „2025 werden nur noch wenige Menschen Smartphones benutzen”

(Grafik: LOVOO)

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Der iOS-Developer Michael Berg erklärt im Gespräch, worin aktuell seine größte Herausforderung liegt, welche Rolle Machine Learning im Development spielt und wie für ihn die App-Entwicklung im Jahr 2025 aussieht.

Michael Berg von LOVOO im Gespräch über Trends und Technologien in der App-Entwicklung. (Foto: LOVOO)

Michael Berg ist iOS-Developer bei der Onlinedating-Plattform LOVOO. Vor seinem Auftritt als Speaker bei der DecompileD Conference 2018 erklärt er im Interview, welche Herausforderungen, Trends und Zukunftsvisionen ihn aktuell beschäftigen.

Hi Michael! Lass uns direkt einen Kopfsprung ins Thema machen: Was ist die größte Herausforderung für dich als iOS-Developer bei LOVOO?

Michael: Die mit Abstand größte Herausforderung für uns ist, die Codebasis aktuell und modern zu halten, ohne von Zeit zu Zeit alles neu zu schreiben. Für viele Entwickler ist es ein Qualitätskriterium, wenn jemand groß ankündigt, dass eine App „von Grund auf neu geschrieben“ wurde. Solche Aussagen finde ich furchtbar. Denn durch das Neuschreiben einer App verliert man nicht nur jede Menge veraltete Technologie, sondern im selben Atemzug auch jede Menge Wissen über das System – behobene Bugs, Grenzfälle, Verbesserungen für kleinere Nutzergruppen.

Auch die Kosten dieser sogenannten „geplanten Refactorings“ stehen in keinem Verhältnis zum Ergebnis. Deshalb legen wir großen Wert darauf, alte Codebestandteile zu behalten und immer wieder kleine Teile daraus zu modernisieren, wenn wir Änderungen an diesen Stellen machen müssen. Es gibt integrale Bestandteile unserer App, die 2009 geschrieben wurden. Vor neun Jahren! Und sie funktionieren zuverlässig. Warum sollten wir sie neu schreiben, nur weil es mittlerweile jede Menge tolle neue Technologien gibt? Das Einzige, das sich dadurch für die Nutzer ändern kann, ist, dass neue Bugs eingebaut werden.

Swift wurde zwischenzeitlich totgesagt, mittlerweile ist sie ähnlich beliebt wie Objective-C. Wie schätzt du die Zukunft von Apples Programmiersprache ein?

Michael: Großartig! Wenn man sich anschaut, wie Apple mit Swift umgeht, sieht man schnell, dass Swift in Zukunft eine immer größere Rolle spielen wird. Auf der jährlichen WWDC-Konferenz zeigt Apple mittlerweile ausschließlich Swift-Codebeispiele. Sie investieren viel im Bildungssektor und die Idee dahinter ist einfach: An den Universitäten lernen viele Studenten heutzutage immer noch das Programmieren mit Java. Wenn diese Studenten dann die Universität verlassen, denken viele von ihnen „Hmm, ich kann Java, also bin ich wohl ein Java-Entwickler“ und werden entweder Backend- oder Android-Entwickler. Das möchte Apple ändern.

Ob es ihnen gelingt oder nicht: Swift ist moderner und leichter zu erlernen im Vergleich zu Objective-C. Und auch wenn es hier und da noch Schwierigkeiten beim produktiven Einsatz gibt: Swift gehört die Zukunft. Seit knapp drei Jahren schreiben wir bei LOVOO neuen Code fast ausschließlich in Swift. Mittlerweile sind 35 Prozent der Codebasis in Swift geschrieben.

Welche Rolle spielt Machine Learning bei deiner Arbeit?

Michael: Eine erstaunlich große Rolle. Auch wenn wir gerade im mobilen Bereich noch in den Anfängen stecken, was Machine Learning angeht, hat sich LOVOO bereits vor einigen Jahren auf die Fahne geschrieben, „Machine Learning first“ zu sein. Das führte dazu, dass wir recht schnell erkannten, wie mächtig Machine Learning uns im Bereich Anti-Spam oder User-Matching unterstützen kann.

Alle zwei Wochen gibt es bei LOVOO ein ganztägiges Event – ähnlich einem Barcamp –, an dem man technologieübergreifend von anderen Mitarbeitern oder in Online-Kursen dazulernen kann. Dadurch ist mittlerweile jeder Mitarbeiter mit Machine Learning in Berührung gekommen und versteht, wann, wie und wofür man es einsetzen kann. Das hat tatsächlich dazu geführt, dass nun alle Entwickler zuerst überlegen, ob man gewisse komplexe Probleme vielleicht viel einfacher mit Machine Learning lösen kann. Selbst auf vergleichsweise leistungsschwachen Plattformen wie mobilen Geräten.

Ein Ausblick: Wie stellst du dir App Development im Jahr 2025 vor?

Michael (lacht): Das ist eine exzellente Frage! Ich persönlich glaube daran, dass 2025 nur noch wenige Menschen Smartphones benutzen werden. Bereits jetzt spricht vieles dafür, dass in den nächsten Jahren AR-Brillen auf den Markt kommen werden, die dem Nutzer viel mehr Vorteile bieten als Smartphones es derzeit können. Intel hat mit dem VAUNT Project ja bereits einen interessanten Proof-of-Concept vorgelegt und dass Apple bereits an dieser Technologie arbeitet, ist ein offenes Geheimnis.

So schön Smartphones im Vergleich zur Technologie von vor zehn Jahren auch sind – zwei Finger scheinen mir als Eingabemethode doch recht begrenzt. Die Entwicklung wird sich dann eher weg von Apps bewegen, hin zu Plugins für bestehende Oberflächen. So ähnlich, wie wir es letztes Jahr mit den Chatbots gesehen haben. Warum sollte ich eine App aktiv selber öffnen müssen, wenn die betreffenden Informationen bereits im richtigen Moment automatisch für mich angezeigt werden können?

Was wünscht du dir als Developer, zehn Jahre nach dem Release des iPhone SDK, von Apple?

Michael: Im Großen und Ganzen kann man sich hier eigentlich nicht beschweren. Das iOS SDK ist recht mächtig und erlaubt eine unglaubliche Vielzahl an unterschiedlichen Apps und Geschäftsmodellen. Eine einheitliche API zwischen macOS und iOS würde ich begrüßen. Und die Entwicklertools könnte man noch weiter verbessern. Da gibt es beispielsweise bei React Native mit Hot Reloading Features, die die Produktivität massiv steigern. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau.

Was erwartet die Besucher und Besucherinnen der DecompileD 2018 bei deinem Vortrag?

Michael: Im Moment gibt es zwei Personengruppen: Mobile Developer, die noch nicht viel mit Machine Learning zu tun hatten und Data Scientists, die in der Regel nicht oft mit mobiler Entwicklung in Berührung kommen. Für beide ist mein Vortrag mit dem Titel „Local Machine Learning on Mobile Devices with CoreML“ spannend. Ich möchte damit auf der einen Seite mobilen Entwicklern die Angst vor diesem komplexen Thema nehmen und demonstrieren, wie einfach die Integration in eine bestehende App ist. Auf der anderen Seite möchte ich Data Scientists aufzeigen, wie einfach es sein kann, ihre Models in ein Format zu bringen, das leicht in Apps eingebaut werden kann.

Die DecompileD Conference 2018 im Überblick

(Foto: Shutterstock)

Die DecompileD Conference ist das Event für die echten Macher der Tech-Szene. Branchenexperten – zum Beispiel von Google, Zalando, LOVOO, Vodafone oder der New York Times – teilen in 23 Talks auf zwei Tracks ihre Erfahrungen und zeigen Best Practices aus dem Mobile und Cloud Engineering. Engineers und Developers erhalten praxisrelevantes Wissen, Startup-Gründer, Product Owner und Decision Maker können aktuelle technologische Herausforderungen und den State-of-the-Art dank direkter Anwenderberichte besser verstehen.

Datum und Ort

  • Freitag, den 6. April 2018
  • Parkhotel Dresden, Bautzner Landstraße 7, 01324 Dresden

Themen

  • Software Engineering
  • Development
  • Mobile
  • Cloud
  • Machine Learning

Tickets: t3n-Leser sparen 20 Prozent

Ein reguläres Ticket für die DecompileD Conference kostet 190 Euro. Zudem sind limitierte „Sponsored by LOVOO“-Tickets für 90 Euro und Studenten-Tickets für circa 65 Euro erhältlich. Für t3n-Leser gibt es ein besonderes Special: Mit dem Code ILOVET3N bekommt ihr 20 Prozent Rabatt auf eure Eintrittskarte.

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Eine Reaktion
cHaOsStyle

LOVOO, ist das nicht die Firma bei der es eine Razzia mit Verhaftungen gab wegen Betrugs?

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