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Interview

Mister-Spex-Chef: „Die Kombination aus E-Commerce und lokalen Services ist die Zukunft“

Mirko Caspar, Geschäftsführer, Mister Spex GmbH (Foto: Mr. Spex)

Welche Innovationen erwarten die Augenoptik-Branche und welche Rolle spielt der stationären Handel noch? Ein Trend-Interview mit Mister-Spex-Chef Mirko Caspar.

Die etablierten Handelshäuser sind aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht. Auf der grünen Wiese sind in den vergangenen Jahren Startups entstanden, die mit den meisten altgedienten Regeln im Handel brechen und die traditionellen Platzhirsche aus ihren angestammten Märkten zu drängen versuchen. Doch nun schlagen die Handelsketten zurück. Aber wer ist für die Zukunft nachhaltiger aufgestellt? In der Trend Arena auf der Internet World Messe am 7. und 8. März in München treffen Traditionsunternehmen auf ihre digitalen Herausforderer.

t3n.de: Welche Innovationen erwartest du für den digitalen Handel in der Augenoptik-Branche?

Mirko Caspar: Die virtuelle Anprobe per Webcam oder eigenem Foto im Online-Shop, wie wir sie anbieten, war sicherlich eine der ersten Augmented Reality Anwendungen in der Breite. Und für uns ist und bleibt sie ein Fokus der Innovationsanstrengungen. Neu sind Online-Sehtests, die teilweise bereits in den USA eingesetzt werden. Immer bessere Kameras, Bilderkennungssoftware und Augmented Reality Anwendungen treiben hier die Entwicklung.

t3n.de: Der Onlinehandel mit Brillen ist von stationären Filialen abhängig, um Sehtests und Brillenanpassungen vorzunehmen. Wird das so bleiben?

Wir selbst verstehen uns als Multichannel-Anbieter, der das umfangreiche Online-Angebot mit zusätzlichen, kostenlosen Services vor Ort verknüpft. Dennoch beobachten wir, dass immer mehr Kunden stationäre Dienstleistungsangebote nicht mehr oder zumindest weniger brauchen – insbesondere unsere Bestandskunden. Wenn ich einmal mein Profil mit Sehstärke, Brillengröße und Wunschform angelegt und erfahren habe, wie unkompliziert der Online-Service funktioniert, ist die Folgebestellung umso einfacher. Die ersten erfolgreichen Online-Sehtest in den USA zeigen zudem, dass zukünftig noch mehr Services ins Internet verlagert werden können.

t3n.de: Ist die Augenoptik-Branche die große Ausnahme vom vielfach prognostizierten Einzelhandelssterben, oder räumst du dem stationären Handel generell noch Chancen ein?

Der Augenoptik-Branche geht es insgesamt noch sehr gut. Die traditionellen Margen auf Brillen und vor allem Gleitsichtbrillen sind sehr hoch und die Preise im Markt werden eher intransparent abgebildet – und trotzdem am Ende von vielen Kunden akzeptiert. Zudem brauchen immer mehr Menschen vor allem im Alter eine Sehhilfe, so dass die Nachfrage stetig wächst. Innerhalb des Marktes profitieren dabei insbesondere die Filialisten, kleine traditionelle Augenoptiker haben es schwerer, am Markt zu bestehen.

t3n.de: Was bedeutet das für den Online-Handel?

Mit dem Online-Handel eröffnet sich die große Chance, das Service- und Warenangebot für Kunden transparent und zu jedem Zeitpunkt zugänglich zu machen. Sie erleben ein völlig neues Einkaufserlebnis und bekommen vor allem auch ein besseres Preis-Leistungsverhältnis geboten. Wir sind deshalb überzeugt, der Weg der Zukunft liegt in der Kombination aus den Vorteilen des E-Commerce mit ergänzenden, lokalen Services.

t3n.de: Welche Instrumente der Kundenbindung nutzt Mister Spex und wie gut gelingt es euch, Kunden zu binden?

Im Gegensatz zu vielen stationären Optikern stehen uns zunächst einmal die notwendigen Daten zur Verfügung, um die Kunden und ihre Bedürfnisse zu identifizieren und ihnen mit maßgeschneiderten Angeboten entgegenzukommen. Dazu kommen ein signifikant besseres Preis-Leistungsverhältnis und Services wie die kostenlose Ansichtsbestellungen, Sehtests, die kostenfreie Service-Hotline mit individueller Beratung durch unsere Optiker sowie Brillen- und Kontaktlinsen-Anpassungen in einem Mister-Spex-Store oder bei einem unserer 550 Partneroptiker. Natürlich bleiben unsere Kunden stets über individuelle Newsletter, Mailings sowie sämtliche Social-Media-Kanäle und Blogs informiert.

t3n.de: Die Plattform-Ökonomie ist ein immer größeres Thema im digitalen Handel, nicht für Mr. Spex. Wieso nicht?

Brillen online zu verkaufen, ist komplexer als es zum Beispiel bei Büchern ist. Es gibt sehr viele Parameter zu beachten und die individuelle Herstellung erfordert handwerkliche Expertise. Daher ist es auf vielen Plattformen gar nicht möglich, den Brillenkauf-Prozess abzubilden. Wir haben einen internationalen Online-Shop entwickelt, der genau den Bedürfnissen eines Brillenkunden entspricht und sehen in dieser Spezialisierung einen deutlichen Wettbewerbsvorteil.

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