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Analyse

Wie Microsoft Android zum idealen mobilen OS für Windows-Nutzer macht

Microsoft-Apps auf Android. (Foto: t3n.de)

Windows und Android wachsen dank Microsoft immer enger zusammen. Das Unternehmen arbeitet seit Jahren an Apps und Tools, mit denen ihr euer Smartphone nicht mehr in die Hand nehmen müsst – bald könnt ihr auf viele Smartphone-Inhalte direkt von eurem Rechner zugreifen.

Microsoft hat seine mobile Plattform – Windows Phone respektive Windows 10 Mobile – untergehen lassen. Das Unternehmen hätte mit einer erfolgreichen mobilen Plattform in Kombination mit Windows 10 eine Antwort auf Apples duale Plattformen iOS und macOS parat gehabt, die immer enger zusammenarbeiten. Stattdessen beschreitet Microsoft nun einen anderen Weg, der anscheinend auch recht gut funktioniert und auch aus Nutzersicht immer interessanter wird.

Statt Windows-Phone: Microsoft-Chef will alles „mit“ Windows verbinden

Microsofts „Plan B“ zeichnet sich bereits seit einiger Zeit ab und scheint zu funktionieren. Die Redmonder gehen mit ihren Diensten und Anwendungen dorthin, wo die User sind und geben sich redliche Mühe, dass ihre Lösungen für iOS und Android so gut sind, dass man sie gerne nutzen will. Insbesondere Android ist aufgrund seiner Offenheit ein Glückstreffer.

Microsoft setzt auf eine Multi-Device-World. (Bild: Microsoft)

Im Zuge der Build-Entwicklerkonferenz 2018 spricht Microsoft von einer Multi-Device-World, in der viele Menschen mehr als nur ein Gerät verwenden. Bei diesen handelt es sich nicht nur um Windows-Produkte – das Microsoft-Betriebssystem ist nur ein Teil des Hardware-Ökosystems.

Wie Microsoft-CEO Satya Nadella gegenüber Dieter Bohn von The Verge andeutet, scheint Windows zwar immer noch wichtig zu sein, aber offenbar nicht mehr so zentral wie die vielen Microsoft-Dienste. Denn Nadella sagte, er wolle sicherstellen, dass alles mit Windows funktioniert. Sein Vorgänger, Steve Ballmer, wollte noch, dass alles auf Windows lief. Die weniger aggressive und offene Strategie Nadellas scheint aufzugehen: Das Unternehmen geht auf einstige harte Konkurrenten wie Apple und besonders Google zu.

Android und Windows 10 wachsen fast wie iOS und macOS zusammen

Auf Android mutet Microsofts Ansatz beinahe schon ein wenig wie ein trojanisches Pferd an, denn zahlreiche Google-Dienste können aufgrund der Offenheit des Systems recht einfach gegen Microsoft-Anwendungen ersetzt werden. So kann seit 2016 Cortana als Standard-Assistent auf Android gesetzt werden, der Launcher „Microsoft Launcher“ kann auf allen Android-Smartphones als Standard gesetzt werden. Mit diesem erhaltet ihr nicht nur eine überraschend gute Lösung, sondern einen direkten Draht in das Microsoft-Ökosystem.

Microsoft Launcher
Microsoft Launcher
Preis: Kostenlos

Schon 2016 war es möglich, ein Android-Smartphone mit Windows 10 zu verbinden, um sich in der Benachrichtigungsleiste Textnachrichten und Anrufe anzeigen zu lassen. Das war aber nur der erste Schritt des Zusammenwachsens der beiden Plattformen: Im Zuge der Build 2018 hat Microsoft die Funktion „Your Phone“ angekündigt, mit der ihr den Inhalt eures Android-Smartphones spiegeln könnt.  Auch Fotos, die auf dem Smartphone liegen, sollen sich per Drag-&-Drop in ein Dokument verschieben lassen können.

Microsofts Your Phone. (Bild: Microsoft)

Darüber hinaus führt Microsoft mit dem Windows-10-April-2018-Update die Funktion Timeline ein. Mit diesem Feature könnt ihr eine Aufgabe beispielsweise auf Windows beginnen und auf einem anderen Gerät – sowohl auf Android als auch iOS – fortsetzen. In der Windows-Zeitleiste werden automatisch alle Programmaktivitäten der letzten dreißig Tage chronologisch angezeigt – nicht nur für den aktiven Rechner, sondern für alle mit dem Microsoft-Konto verbundenen Endgeräte. Eine Suchfunktion hilft dabei, den gesuchten Inhalt zu finden.

Ähnlich wie unter iOS und macOS bietet Microsoft außerdem eine geräteübergreifende Zwischenablage, mit der ihr kopierte Inhalte auf allen mit dem Microsoft-Konto verbundenen Geräte – auch Android-Smartphones – nutzen könnt.

Neues Feature: Adaptive Cards wird auch auf Android und iOS zum Einsatz kommen. (Bild: Microsoft)

Vor allem Android und Windows – und in Teilen auch iOS – wachsen gewissermaßen mit der Hilfe von Microsoft zu einem Ökosystem zusammen, wodurch eine ähnliche nahtlose Nutzererfahrung ermöglicht wird, wie unter Apples Plattformen. Allerdings verhält es sich wie bei Apple: Es ist erforderlich, dass ihr die Microsoft-Dienste wie Word, Kalender, Outlook und weitere Anwendungen nutzt.

Würde Google sich Windows gegenüber öffnen?

Bislang sind die Ambitionen der Öffnung eindeutig einseitig. Microsoft will und muss sich im Mobilbereich positionieren, der nach und nach dem Desktop-Markt Anteile abknapst. Das zeigt sich recht anschaulich an Zahlen von Statcounter: Android hat Windows als am weitesten verbreitetes Betriebssystem überholt.

(Grafik: Statcounter)

Trotz dieser Tendenz wäre eine Öffnung seitens Google, zumindest aus Nutzersicht, wünschenswert. Denn eine nahtlose Nutzererfahrung über Geräte- und Plattformgrenzen hinweg ist ein Aspekt, der Android noch fehlt. Es gab zwar schon diverse praktische Tools wie Pushbullet und Airdroid – eine native Lösung wäre aber weit praktischer.

Dass Google und Microsoft ihre Plattformen eventuell näher zusammenbringen, deutete sich vor einer Weile mit Andromeda an. Leider waren es bislang nicht mehr als reine Spekulationen und Wunschträume.

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