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MIT-Forscher haben ein Headset gebaut, das Sprachsteuerung ohne Sprechen ermöglicht

(Foto: MIT)

Mit dem Alterego haben MIT-Wissenschaftler ein Gerät entwickelt, das Sprachbefehle versteht, die nicht laut ausgesprochen werden. Wir erklären euch, wie das funktioniert.

Beim Lesenlernen werden Texte zunächst laut vorgelesen. Erst wenn Kinder diesen Vorgang beherrschen, beginnen sie damit, die Texte leise zu lesen. Dabei sprechen sie die Texte jedoch innerlich mit. Dieser Vorgang wird als Subvokalisation bezeichnet und bildet die Grundlage für ein ungewöhnliches Gadget, das von Forschern des MIT Media Lab entwickelt wurde. Das Alterego genannte Gerät ist in der Lage, das innere Mitsprechen in Befehle für ein Spracherkennungssystem zu übersetzen. Der Clou dabei: Ihr könnt Sprachbefehle an euer Smartphone senden, ohne dass eure Umgebung davon etwas bemerkt.

Bei der Subvokalisierung werden Signale vom Gehirn an die Muskeln übertragen. Alterego kann diese elektrischen Signale über die Gesichtshaut lesen. Daraus wiederum erkennt die dazugehörige Software dann, welche Wörter der Nutzer leise mitspricht. Nach einem Training mit nutzerspezifischen Daten soll Alterego bislang eine Erkennungsrate von mehr als 90 Prozent aufweisen. Die Wörter, die Alterego versteht, müssen vom Nutzer bewusst subvokalisiert werden. Eure innersten Geheimnisse bleiben demnach sicher vor dem Gadget – sofern ihr das wollt.

Alterego: Was sind die möglichen Einsatzgebiete?

Es gibt eine ganze Reihe möglicher Einsatzgebiete für ein Gerät wie Alterego. Interessant könnte es beispielsweise in Kombination mit Mixed-Reality-Systemen sein, die Virtuelles und Reales dauerhaft verbinden. Statt laut nach Informationen zu fragen oder merkwürdige Handgesten zu vollführen, könnten Nutzer jederzeit Daten abrufen, ohne dass ihre Umgebung etwas davon mitbekommt. Allerdings geben auch die Forscher hinter der Technik zu, dass sich über mögliche soziale Auswirkungen von Alterego vorläufig wenig sagen lässt.

Noch handelt es sich bei Alterego um ein reines Forschungsprojekt. Auf absehbare Zeit wird es demnach also keine Produkte am Markt geben, die über die hier vorgestellte Technik verfügen. Laut den MIT-Forschern müssen noch einige Hürden bis zur einer möglichen Kommerzialisierung der Technologie gemeistert werden. Dazu zählen sie die Gerätegröße, die Spracherkennungsrate und die Trainingszeit.

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