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Gadgets & Lifestyle

Gadget, Spielzeug, Accessoire: Der Activity-Tracker Misfit Shine im t3n-Test

Der Misfit-Shine im t3n-Test. (Foto: t3n)

Auf dem Markt der Activity-Tracker ist der Misfit Shine eine Ausnahmeerscheinung. Wir haben das puristische Gadget getestet und verraten euch, was der 120 Dollar teure Shine kann.

Misfit Shine: Konzentration auf das Wesentliche

Der Misfit Shine kommt in einer auffälligen Verpackung daher. (Foto: t3n)
Der Misfit Shine kommt in einer auffälligen Verpackung daher. (Foto: t3n)

Wir befinden uns im Jahre 2014 nach Christus. Die ganze Wearable-Computing-Branche träumt davon, Science-Fiction Wirklichkeit werden zu lassen. Die ganze Branche? Nein! Ein von unbeugsamen Entwicklern gegründetes Startup hört nicht auf, dem Trend Widerstand zu leisten. Während und Google sogar schon an der smarten Kontaktlinse arbeitet, besinnt man sich bei Misfit Wearables in San Francisco auf das Wesentliche. Denn mit dem Misfit Shine will das Startup dem Nutzer eigentlich nur eine Frage beantworten: Wie aktiv war ich heute?

So schlicht wie diese Frage kommt auch der Misfit Shine selbst daher. Ein zwei Euro großes Gadget aus mattem Aluminium, die Kanten hochglanzpoliert, auf der Rückseite das Misfit-Logo und eine kleine Kerbe, um den Tracker zu öffnen und die Batterie einzulegen. Tragen lässt sich der Shine entweder mit dem mitgelieferten Armband aus schwarzem Gummi oder an der Kleidung – mit Hilfe einer Magnetspange. So unscheinbar beziehungsweise elegant das Äußere ist, so simpel sind auch die Funktionen des Shine. Oder sagen wir besser: die Funktion. Denn eigentlich kann der Misfit Shine nur eins: Bewegung messen. Konzentration auf das Wesentliche.

Misfit Shine: Unboxing und erste Schritte mit dem Activity-Tracker
Der Misfit Shine kommt in einer auffälligen Verpackung daher. (Foto: t3n)

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Schwachstelle Synchronisation: Der Shine setzt auf Bluetooth-Low-Energy

Dieses Credo des schlichten, aber eleganten Designs setzt sich auch im Bedienkonzept des Shine fort – mit einigen Tücken, wie sich im Lauf unseres Tests gezeigt hat. Doch der Reihe nach: Ist der Shine einmal mit dem Smartphone (die App gibt es für iOS und Android) gekoppelt, können die Daten via Bluetooth synchronisiert werden. Schon hier jedoch zeigt das Gadget die erste Schwäche, denn der Shine setzt auf den Bluetooth-Low-Energy-Standard. Das iPhone aber unterstützt diesen Standard erst ab iOS-Version 5.0 und somit ab dem iPhone 4s, unter den Android-Smartphones beherrschen alle Geräte ab Android 4.3 Jelly Bean die Kommunikation mit dem Shine. Und das sind leider nicht allzu viele.

Die Synchronisation selbst brauchte bei uns einige Zeit, bis sie reibungslos funktionierte. Insbesondere direkt nach Beendigung einer Aktivität meldete die App anfangs regelmäßig einen Fehler, erst mit der Zeit klappte der Sync problemlos. Fast scheint es, als müssten sich die App und das kleine Gadget erst aneinander gewöhnen. Gewöhnen muss sich jedoch auch der Nutzer – und zwar an die Art und Weise, wie Aktivitäten mit dem Shine aufgezeichnet werden können. Logisch: Gehen oder Laufen erkennt der Tracker von selbst, betreibt man jedoch mehrere Sportarten, zeigt der Shine seine zweite Schwäche: Zwar unterscheidet das Gadget auch Radfahren, Schwimmen, Tennis, Basketball oder Fußball, diese Aktivitäten jedoch muss der Nutzer, bevor er sie startet, in der App auswählen und den Shine dann synchronisieren – jedes Mal. Ziemlich umständlich für Menschen, die nicht nur zu Fuß unterwegs sind.

Misfit Shine: Die App für iOS und ihre Funktionen
Die App, die Misfit für den Shine programmiert hat ... (Screenshot: Shine-App)

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(Fast) perfekte Usability: Der Misfit Shine und sein Bedienkonzept

Ist man jedoch soweit und will eine Aktivität starten (oder schlafen gehen, auch das gilt bei Misfit als Aktivität), überzeugt der Shine wieder durch saubere Usability: Der Nutzer tippt einfach drei Mal mit dem Finger auf die Oberfläche des Trackers und der Shine zeigt, was in ihm steckt: zwölf Leuchtdioden, die – angeordnet wie bei einer Uhr – in die Aluminiumoberfläche eingelassen sind. Diese Dioden blinken, als Zeichen, dass die Messung gestartet wird, in einem schönen Muster – und los geht's.

Ist man fertig, tippt man wieder drei Mal auf die Oberfläche und die Messung wird beendet. Auf die selbe Art und Weise zeigt der Shine dem Nutzer auch den Zwischenstand seiner Tagesaktivität an: Zwei Mal auf den Tracker getippt und die Dioden zeigen zunächst die Uhrzeit an (eine Diode die Stunde und eine blinkende Diode die Minute) und anschließend, wie viele der Zielpunkte schon erreicht worden sind. Kleines Manko, mit dem sich jedoch gut leben lässt: Die Uhrzeit kann das kleine Gadget logischerweise nur in Fünf-Minuten-Schritten anzeigen.

Tatsächlich lässt sich mehr mit dem Shine auch nicht anstellen. Die App verrät dem Nutzer in der Auswertung noch, wie viele Schritte und Kilometer er an diesem Tag hinter sich gebracht und wie viele Kalorien er damit rechnerisch verbraucht hat, und für die Schlafphasen gibt sie noch aus, wie viel der gemessenen Zeit der Nutzer im Tiefschlaf verbracht haben soll – das war's. Und das ist auch völlig in Ordnung, was der Shine vorgibt zu können, das kann er auch.

Die Aktivitätsanzeige: 10 Schritte ? 1 Punkt

Misfit Shine: Einige kleinere Übersetzungsfehler haben sich in die App eingeschlichen. (Screenshot: Shine-App)
Misfit Shine: Einige kleinere Übersetzungsfehler haben sich in die App eingeschlichen. (Screenshot: Shine-App)

Zwar verstecken sich in der App noch einige kleinere Übersetzungsfehler, insgesamt aber kommt sie in einem schicken Design und ebenfalls mit guter Usability daher. Eine Anbindung an Facebook bringt sie auch mit, sodass Nutzer sehen können, wie aktiv ihre Freunde sind. Und: Sie können ihre Aktivitäten „loben“, wenn sie denn wollen – ohne Social-Media-Anbindung kommt heute kein Gadget mehr aus.

Unter der aktuellen Punktzahl des Tages zeigt die App noch eine Kurve zur Tagesaktivität an. Übertrifft der Nutzer die von ihm zu Anfang festgelegte Punktzahl, taucht in dieser Kurve ein kleiner Pokal auf. Gewonnen! Wie die Punkte selbst berechnet werden, darüber lässt uns Misfit leider im Unklaren. Schon etliche Nutzer haben sich daran versucht, hinter die Berechnung zu kommen, am Ende lässt sich jedoch nur so viel sagen: Zehn Schritte ergeben in etwa einen Punkt. Punkt.

Der Misfit Shine: Mehr als nur ein Gadget

Alle Informationen, die der Nutzer braucht, zeigt der Misfit Shine über Leuchtdioden an. (Foto: t3n)
Alle Informationen, die der Nutzer braucht, zeigt der Misfit Shine über Leuchtdioden an. (Foto: t3n)

Ob der Shine übrigens am linken oder rechten Handgelenk, an der Kleidung oder am Schuh getragen wird, macht offensichtlich kaum einen Unterschied – das Ergebnis über die selbe Strecke fiel bei uns in allen Fällen fast identisch aus. Einzig die gemessenen Kilometer werden vom Shine (im Vergleich zu einer GPS-Uhr) nicht sonderlich exakt erfasst. Misfit selbst empfiehlt jedoch, ihn an der „inaktiven“ Hand zu tragen – für Linkshänder heißt das rechts, für Rechtshänder links.

Wer den Shine übrigens nicht nur als Gadget, sondern als Accessoire sieht, kann im Online-Shop von Misfit einiges an Zubehör kaufen: ein Halsband beispielsweise oder ein Lederarmband, das aus dem Shine eine vollwertige Armbanduhr macht – für 49,95 US-Dollar jedoch beides nicht gerade ein Schnäppchen. Überhaupt ist der Shine mit seinen 119,95 US-Dollar nicht gerade günstig (Das Armband und der Magnetclip schlagen noch mal mit 19,95 und 4,95 US-Dollar zu Buche), bei einschlägigen Online-Händlern bekommt man das Paket aus Tracker, Armband und Clip jedoch auch schon für deutlich unter 100 Euro. Dennoch: Im Vergleich zur Konkurrenz kein günstiges Vergnügen. Sicherlich könnte man auch den fehlenden Akku als Manko des Shine anfügen, schließlich muss so alle vier Monate (so lange soll das Gadget durchhalten) eine neue Batterie gekauft werden. Dadurch jedoch entfällt eben auch das ständige Laden. Und: Nur, weil der Shine weder Akku noch Anschluss braucht, kann er so schön flach ausfallen.

Fazit: Design und Qualität haben ihren Preis

Im Vergleich zu anderen Fitness-Gadgets wie dem Jawbone UP oder der Nike Sportswatch wirkt der Misfit Shine schlank und elegant. (Foto: t3n)
Im Vergleich zu anderen Fitness-Gadgets wie dem Jawbone UP oder der Nike Sportswatch wirkt der Misfit Shine schlank und elegant. (Foto: t3n)

Schlussendlich ist genau das auch die große Stärke des Gadgets, und die wird noch deutlicher, wenn man Sportswatch von Nike. Zwar haben diese und auch andere Geräte deutlich mehr Funktionen, so schlank und tragbar wie der Shine ist jedoch keins von ihnen. Das Gummiarmband des Shine ist elastisch und weich, nur die Löcher könnten ein wenig näher aneinander liegen – in meinem Fall ist der Shine immer ein kleines bisschen zu eng oder zu weit.

Dazu kommt, dass auch die Qualität des Misfit Shine der Konkurrenz ein Stück voraus ist. Wasserdicht bis 50 Meter, solide verarbeitet und optisch ansprechend ist er fast schon mehr als nur ein Gadget. Er ist ein Accessoire. Insbesondere mit Blick auf die potenzielle Zielgruppe ist er somit ein gut und stringent durchdachtes Spielzeug, dass dem ein oder anderen vielleicht dabei hilft, sich ein bisschen öfter zu mehr Bewegung zu motivieren. Und wenn das nicht klappt, sieht er immer noch gut aus.

Misfit Shine: Activity-Tracker, Armbanduhr oder stylisches Accessoire
Der Misfit Shine ist in vier Farben erhältlich. (Bild: Misfit Wearables)

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Der Misfit Shine wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

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