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Außerordentliches Update: Microsoft deaktiviert Spectre-2-Patches für Windows

(Foto: dpa)

Alle Windows-Rechner mit noch unterstütztem Betriebssystem und einem Broadwell-, Haswell- oder Skylake-Chip bekommen ein außerplanmäßiges Update – das ein vorheriges Update deaktiviert. Microsoft will es erst wieder freigeben, wenn Intel Probleme behoben hat.

Microsoft hat ein außerplanmäßiges Update für alle aktuell unterstützten Versionen von Windows veröffentlicht, mit dem Patches gegen die CPU-Sicherheitslücke Spectre 2 rückgängig gemacht werden. Das Update wurde, zusammen mit den Mitigationen gegen Meltdown, am 3. Januar erstmals verteilt. Zuvor hatte Intel Probleme mit den Microcode-Updates in einigen Prozessoren zugegeben und neue Versionen der Patches angekündigt.

Microsoft: Außerplanmäßiger Windows-Patch für Versionen 7, 8.1 und 10

Microsofts außerplanmäßiger Patch wird für Windows in den Versionen 7, 8.1 und 10 verteilt und hat die Bezeichnung KB4078130. Auch alle aktuellen Server-Versionen von Windows sollen den Patch bekommen. Nach Angaben von Microsoft können die Patches nicht nur zu unerwünschten Neustarts führen, sondern auch zu „Datenverlust und -beschädigung.” Betroffen sind Intel-CPUs der Generationen Skylake, Broadwell und Haswell, eine komplette Darstellung gibt es bei Intel (PDF).

Microsoft bezieht sich auf Intels Warnung vor den eigenen Microcode-Updates und zieht die Softwarepatches gegen Spectre 2 (Branch Target Injection Vulnerability, CVE-2017-5715) vorläufig zurück. Außerdem stellt Microsoft erfahrenen Anwendern eine Anleitung bereit, mit der die entsprechenden Patches über einen Registry-Eintrag deaktiviert werden können.

Microsoft weist darauf hin, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Angriffe auf CVE-2017-5715 bekannt seien und eine Deinstallation daher problemlos möglich sei. Die Patches sollen wieder eingespielt werden, wenn die Probleme mit dem Microcode von Intel behoben sind.

Meltdown-Patches weiter aktivieren

Die Patches gegen Meltdown sollten Nutzer hingegen aktivieren – denn hier sind bereits erste Exploits im Umlauf. Angriffe können unter bestimmten Voraussetzungen auch aus der Ferne ausgeführt werden. Aus diesem Grund haben auch Browserhersteller Updates gegen Meltdown veröffentlicht.

Autor des Artikels ist Hauke Gierow.

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