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Microsoft fordert klare Ethikregeln für künstliche Intelligenz

Microsoft: Chefjustiziar Brad Smith und KI-Vize Harry Shum haben das Vorwort zu „The Future Computed“ geschrieben. (Foto: Microsoft)

Geht es nach Microsoft, dann ist es höchste Zeit, dass wir uns als Gesellschaft auf grundlegende Regeln für den Einsatz von KI-Systemen festlegen. Denn allzu viel Zeit bleibt uns nicht mehr.

Ein wenig überraschte es schon, als Microsofts Chefjustiziar Brad Smith ausgerechnet Pferde als Beispiel nutzte, um über die gewaltigen Umwälzungen zu sprechen, die unsere Gesellschaft durch künstliche Intelligenz erleben wird. Dabei hatte Smith, der am Montag nach Berlin gekommen war, um das von ihm mitverfasste Buch „The Future Computed“ vorzustellen, gar nicht so unrecht mit dem Vergleich. Denn als das Automobil die Pferde ersetzte, hatte das wirtschaftliche Folgen, von denen längst nicht alle vorher abzusehen waren.

Dass der Markt für Kutschen einbrechen, oder die Nachfrage nach Automechanikern ansteigen würde, dürfte damals einigermaßen offensichtlich gewesen sein. Vermutlich hatten aber deutlich weniger Zeitgenossen damit gerechnet, welche Auswirkungen das Automobil auf den Agrarsektor haben würde. So sorgte die sinkende Nachfrage nach Futtergetreide dafür, dass Bauern vermehrt Weizen anpflanzten, was zu einem Überangebot und sinkenden Preisen führte.

Künstliche Intelligenz wird ebenso absehbare wie nicht absehbare Folgen für den Arbeitsmarkt, die Wirtschaft und andere Gesellschaftsbereiche haben. Um diesen Herausforderungen frühzeitig zu begegnen, fordern die Autoren von „The Future Computed“ – das von Microsoft als kostenfreies E-Book veröffentlicht wurde –, dass Staat, Wirtschaft und Gesellschaft sich möglichst bald auf grundlegende ethische Regeln zum Umgang mit der Technologie einigen.

Künstliche Intelligenz: Fehlende Diversität führt zu Problemen

In dem Buch fordern Smith und seine Microsoft-Kollegen, dass alle KI-Systeme der Zukunft einer Reihe von ethischen Prinzipien entsprechen müssen. Darunter auch die Forderung, dass eine künstliche Intelligenz niemanden ausgrenzen dürfe. Genau das haben Bilderkennungssysteme, als Vorreiter für marktreife KI, in der Vergangenheit leider bereits häufiger getan. So wurden mehrfach Bilderkennungssysteme auf den Markt gebracht, die sich außerstande sahen, Menschen zu erkennen die keine weiße Haut hatten.

Das Problem war in dem Fall, dass die Entwicklerteams nicht auf die Idee gekommen sind, bei den Trainingsdaten für ihre KI auch Gesichter von Menschen mit unterschiedlichen Hautfarben einzusetzen. Was beim Kauf einer Webcam mit Gesichtserkennung ärgerlich ist, könnte bei weitreichenderen KI-Systemen für die Betroffenen allerdings zu viel größeren Problemen führen. Daher plädierte Smith bei seinem Auftritt in Berlin dafür, dass Diversität bei der Entwicklung und dem Training von künstlicher Intelligenz eine wichtige Rolle spiele.

Interessanterweise sieht Smith in künstlicher Intelligenz nicht nur für Entwickler, sondern auch für die Geisteswissenschaften eine enorme Chance. Wenn Computer zunehmend wie Menschen agieren, dann reichen rein technische Kompetenzen nicht mehr aus. Von der Geschichtswissenschaft, über die Psychologie bis zur Philosophie könnten wichtige Ansätze kommen, um die KI-Systeme der Zukunft auch mit den ethischen Skills auszurüsten, die ein Nebeneinander von intelligenten Maschinen und Menschen nötig machen werden.

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