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Analyse

Microsofts Umsatz mit Azure verdoppelt: Endgegner Amazon rückt näher

Satya Nadellas Strategie geht auf: Microsofts Cloud-Dienste sind gefragt wie nie. Doch an Amazon kommt der Konzern so schnell nicht vorbei.

Microsoft verdoppelt Umsatz mit der Azure-Cloud

Der IT-Sektor hat sich in den letzten zehn Jahren enorm gewandelt. Ein Wandel, der unter Microsofts ehemaligem CEO Steve Ballmer zumindest teilweise verschlafen wurde. Erst viel zu spät stieg der streitbare Manager in den Smartphone-Sektor ein und auch im Bereich der Online-Dienste engagierte sich sein Konzern erst spät – zum Ungemach der Börse. Als Satya Nadella 2014 den Chefposten bei Microsoft übernahm, erhofften sich Investoren eine Trendwende. Ein Blick auf die aktuellen Geschäftszahlen zeigt, dass die gelungen ist.

Im vergangenen Quartal wuchs Microsofts Umsatz um 13 Prozent. Gleichzeitig konnte der Konzern den Gewinn beinahe verdoppeln. Der Wachstumstreiber war dabei das Cloud-Geschäft, also genau jener Unternehmensbereich, den Nadella vor seinem Aufstieg zum CEO zu verantworten hatte.

Der Umsatz mit der Azure-Cloud wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 97 Prozent. Insgesamt stieg der Umsatz mit Cloud-Diensten für den Unternehmenseinsatz und Server-Produkten um elf Prozent auf 7,43 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn stieg sogar um 15 Prozent auf 2,5 Milliarden US-Dollar. Ein direkter Vergleich mit dem Branchenprimus Amazon Web Services (AWS) ist an der Stelle allerdings schwierig, da Microsoft die genauen Umsatzzahlen für Azure nicht veröffentlicht hat.

Azure und Co.: Microsofts Cloud-Engagement macht sich bezahlt. (Grafik: Microsoft)

AWS bleibt der Endgegner im Cloud-Game

Während Analysten davon ausgehen, dass Microsoft den Abstand zu AWS im Jahr 2017 deutlich verringert, dürfte Amazon auch weiterhin der König der öffentlichen Cloud bleiben. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich der Handelsriese als einer der First-Mover einen deutlichen Vorteil erarbeiten konnte. Immerhin war AWS schon vier Jahre vor Azure am Markt.

Mittlerweile ist aber auch Azure längst ein erwachsenes Produkt. Und wie wir am Wachstum sehen können, bleibt es auch in der neuen Cloud-Welt ein Vorteil, dass Microsoft eine starke Präsenz im IT-Bereich vieler Unternehmen hat. Gleichzeitig hat Microsoft den Vorteil, dass Azure auch als On-Premise-Lösung verfügbar ist, was den Aufbau von Hybrid-Cloud-Lösungen vereinfacht. Solche Lösungen sind mittlerweile zwar auch auf AWS-Basis möglich, Microsoft kann hier jedoch mit Einfachheit punkten.

Microsoft und Open Source: Noch vor wenigen Jahren undenkbar. (Bild: Microsoft)

So passt Microsofts Open-Source-Engagement ins Bild

„Linux ist ein Krebs, der sich im Sinne des intellektuellen Eigentums an alles heftet, was es berührt“, hat Microsofts Ex-CEO Ballmer einmal gesagt. Unter Nadella ist von dieser Ablehnung der Open-Source-Community nicht mehr viel übrig. Zu Recht: Es sind Open-Source-Technologien, die hinter allen großen Internet-Projekten stehen. Um mit der Konkurrenz mithalten zu können, musste hier ein Umdenken stattfinden.

Und tatsächlich engagiert sich Microsoft wie nie zuvor in diesem Bereich. Die Firma ist mittlerweile .NET Core unter einer freien Lizenz veröffentlicht. Auch das gehört zur Cloud-Strategie: Mit vielen Kunden die freie Software in Kombination mit den eigenen Diensten nutzen – so lässt sich in der Welt der Cloud einfach mehr verdienen als mit wenigen Kunden von proprietärer Software. Gleichzeitig hilft das Feedback der Community dabei, nicht den Anschluss zur Konkurrenz zu verlieren.

Ebenfalls interessant: Satya Nadella: So liefen die ersten 1.000 Tage als Microsoft-CEO

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2 Reaktionen
PeteW

Als Microsoft Aktionär würde ich mich freuen. Als Mitglied der Zivilgesellschaft finde ich die Entwicklung bedrohlich.

Nie war die Konzentration von Informationen, Daten und auch Geheimnisse bei so wenigen Akteuren konzentriert. Nie waren so viele Prozesse - kritische und unkritische - abhängig von so wenigen Unternehmen.

Warum ist das bedrohlich?

Microsoft und Amazon, die zwei im Artikel erwähnten Unternehmen, sind auch im Bereich Künstliche Intelligenz führend. Eine nahezu unbeschränkte Analyse, Interpretations und Auswertungsressource, wie sie die KI bietet, in Kombination mit einer gewaltigen Datenbasis, hmmm, die Stasi wäre einfach nur neidisch gewesen. Klar, kann man auch für viel gutes verwenden. Aber halt auch für viel negatives.

Die Apostel der Konzentration, der Skalenerträge, der Economics of Scope haben bereits 2009 in der Finanzkrise Ihr Waterloo erlebt. Die größte Bank der Welt, die Citigroup, war ein Bail-out Kandidat. Es hiess: Die ist so diversifiziert, die kann gar nicht Pleite gehen. Naja, heute hat man das wohl schon wieder vergessen. Das gilt für den Bankensektor, wo die Konzentration höher den je ist, genauso wie für die IT.

PeteW

Als Microsoft Aktionär würde ich mich freuen. Als Mitglied der Zivilgesellschaft finde ich die Entwicklung bedrohlich.

Nie war die Konzentration von Informationen, Daten und auch Geheimnisse bei so wenigen Akteuren konzentriert. Nie waren so viele Prozesse - kritische und unkritische - abhängig von so wenigen Unternehmen.

Warum ist das bedrohlich?

Microsoft und Amazon, die zwei im Artikel erwähnten Unternehmen, sind auch im Bereich Künstliche Intelligenz führend. Eine nahezu unbeschränkte Analyse, Interpretations und Auswertungsressource, wie sie die KI bietet, in Kombination mit einer gewaltigen Datenbasis, hmmm, die Stasi wäre einfach nur neidisch gewesen. Klar, kann man auch für viel gutes verwenden. Aber halt auch für viel negatives.

Die Apostel der Konzentration, der Skalenerträge, der Economics of Scope haben bereits 2009 in der Finanzkrise Ihr Waterloo erlebt. Die größte Bank der Welt, die Citigroup, war ein Bail-out Kandidat. Es hiess: Die ist so diversifiziert, die kann gar nicht Pleite gehen. Naja, heute hat man das wohl schon wieder vergessen. Das gilt für den Bankensektor, wo die Konzentration höher den je ist, genauso wie für die IT.

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