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Gadgets & Lifestyle

Meetings neu gedacht: Bei Mindflow entstehen Ideen durch Gamification

(Foto: Mindflow)

Das deutsche Startup Mindflow schickt sich an, Meetings mit einer App nicht nur produktiver, sondern auch spaßiger zu gestalten. Wie das funktioniert, verraten wir euch im Artikel.

Mindflow trotzt dem Milliardengrab Meeting

Der wirtschaftliche Schaden, der in Meetings angerichtet wird, ist beachtlich. Jedes Jahr, so prognostizieren es Studien, gehen den Unternehmen bis zu 37 Milliarden US-Dollar verloren. Dass dies vielleicht keine ganz so schlechte Grundlage für eine Geschäftsidee ist, hat auch Mindflow erkannt. Das Startup aus Hamburg nennt gleich vier Gründe für diese Verschwendung.

Mit der iPad-App von Mindflow sollen Meetings nicht nur produktiver, sondern auch spaßiger werden. (Foto: Mindflow)

Da wären die häufig unzureichenden Moderationsfähigkeiten vieler Chefs. Da wären außerdem die acht Stunden, die Unternehmen im Durchschnitt brauchen, um ein Tagesmeeting richtig zu dokumentieren. Ein weiterer Faktor ergibt sich aus den 41 Prozent der Meetings, die ohne Ergebnis beendet werden. Und da wären jene 70 Prozent der Ideen, die während eines Meetings zwar gesammelt, aber von gerade mal einem Drittel der Teilnehmer eingebracht werden. Mitmachkultur sieht anders aus.

Mit Mindflow soll sich das jetzt ändern.

„Bei uns gewinnt die beste Idee, nicht die lauteste“

Das von Pascal Riederer, Michael Schimming und Björn Frädrich gegründete Startup bietet eine App für das iPad an, die Teams bei Meetings und Workshops unterstützt. Eine Besonderheit sind die umfassenden Moderationsfunktionen, die Chefs über die spezielle Benutzeroberfläche von Mindflow an die Hand bekommen. Per Drag-and-Drop können verschiedene Elemente eines Meetings zu interaktiven Workflows miteinander verknüpft werden.

Soll zum Beispiel eine neue Werbekampagne auf den Weg gebracht werden, lassen sich Tools zum Brainstorming und zur Bewertung von Ideen an die anderen Teilnehmer eines Meetings ausspielen. „Natürlich wird bleibt die Präsentation weiterhin der wichtigste Bestandteil eines Meetings“, sagt Mitgründer Pascal Riederer, „Mindflow hingegen kommt in einem Meeting immer dann zum Einsatz, sobald Interaktion gefragt ist.“

Statt wie so oft einfach dazwischen zu quatschen oder gar nichts zu sagen, übermitteln Mitarbeiter ihre Vorschläge oder Meinungsbeiträge dann einfach über das iPad. Dass die App dabei nicht nur optisch an ein buntes Smartphone-Spiel erinnert, ist kein Zufall. „Zum einen erhöhen wir so die Interaktion zwischen den Teilnehmern, weil Hierarchien aufgeweicht werden. Zum anderen sorgen wir dafür, dass die beste und eben nicht die lauteste Idee gewinnt“, sagt Riederer. Um auch die Dokumentation der Ergebnisse zu vereinfachen, soll bald auch eine Exportfunktion für PDFs zur Verfügung stehen.

So sieht die App von Mindflow aus

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Das iPad wird zum Flaschenhals

Die Idee zu Mindflow kam Riederer im Rahmen eines dualen Studiums bei einer großen Werbeagentur. In den vielen Meetings erkannte er, wie groß die Wertschöpfung eigentlich ist, die von Meetings ausgeht. „Da wurden teilweise Rechnungen über 15.000 Euro für einen Tag geschrieben, trotzdem fehlte es oft an System“, sagt Riederer. „Einmal ist mitten im Meeting der Flipchart umgefallen. Das war der Moment, wo ich dachte: Du musst was ändern.“

Nach der Gründung von Mindflow im vergangenen Jahr arbeiten heute fünf Mitarbeiter beim Startup. Nach Angaben von Riederer wird die App bereits von 40 Unternehmen genutzt, darunter auch vom Karrierenetzwerk Xing. Bei der Skalierung erweist sich aktuell aber ausgerechnet das iPad als Flaschenhals. „Viele Unternehmen scheuen die Anschaffung eines iPads, zudem braucht man gleich mehrere Geräte“, so Riederer. „In den nächsten Monaten werden wir deshalb noch Apps für iPhone und Android-Geräte veröffentlichen, um den Zugang zu vereinfachen.“ Die Gründer gehen davon aus, dass allein das Marktvolumen in Deutschland für soziale Anwendungen im Business-Umfeld rund 140 Millionen Euro groß ist. Nimmt man den für Gamification hinzu, sind es sogar 1,3 Milliarden Euro.

Startup hat zahlungskräftige Zielgruppe im Visier

Geld verdienen will Mindflow mit einem branchenüblichen Abo-Modell. Insbesondere zahlungskräftige Agenturen und Großunternehmen, die Riederer zufolge die wichtigste Zielgruppe darstellen, sollen für die Vorteile der App zahlen. So schlägt ein Abonnement mit einjähriger Laufzeit mit 890 Euro jährlich zu Buche. Wer lieber pro Monat abrechnet, ist mit 79 Euro dabei. Derzeit befindet sich Mindflow noch in der Betaphase.  Eine App für iPhone soll im November erscheinen, Android-Geräte werden nach Angaben von Riederer im März bedient. Das Kapital aus dem bevorstehenden Abschluss einer ersten Seed-Finanzierung in Höhe von 50.000 Euro soll vor allem ins Personal investiert werden.

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Eine Reaktion
Gute Idee

Solche Dinge schlage ich ja schon ewig (auch hier) vor.
Einer spricht (EZB-Präsident, Merkel, Papst,...) und alle anderen die ganze Welt weltweit kann per App zeitgleich massiv parallel Fragen/Rückmeldungen usw. stellen und Merkel oder Präsidenten-Kandidaten oder Fußball-Trainer sieht Realtime welche Gruppen was wollen oder wie gut ankommt.
Die Gruppen sind dann natürlich z.b. "Facebook-Fans" "zertifizierte Mitglieder" "zertifizierte Presse" "anonyme Beiträge" "Partei-Mitglieder" "Oppositionielle" usw. Halt alles was man separieren und separiert zählen kann.

Man kann so auch Vorlesungen kollaborativ gemeinsam eintippen und Verbesserungen eintippen und jeder sieht alles und votet dann welche Version die richtige ist. Denn Tippfehler, Vorlese-Fehler oder Versprecher sind mindestens 3 häufige Fehlerquellen.

Ohne Abmahnungen und Softwarepatente hätte ich sowas schon vor Jahren programmiert.
Direct Feedback Systeme wo alle Vorschläge machen wollen, sind in rückständigen Diktaturen oder von der sogenannten mittleren Management "Lehmschicht" (siehe google-Suche) unerwünscht.

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