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Mikrowelle mit Raspberry Pi gepimpt: Sprachsteuerung, Web-Interface und Barcode-Scanner

Ein neuseeländischer Bastler hat seine Mikrowelle mithilfe eines Raspberry Pi ordentlich aufgemotzt. Durch das neue Herzstück verfügt die Mikrowelle nun über ein Web-Interface, das mit dem Smartphone oder dem Tablet bedient werden kann.

Inspiriert von einem Reddit-Post hat sich der neuseeländische Programmierer und Bastler Nathan Broadbent dazu entschlossen, seine alte Mikrowelle aufzumotzen. Deswegen hat er einen Raspberry Pi als Steuereinheit eingebaut. Jetzt verfügt die Mikrowelle über ein Web-Interface und kann mit Sprachbefehlen gesteuert werden. Und wem das noch zu langweilig ist, der kann auch einfach den Barcode eines Fertiggerichts scannen und die Mikrowelle weiß automatisch, wie das Gericht zubereitet werden muss. Seine Schöpfung nennt er „Raspberry Picrowave“.

Die Raspberry Picrowave: Eine Mikrowelle mit Web-Interface, Sprachaus- und -eingabe und Barcode-Scanner für Mikrowellen-Gerichte.
Die Raspberry Picrowave: Eine Mikrowelle mit Web-Interface, Sprachaus- und -eingabe und Barcode-Scanner für Mikrowellen-Gerichte.

Raspberry Pi als Rechenzentrum

Nachdem Broadbent zuerst einen Arduino-Mikrocontroller in Kombination mit einem Raspberry Pi verwenden wollte, hat er inzwischen den Arduino entfernen können, da auch der Raspberry-Pi über ein GPIO-Panel die Funktionalität eines Arduino bieten kann. Der Raspberry Pi greift die Eingaben der Folientastatur auf der Frontseite ab. Für diese Bedienoberfläche hat Broadbent übrigens auch eine entsprechende Schablone angebracht und einige Tasten mit neuen Funktionen belegt. Die Befehle des Tastenfelds leitet der Raspberry Pi dann weiter an die Mikrowellen-Elektronik.

Mit WLAN, Mikrofon, Lautsprecher und Barcode-Scanner

Der Raspberry Pi wird von einem aktiven USB-Hub mit Spannung versorgt, der seine Spannung wiederum von der 230-V-Eingangsbuchse der Mikrowelle bezieht. Weiterhin befinden sich an dem USB-Hub ein kleiner Lautsprecher, ein Mikrofon, ein WLAN-Adapter und ein Barcode-Scanner, die außerhalb des Gehäuses angebracht sind. Die restliche Zusatz-Elektronik ist vollständig im Gehäuse untergebracht.

Im Inneren des Gehäuses sitzt der Raspberry Pi samt USB-Hub und restlichen USB-Komponenten wie WLAN-Adapter, Mikrofon und Lautsprecher.
Im Inneren des Gehäuses sitzt der Raspberry Pi samt USB-Hub und den restlichen USB-Komponenten wie WLAN-Adapter, Mikrofon und Lautsprecher.

Durch das Mikrofon kann die Mikrowelle mit Sprachbefehlen wie zum Beispiel „Two minutes on low“ gesteuert werden. Jeder Befehl wird durch einen Signalton und eine Sprachausgabe über den Lautsprecher quittiert. Durch die WLAN-Anbindung stellt der Raspberry Pi auch ein Web-Interface zur Verfügung, das Broadbent optisch analog zum Frontpanel gestaltet hat und das sich sowohl via Smartphone als auch via Tablet oder Desktop-PC aufrufen lässt.

Eigene Datenbank zur Zubereitung von Mikrowellen-Gerichten

Und um der ursprünglichen Idee auf Reddit Rechnung zu tragen, verfügt die Mikrowelle auch über einen Barcode-Scanner, mit dem die Strichcodes auf Verpackungen gescannt werden können. In einer eigens programmierten Datenbank kann der Nutzer beim ersten Scannen eine mehrstufige Zubereitungsanweisung festlegen, zum Beispiel „30 Sekunden bei voller Leistung, eine Minute Pause, zwei Minuten bei mittlerer Leistung“. Wird dieser Code dann in Zukunft wieder gescannt, dann beginnt die Mikrowelle automatisch mit der passenden Zubereitung. Die Datenbank hat Broadbent öffentlich ins Internet gestellt, und er appelliert an alle Nutzer von Barcode-Mikrowellen, daran mitzuwirken.

Der Raspberry Pi, verbunden mit der selbst hergestellten Steuerungsplatine für die Mikrowellen-Elektronik.
Der Raspberry Pi, verbunden mit der selbst hergestellten Steuerungsplatine für die Mikrowellen-Elektronik.

So ironisch, wie diese Aufforderung auch klingt: Es gibt tatsächlich kommerzielle Mikrowellen mit Barcode-Scanner, auch wenn diese bisher noch keinen durchschlagenden Erfolg hatten.

Weiterführende Links zum Thema „Raspberry Pi“

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2 Reaktionen
Raspberry Mikrowelle

Jetzt haben wir das Jahr 2016 und immer noch sind die Mikrowellen und viele Haushaltsgeräte noch ziemlich dumm... Wenn man sowas mit einem Raspberry hinbekommt, wieso bekommen das die Hersteller nicht hin? Sowas verstehe ich einfach nicht :(

Grüße
Tim

Oder Musik

Hausgeräte vernetzen wollte ich schon vor 10 Jahren per Bluetooth. Waschmaschine, Spülmaschine,... sagen Bescheid wenn sie fertig sind. Oder man kauft billigstrom und der Zähler teilt mit wann man ihn ziehen kann. Powerline oder Fritzbox "reden" mit dem Stromanbieter und organisieren die Geräte im Haushalt und den Strom... per Bluetooth.
Wer mal Wände aufstemmen oder Elektriker bezahlen musste oder TV-Schrotthaus-Dokus schaut, wird sich freuen wenn man bald die Lichtschalter nur noch aufklebt und per Bluetooth (Handy, Fernsteuerung,...) Lampen schaltet also nur noch Strom verlegen muss und die Lichtschalter-Zuleitungen spart.

Wikipedia sagt, das das mit den Nährstoffen eine Legende sei. Im TV gings neulich um Beta-Carotin usw. Allerdings werden Tiefkühlwaren (oder auch Fischstäbchen-Vorprodukt-"Platten" noch auf dem Schiff!) sehr schnell eingefroren wohingegen Lagern, Transport im heissen Auto-Kofferraum usw. teilweise deutlich mehr Vitamine usw. abbauen. Aber auch beim Waschen, Schälen und natürlich Zubereiten kann man viel vernichten und die wenigsten haben ein ökotrophologisches Kochstudium gemacht um seine Vitamine usw. nicht zu zerkochen. 99,99999... der Tiere kochen ihre Nahrung nicht. Im Prinzip ist das Kochen und später Verzehren also vielleicht schon Probleme welche in der Natur nicht vorkommen.
Nährstoffe sind überwiegend (und teilweise auch die Einzigen bei manchen Definitionen wo Mineralstoffe und Vitamine separat zählen) Fette, Eiweisse und Kohlenhydrate. Diese zu deaktivieren wäre kalorientechnisch oft sogar erwünscht.

Dort darf man sowas. Hier wird man dann vielleicht abgemahnt wenn es dem Hersteller nicht passt. Von einem Ingenieurstudium würde ich abraten.
Irgendwo haben sie einen Segway nachgebaut.
Ich würde gerne diese Akku-Roboter-Rasenmäher für 1300 Euro durch 300-400Euro-Modelle ergänzen welche ein 12-Volt-Kabel im Boden haben. Man spart Akku und teure Leichbauweise weil man ja Strom per Kabel hat. Mit einem Kompass und Leinen-Zähler weiss man recht genau, wo man im Garten ist und spart die Induktions-Kabel am Rasen-Rand (wenn man will).
Kriegt man für sowas eigentlich 30 Jahre Knast wegen DMCA wenn sich ein Amerikaner das schon hat patentieren lassen ? Wir erinnern an Aaron Swartz.

Wir erkennen auch gut, wie fortschrittsfreundlich Deutschland ist. HTML hat damals auch keiner gebraucht und Port 80 hätte man für was wichtigeres (von Microsoft oder IBM) freihalten können und X.400/.500 von den Großkonzernen mit VMS, Windows, AS/400-IBM-Host-Computing,... waren doch eh (angeblich) besser als TCP/IP von dieser Unix-Nische (AIX, Ultrix, SCO, BSD,...)
Videobrillen braucht ja angeblich auch keiner aber in 5 Jahren gibts vielleicht keine Monitore mehr und gute Wohnzimmer haben 12-Volt statt 230-Volt welche nur noch in Küche und Bad gebraucht werden.
Touchpads und Netbooks brauchte damals ja auch keiner. Oder HD-TV. Oder MusikCDs.

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