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Mobile Connect: Deutsche Mobilfunkprovider wollen Passwörter für Internetportale überflüssig machen

Identitätsplattform Verimi. (Bild: Verimi)

Viele Internetnutzer verwenden ihre Logins bei Google oder Facebook, um sich bei anderen Diensten anzumelden. Künftig soll das auch mit dem Smartphone möglich sein – dank Mobile Connect.

Verbraucher in Deutschland sollen sich künftig mit ihrem Mobiltelefon sicher bei gängigen Internetdiensten anmelden können. Bei dem Verfahren Mobile Connect soll nicht mehr die Eingabe von Benutzernamen und Passwort notwendig sein, teilten die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica am Donnerstag in Berlin mit. Das Verfahren soll beim Einkauf in Onlineshops und bei der Anmeldung in Internetportalen funktionieren. Später sei auch ein Login bei digitalen Behördengängen damit möglich. Der Dienst solle Mitte 2018 starten.

Mobile Connect:  Mit Verimi gegen Facebook und Google

Als erster großer Partner in Deutschland werde die Identitäts- und Datenplattform Verimi künftig das Verfahren anbieten. Verimi ist eine branchenübergreifende Datenplattform von mehreren Konzernen aus Deutschland, darunter Allianz, Axel Springer, Daimler, die Deutsche Bank mit der Postbank und dem Kartendienst Here. Sie wollen mit Verimi gegen die Dominanz von US-Schwergewichten wie Google und Facebook ankämpfen.

Die Mobilfunkprovider betonten, das Login mit dem Mobiltelefon sei besonders unkompliziert und dabei sehr sicher. „Die Anbieter geben den Nutzern damit die Kontrolle über ihre eigenen Daten“, sagte Alex Sinclair, Technikchef des internationalen Branchenverbandes GSMA. Der Dienst ermögliche es Nutzern, Unternehmen und Behörden, bequem in einer privaten und vertrauenswürdigen Umgebung zu interagieren.

Mobile Connect ermöglicht Anmeldung ohne Passwort

Wenn eine Website oder App die neue Login-Möglichkeit unterstützt, wird eine SMS an das Handy des Kunden mit einem Link verschickt. Über diesen Link kann der Anwender dann dem Netzbetreiber die verschlüsselte Übermittlung einer Kundenreferenznummer an den Portalbetreiber erlauben. Danach kann der Kunde auch ohne die Eingabe eines Passworts auf den geschützten Bereich zugreifen.

Mobile Connect: Vertreter der zehn Verimi-Gesellschafter Allianz, Axel Springer, Bundesdruckerei, Core, Daimler, Deutsche Bank mit der Postbank, Telekom, Giesecke und Devrient, Here Technologies sowie Lufthansa. (Foto: dpa)

Bei dem System können die Anwender auch ihre Lieferadresse und Bankverbindung an einen Onlineshop sicher übertragen lassen. Dieser Datenaustausch müsse aber explizit freigegeben werden. „So wird sichergestellt, dass der Kunde jederzeit die volle Kontrolle über seine persönlichen Daten behält“, teilten die Partner mit.

Neben Verimi wurde im vergangenen Jahr ein zweites Projekt aus Deutschland für ein übergreifendes Registrierungs- und Anmeldeverfahren im Internet angekündigt. In der „Login-Allianz“ haben sich RTL Deutschland, Pro-Sieben-Sat.1-Media sowie United Internet mit Web.de und GMX zusammengetan. Der Dienst soll ebenfalls 2018 starten. dpa

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Eine Reaktion
sygnal

Puh, deutsche Großkonzerne stricken an einer gemeinsamen Lösung, um Google Paroli zu bieten? Haha, war dieses Konzept jemals erfolgreich? Und Mitte 2018 heißt natürlich frühestens Anfang 2019. Bis dahin sind ja Blockchain Services wie Remme schneller. Weiterhin gibt es weder einen Sicherheits- noch einen Komfortgewinn gegenüber einem vernünftigen Passwortmanager wie KeePass oder 1Password. Von 2FA wie Google Authenticate ganz zu schweigen. Ganz im Gegenteil wird hier die Sicherheitsthematik auf das Entsperren des Mobilgerätes verlagert, was ja häufig der äußert sichere geswipte Anfangsbuchstabe des Vornamens ist.

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