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MINT-Fachkräftemangel hat neuen Höchststand erreicht

MINT-Fachkräftemangel: 311.300 Arbeitskräfte fehlten im April. (Foto: Shutterstock-Gorodenkoff)

Unternehmen suchen händeringend nach MINT-Fachkräften. Ohne Zuwanderung wären die aktuellen Zahlen sogar noch deutlich höher.

Der Fachkräftemangel nimmt nicht nur kein Ende, er erreicht sogar einen neuen Höhepunkt. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag mehrerer Arbeitgeberverbände hervor. Im April fehlten 311.300 Arbeitskräfte im sogenannten MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Damit erreicht die Lücke einen der höchsten Werte seit Beginn der Aufzeichnungen vor acht Jahren, heißt es in der zweimal jährlich publizierten Studie.

MINT-Fachkräftemangel: 311.300 Arbeitskräfte fehlten im April

Ohne Fachkräfte aus dem Ausland würden heute zusätzlich 209.300 Fachkräfte fehlen und die Lücke insgesamt über eine halbe Million betragen, kommentiert IW-Experte Axel Plünnecke die aktuellen Zahlen. „In akademischen Berufen profitiert Deutschland vor allem von Zuwanderern aus Drittstaaten, in Facharbeiterberufen von Zuwanderung aus der EU.“ Derzeit seien rund 1,9 Millionen zugewanderte MINT-Kräfte in Deutschland erwerbstätig. Sie trügen mit rund 186 Milliarden Euro pro Jahr zur Wertschöpfung bei.

„In akademischen Berufen profitiert Deutschland von Zuwanderern aus Drittstaaten.“

Dass sich an dem Bedarf an Fachkräften künftig etwas ändert, davon gehen Wirtschaftsvertreter nicht aus. Auch deshalb sei ein Gesetz zur qualifizierten Einwanderung dringend notwendig, wie Thomas Sattelberger, Vorstandsvorsitzender der von Wirtschaftsverbänden und Unternehmen getragenen Initiative „MINT Zukunft schaffen“, zu verstehen gibt. „Wir sind weiterhin und immer mehr auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und unseren Wohlstand zu sichern.“

Doch auch bei der Ausbildung von Fachkräften im Inland müsse Deutschland aufholen. Forschungsstarke Länder wie Südkorea, das ganze 4,6 Prozent des Bruttoinlandproduktes für Forschung und Entwicklung (FuE) ausgibt, hat weniger Probleme, seine MINT-Stellen zu besetzen. Das Land ist zudem im internationalen Vergleich stark bei der MINT-Bildung, hat relativ zur Bevölkerung viele MINT-Hochschulabsolventen und hohe PISA-Kompetenzwerte der Schüler in Mathematik und Naturwissenschaften.

Top-10 der deutschen Gründer-Unis
Platz zehn: WHU Otto Beisheim School of Management. Laut Startup-Monitor 2018 haben 1,3 Prozent der 3.700 befragten Gründer ihren Abschluss dort gemacht. (Foto: dpa)

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3 Kommentare
Titus von Unhold
Titus von Unhold

“ Im April fehlten 311.300 Arbeitskräfte im sogenannten MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik).“

Ob das so stimmt, kann man bezweifeln wenn man sich regelmäßig die IAB-Berichte ansieht und deren Aussagen mit der Methodik des IW unter 4.1 ff. auf Seite 63 vergleicht:

https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Gutachten/PDF/2019/MINT-Fr%C3%BChjahrsreport_2019.pdf

„Thomas Sattelberger, Vorstandsvorsitzender der von Wirtschaftsverbänden und Unternehmen getragenen Initiative „MINT Zukunft schaffen“, zu verstehen gibt. „Wir sind weiterhin und immer mehr auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und unseren Wohlstand zu sichern.““

– Streiche „Wettbewerbsfähigkeit“ und ersetze durch: „Lohndrückerei“.
– Streiche „unseren Wohlstand“ und ersetze durch: „Gewinne der oberen 4.000“.

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Seb
Seb

Angewiesen auf Zuwanderung sind wir damit, denn die akzeptieren die niedrigen Löhne, da meist im Vergleich zum Herkunftsland deutlich mehr. Nur als offizielle Begründung ist das natürlich nicht zu gebrauchen

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Kevin
Kevin

Obwohl die MINT-Fachkräfte angeblich fehlen, möchte kein Unternehmen einen Quereinsteiger der fleißig und bereit viel zu lernen und zu leisten ist. Viele Unternehmen (insb. Konzerne) möchten Fachkräfte mit mindestens 2-5 Jahre Erfahrung und lassen den Berufseinsteiger keine Chance

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