News

Microsoft: Mitarbeiter kritisieren Vertrag mit US-Einwanderungsbehörde

Demonstration vor einer Außenstelle der US-Behörde Immigration and Customs Enforcement. (Foto: dpa)

In einem offenen Brief kritisieren Microsoft-Mitarbeiter, dass ihr Arbeitgeber Geschäfte mit der US-amerikanischen Einwanderungsbehörde ICE macht. Auf Geheiß des US-Innenministers hat die Behörde rund 2.000 Kinder von Einwanderern von ihren Eltern getrennt und in Auffanglagern untergebracht.

In einem offenen Brief haben sich mehr als 100 Microsoft-Mitarbeiter an Firmenchef Satya Nadella gewandt. Darin fordern sie Nadella auf, einen bestehenden Vertrag mit United States Immigration and Customs Enforcement (ICE) aufzukündigen. Der Vertrag hat ein Volumen von 19,4 Millionen US-Dollar. ICE ist eine Polizeibehörde, die unter anderem für unerlaubte Zuwanderung zuständig ist. Aufgrund der im Frühjahr 2018 von US-Justizminister Jeff Sessions ausgerufenen „Null-Toleranz-Politik“ hat die Behörde zwischen April und Mai rund 2.000 Kinder von Einwanderern von ihren Eltern getrennt und in Lagern oder in Pflegefamilien untergebracht. Das Vorgehen hat in den USA und international für Kritik gesorgt.

In ihrem Brief erklären die Microsoft-Mitarbeiter, dass sie an dem Vorgehen der ICE keine Mitschuld tragen wollen. Microsoft-CEO Nadella hat zwischenzeitlich in Form einer E-Mail an die Mitarbeiter geantwortet. Darin bezeichnet der Microsoft-Chef das Vorgehen der US-Behörden als „grausam“ und „abscheulich“. Gleichzeitig erklärt er, Microsoft würde den US-Behörden keine Dienste liefern, die zur Trennung von Familien genutzt würden. Der Software-Konzern stelle ICE lediglich Mail-, Kalender-, Messaging- und Dokumentenverwaltungsdienste zur Verfügung.

Die Unterzeichner dürfte dieser Hinweis kaum befriedigen. Schon in ihrem ursprünglichen Schreiben nehmen sie Bezug auf eine ähnliche Äußerung von Microsofts Chefjustiziar Brad Smith und erklären, dass ihnen das nicht weit genug ginge. „Wir liefern die technische Unterstützung für eine Behörde, die aktiv diese unmenschliche Politik umsetzt“, kritisieren sie in dem Brief und fordern von Nadella, dass Microsoft klare ethische Richtlinien aufstellt, aus denen hervorgeht, dass der Konzern nicht mit Kunden zusammenarbeitet, die gegen die Menschenrechte verstoßen.

Tech-CEO kritisieren Trumps Immigrationspolitik

Videos und Bilder von Kindern, die von den US-Behörden von ihren Eltern getrennt und in Auffanglager gebracht wurden, haben in den USA Empörung ausgelöst. Auch einige CEO der Techbranche haben das Vorgehen der Trump-Regierung öffentlich kritisiert. „Ich denke, was da passiert, ist unmenschlich“, erklärte Apple-Chef Tim Cook in einem Interview mit der Irish Times. Google-CEO Sundar Pichai, Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, Twitter-CEO Jack Dorsey, Tesla-Chef Elon Musk sowie die Firmenchefs von Uber und Cisco haben sich ähnlich geäußert.

Ebenfalls interessant:

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.