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Interview

Mindspace-Chef: „Coworking war ein Nischenmarkt, mittlerweile ist es eine globale Bewegung“

Mindspace-Chef Dan Zakai: „Coworking entwickelt sich ständig weiter.“ (Foto: Mindspace)

Mindspace plant neue Coworking-Spaces in Berlin und München. Im Interview wehrt sich CEO Dan Zakai gegen den Vorwurf, lediglich teure Office-Center zu betreiben.

t3n.de: Das Thema Coworking war lange Zeit enorm gehyped. Dann haben in Deutschland einige bekannte Häuser dicht gemacht. Ihr hingegen plant gerade neue Filialen in Berlin und München. Wie steht es denn nun um die Branche?

Dan Zakai: Coworking entwickelt sich ständig weiter. Vor ein paar Jahren war es noch ein Nischenmarkt, mittlerweile ist es eine globale Bewegung. Das Potenzial für Anbieter wie uns ist enorm, denn der Wunsch nach Flexibilität und neuen Arbeitskonzepten steigt.

t3n.de: Also gibt es kaum noch Schwierigkeiten?

Zakai: Einige Coworking-Spaces haben Schwierigkeiten, weil sie nur Basis-Dienstleistungen anbieten. Wir haben frühzeitig erkannt, dass Menschen nach mehr als einem Arbeitsplatz suchen. Zusätzliche Angebote und ein durchdachtes Design-Konzept sind Möglichkeiten, Interessenten zu überzeugen und eine breite Zielgruppe zu gewinnen. Unsere Vision ist es, neue Maßstäbe zu setzen und eine umfassende und globale Alternative zu traditionellen Büros zu schaffen.

t3n.de: Wie krisenanfällig ist das Geschäftsmodell? Ist es nicht so, dass Anbieter oft Mietverträge auf mehrere Jahre abschließen, während Kunden sich oft gar nicht oder nur auf kurze Zeit fest binden?

Zakai: Unser Ziel ist es, Kunden mit unserem Geschäftsmodell zu überzeugen und sie an uns zu binden. Obwohl wir flexible Mitgliedschaften mit einer Dauer von einem Monat anbieten, konnten wir eine Community aufbauen, deren Mitglieder langfristig bei uns arbeiten. Natürlich gibt es auch Fluktuation, aber trotzdem schaffen wir es, eine Beziehung zu unseren Kunden aufzubauen.

t3n.de: Wie denn?

Zakai: Wir haben an jedem unserer Standorte ein lokales Team von Community-Managern. Sie kümmern sich um alles und sorgen dafür, dass unsere Besucher glücklich sind – im Grunde müssen sie nur ihren Laptop zum Arbeiten mitbringen. Auch legen wir sehr viel Wert auf Details beim Design unserer Standorte. Unsere Leistungen umfassen regelmäßige Happy Hours und interessante Vorträgen sowie Vergünstigungen bei Partnern wie AWS, Microsoft, verschiedenen Hotelketten oder Restaurants. Außerdem können Mitglieder ihre Freunde und Bekannte anwerben.

Mindspace in der Berliner Friedrichstraße. (Foto: Mindspace)

t3n.de: Wer bucht sich überhaupt ein? Wie sieht der typische Coworking-Kunde aus und womit verdient er sein Geld?

Zakai: Coworking wird oft noch als ein Konzept für Startups und Freelancer angesehen, aber mit Mindspace wollen wir zeigen, dass es viele Möglichkeiten gibt innovativ zu arbeiten. Zum Beispiel ist Mindspace ein Zuhause für viele etablierte Unternehmen. Auf der anderen Seite nutzen viele junge Firmen mit frischen Ideen unsere Spaces.

t3n.de: Zum Beispiel?

Zakai: Kunden von Mindspace sind beispielsweise VW, Samsung, die Hamburger Sparkasse, M&C Saatchi, Hertha BSC, Moovel Group und Euronews. Insgesamt haben wir eine bunte Mischung bei uns, die ein besonderes Arbeitsumfeld schaffen. Für alle Mitglieder ist die Flexibilität oft ein wichtiges Argument, da es ihnen die Möglichkeit gibt, ihre Teams jederzeit zu vergrößern oder zu verkleinern.

t3n.de: Oft heißt es, dass das Coworking-Modell auf die Innovationsfähigkeit aller Personen einzahlt, die es in Anspruch nehmen. Wie das?

Zakai: Vor allem durch Community-Events und -bereiche, wie beispielsweise Küchen oder Lounges, fördern wir die Interaktion zwischen unseren Besuchern. Darüber hinaus führt das Konzept Coworking an sich schon zu Innovation. Mitglieder lernen sich kennen und tauschen täglich Ideen und Visionen aus. Dies schafft eine impulsierende Arbeitsumgebung. Besonders für Unternehmen, die aus traditionellen Branchen kommen, ist der Austausch mit Startups von Vorteil und enorm erfrischend.

t3n.de: Unterscheiden sich die Kunden in Deutschland von – sagen wir – euren israelischen Kunden?

Zakai: Im Laufe der Jahre habe ich tatsächlich mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede wahrgenommen. Unsere Mitglieder sind alle sehr offen und wissbegierig. Durch die Vielfalt, die wir anstreben, schaffen wir für sie ein engagierendes Netzwerk.

t3n.de: Großen Coworking-Ketten wie Mindspace wird oft vorgeworfen, dass sie im Grunde nur teure Office-Center sind, die mit dem Begriff reines Marketing betreiben. Was antworten Sie diesen Kritikern?

Zakai: Office-Center repräsentieren mehr das traditionelle Bürokonzept. Wir stellen jedoch sicher, dass wir Mitgliedern die bestmögliche Arbeitsumgebung bieten. Unsere Angebote und unser Design gehen über Office-Center weit hinaus. Mit unserem Konzept schaffen wir eine neue Art des Coworkings, das eine hohe Nachfrage genießt.

t3n.de: Trotzdem sind mindestens 250 Euro pro Monat viel Geld für eine Mitgliedschaft.

Zakai: Was den Preis betrifft, ist unser Angebot nur auf den ersten Blick teuer. Wenn ein Unternehmen ein eigenes Büro bezieht, fallen viele Kosten an. Wenn man all diese Kosten und die Miete zusammenrechnet, sind Coworking-Spaces, wie Mindspace, eine erschwingliche Alternative. Vor allem, wenn man die ganzen Zusatzleistungen berücksichtigt.

t3n.de: Was muss denn ein Coworking-Space leisten, um wirklich „Coworking“ zu sein?

Zakai: Es muss eine Community etablieren. Unser internationales Netzwerk, das stetig wächst und bald neun Standorte umfasst, erweckt kollaboratives Arbeiten zum Leben. Unsere Mitglieder inspirieren und begeistern uns und wir tun unser Bestes, um ihnen den besten Raum zu bieten. Bei uns ist Coworking eine Kombination aus aufwendigem Design, einer Vielzahl von Services und Veranstaltungen sowie einer vielfältigen Gemeinschaft.

Einblicke in das Mindspace-Quartier in der Berliner Friedrichstraße
Mindspace in der Berliner Friedrichstraße. (Foto: Mindspace)

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Übrigens, es gibt wohl keine Großstadt mehr, in der nicht mindestens ein Coworking-Space zur Verfügung steht. Einige davon glänzen damit, dass sie in historischen Gebäuden verortet sind. Lies auch: 5 moderne Coworking-Spaces in historischen Gebäuden

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