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Mitarbeiter benoten? Darum verzichtet SAP künftig auf die Bewertung

(Foto: bigbirdz / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

SAP will ab dem kommenden Jahr auf die regelmäßige Benotung seiner Mitarbeiter verzichten. Die Bewertung, von der auch das Gehalt abhängt, schürt offenbar die Unzufriedenheit.

SAP vergibt keine Noten mehr

60 Prozent der deutschen Unternehmen führen eine Leistungsbeurteilung ihrer Mitarbeiter durch. Ein entsprechendes Notensystem wurde Mitte der 1980er-Jahre vom US-Konzern General Electric eingeführt. Seitdem haben weltweit viele Unternehmen ähnliche Bewertungen etabliert. Mit SAP kehrt jetzt aber ein internationales Großunternehmen der Benotung den Rücken. Ab 2017 will der Softwareriese auf sein Notensystem verzichten.

Bei SAP gibt es ab 2017 kein starres Notensystem mehr, bewertet soll aber weiter werden. (Foto: Marc_Smith / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Die Ratings hätten mehr Unzufriedenheit geschürt, als sie Positives gebracht hätten. Das erklärt Wolfgang Fassnacht, Personalchef von SAP Deutschland, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Dabei würden zu Beginn des Jahres Ziele vereinbart, im Sommer würden diese erstmals überprüft. Die Abrechnung erfolge dann kurz vor Weihnachten. Von der Bewertung durch einen Manager hängt auch der leistungsbezogene Anteil des Gehalts ab.

SAP: Noten verhindern konstruktives Feedback

Kritisches Feedback, meint Fassnacht, sei bei den Mitarbeitern eigentlich durchaus willkommen. Aber sobald eine Note erteilt werde, machten die Mitarbeiter komplett zu, Feedback werde dann nicht mehr angenommen. Zudem sei das dreiteilige Notensystem viel zu starr und würde nicht mehr mit der Realität in hochdynamischen Unternehmen wie dem Softwarekonzern übereinstimmen. Auch US-Konzerne wie General Electric, Microsoft oder Adobe prüften eine Abkehr von dem Notensystem.

Bei SAP wird derzeit bei zehn Prozent der rund 80.000 Mitarbeiter weltweit ein neues System getestet, wie Fassnacht gegenüber Reuters ausführt. Die zeitlichen Abstände, in denen Mitarbeiter von Führungskräften Feedback erhalten, sollen kürzer werden, die Bewertungen ohne umständliche Formulare auskommen. Boni ohne Ratings zu vergeben, ist laut Experten aber schwierig. Daher arbeitet SAP noch an einem geeigneten System. Von der „Performancekultur der Gehaltsentwicklung“ will sich SAP laut Fassnacht nicht verabschieden.

Auch interessant in diesem Zusammenhang: „Recruiting: In dieser deutschen IT-Firma hat der Chef nichts mehr zu sagen“.

via de.reuters.com

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2 Reaktionen
Alex

Mitarbeiterbewertungen sind heutzutage in der Wissensarbeit doch eher ein veraltetes Instrument aus einer anderen Zeit, das nicht dafür geeignet ist, die Motivation nachhaltig zu steigern. Die Kriterien sind oftmals nicht wirklich transparent und der Eindruck von Abhängigkeit und Willkür kommt auf.
Zudem ist es schwierig in einem komplexen System, wie es Teams und Organisationen sind, einzelne Menschen zu bewerten. Erfolge sind Team-Leistungen und gar nicht auf einzelne Teammitglieder herunterzubrechen. Dementsprechend sollte hinterfragt werden, welcher Zweck mit solchen Bewertungen und Bonussystemen erreicht werden soll, ob dieser erreicht wird und ob der Aufwand dafür gerechtfertigt ist.

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Lars

Jeder Mitarbeiter lässt sich im Grunde einzeln bewerten. Das fängt bei so uralttugenden wie Pünktlichkeit an und hört bei der Masse an beantworteten Tickets oder irgendwelchen Fehlerquoten auf. Ob das sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt. Arbeits- und Organisationspsychologen sagen nein.

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