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Bing: Microsoft-Suchmaschine in China offenbar gesperrt

(Bild: chrisdorney / Shutterstock)

Microsofts Suchmaschine ist in China offenbar gesperrt worden. Es war die letzte große westliche Suchmaschine, die in dem Land verfügbar war.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet, ist Bing von China aus nicht mehr erreichbar. Einem Bericht der Financial Times zufolge wurde die Suchmaschine von dem staatseigenen Telekommunikationskonzern China Unicom auf Geheiß der Regierung blockiert. „Wir können bestätigen, dass Bing in China derzeit nicht erreichbar ist und klären derzeit die nächsten Schritte“, heißt es in einem Statement von Microsoft.

Internetzensur ist nicht ungewöhnlich in China. Anbieter wie Facebook, Instagram oder Twitter sind bereits seit Jahren nicht mehr von dort zugänglich. Bing blieb davon aber bislang verschont, da Microsoft die Suchergebnisse für den chinesischen Raum selbst zensierte und sich damit an die staatlichen Vorgaben hielt. Google hatte das noch vor einigen Jahren abgelehnt und sich 2010 von dem chinesischen Markt zurückgezogen. 2018 wurde dann allerdings bekannt, dass Google unter dem Namen Dragonfly an einer zensierten Suche für den chinesischen Markt arbeitet. Das führte auch innerhalb des Suchkonzerns zu Kritik.

Chinas Suchmarkt wird von Baidu kontrolliert

Während Google den westlichen Suchmarkt kontrolliert, dominiert in China die 2000 gegründete Suchmaschine Baidu den Markt. Das Unternehmen konnte wie kein anderes von Googles Ausstieg aus dem chinesischen Markt profitieren. 2018 entfielen auf die börsennotierte Suchmaschine 80 Prozent des dortigen Such-Traffics. Baidu arbeitet eng mit den chinesischen Behörden zusammen, um staatskritische Inhalte zu zensieren.

In die Kritik geriet die Suche in China aber vor allem, weil sie Werbekunden ungekennzeichnete Plätze in den Suchergebnissen verkauft hatte. Das soll 2016 zu dem Tod eines krebskranken Chinesen geführt haben, der sich über Behandlungsmethoden informieren wollte und durch eine nicht gekennzeichnete Werbung bei einer experimentellen Behandlung gelandet war. Der Vorfall führte zu einem großen Medienecho und brachte die Regierung dazu, neue Kennzeichnungspflichten für Werbung einzuführen.

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