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Microsoft will seine US-Zulieferer zu bezahlter Elternzeit verpflichten

Eine bezahlte Elternzeit hilft jungen Eltern für ihren Nachwuchs da zu sein. (Foto: Shutterstock-Tania Kolinko)

Dass frisch gebackene Eltern sorglos für den Nachwuchs da sein können – dafür setzt Microsoft sich ein. Der Tech-Konzern will Partnerunternehmen künftig zur bezahlten Elternzeit verpflichten.

In Deutschland haben Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf bezahlte Elternzeit. In den USA und vielen weiteren Ländern ist das nicht der Fall. Microsoft will jetzt seine US-Zulieferer dazu verpflichten, ihren Angestellten mindestens zwölf Wochen bezahlte Elternzeit zu bieten. Die Regelung des Technologiekonzerns solle für Partnerunternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten gelten, die „substanzielle Arbeit für Microsoft ausübten“, erklärt Dev Stahlkopf, Leiterin der Rechtsabteilung. Angestellte dieser Firmen sollen bei Geburt oder Adoption eines Kindes bis zu 1.000 Dollar (knapp 860 Euro) pro Woche erhalten.

Bezahlte Elternzeit bei Microsoft seit 2015

„Wir beobachten seit langem, dass die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Vielfältigkeit unserer Beschäftigten zum Erfolg von Microsoft beitragen“, schrieb Dev Stahlkopf im Unternehmensblog. Microsoft selbst bietet seinen Beschäftigten ebenfalls seit 2015 eine Reihe von Urlaubs- und Elternzeitregelungen an. Die gehen sogar über das normale Maß ausübender Firmen in den USA hinaus. Microsoft übt nicht das erste Mal seinen Einfluss auf Partner aus. Vor drei Jahren verlangte das Unternehmen von seinen großen Zulieferern, den eigenen Beschäftigten mindestens 15 Tage bezahlten Urlaub zu geben.

„Wenn Eltern sich frei nehmen können, um für ihre Familien zu sorgen, profitieren alle.“

In den USA gibt es bislang nur einen landesweiten Rechtsanspruch auf eine unbezahlte dreimonatige Elternzeit für Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten. In dem Blogpost zitiert Microsoft entsprechende Zahlen, wonach nur 13 Prozent der Angestellten in der US-amerikanischen Privatwirtschaft die Möglichkeit haben, bezahlte Elternzeit in Anspruch zu nehmen. Die USA sind das einzige Land der 41 Mitgliedsländer der OECD, wo es keinen gesetzlich geregelten bezahlten Elternurlaub gibt. Ein Umstand, dem sich nicht nur Arbeitnehmerverbände, sondern zunehmend auch die Bevölkerung bewusst ist.

Derzeit finde deshalb auch eine nationale Debatte darüber statt, die erste Erfolge verzeichnet. So hat der Staat Washington bereits bekanntgegeben, im Jahr 2020 per Gesetz bezahlte Elternzeit zu ermöglichen. Microsoft möchte sich dem Thema mit Tatsachenschaffung anschließen. Melinda Gates, die Frau des Microsoft-Mitbegründers Bill Gates, begrüßt den Schritt. „Wenn Eltern sich frei nehmen können, um für ihre Familien zu sorgen, profitieren alle – die Kinder, die Unternehmen und die Gemeinden. Großartig, dass @Microsoft als Vorbild voran geht“, schrieb sie auf Twitter.

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