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Mobile Payment: Ihr sollt zahlen mit dem Unsichtbaren!

Mobile Payment, Digital Wallet, NFC, oder iBeacon – kein Tag ohne einen Artikel zu Entwicklungen rund um mobile Bezahlverfahren. Mancher Anbieter tanzt um das goldene Kalb und vergisst dabei den Blick  auf das Wesentliche.

Es steht geschrieben im Buch des Bezahlens: „Auf, mach uns eine Gottheit, die vor uns hergehe! Denn wir wissen nicht, was dieses Volke begehrt.“ Die Stadtschreiber strebten nach dem Mammon und so begab es sich, dass Talent und Schekel verbannt werden sollten, um zu zahlen mit dem Unsichtbaren. Das Volk aber war ungehorsam, denn es verstand nicht. Die Stadtschreiber aber schrien: „Verbannet den Beutel, denn er ist zu nichts gut! Ihr braucht Silber, Gold und Kupfer nicht mehr. Nehmt diese Zimbeln, denn sie sind gut für Euch!“ Das Volk aber sprach: „Was ist es nütze? Denn auch wenn die Zimbel einen deutlichen Ton gibt, wird sich der Kaufmann rüsten? Es gibt so und so viele Arten der Zimbeln und keine Art ist ohne bestimmten Ton. Wer die Bedeutung des Klanges nicht kennt, wird taub sein für seinen Klang. Also erkläret, wozu sei es nutze!“ So steht es in den alten Schriften und so ist es noch heute.

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Mobile Payment als Heilsbringer? (Foto: © stuart – Fotolia.com)

Mobile Payment – Eine Branche ruft Hosianna

Die Hosianna-Rufe wollen dieser Tage nicht verstummen. Heerscharen von hoch bezahlten Manager und Analysten stimmen Schalmei spielend das Hohelied auf das mobile Bezahlen an. Endlich, so scheint es, hat man etwas gefunden, um dem Volke Neues zu verkaufen. Mobile Payment ist das ganz große Ding, und das „Digital Wallet“ steht noch mal drei Stufen darüber. Die Stimmung ist super, schließlich geht es um viel Geld. Wenn nur das Volk nicht wäre. Das schmälert die Euphorie etwas. Aber das bekommt man auch noch überzeugt. Schließlich hat das Volk sich ja auch aufgelehnt gegen digitale Musik oder Video on Demand. Naja, vielleicht auch nicht. Trotzdem ist Mobile Payment ja schon so was innovatives wie MP3 und Co., oder? Oder?! Und das E-Book und der Erfolg des Kindle – das ist doch wie Mobile Payment oder das Digital Wallet! Oder?!

Mobile Payment – Vergleiche von Birnen und Äpfeln

Es mag sich hart anhören, aber: Nein, das ist es alles nicht. Die Vergleiche, die dieser Tage gezogen werden, passen nicht. Mobile Payment ist im Moment keine digitale Revolution. Leider nein. Nicht mal ein bisschen. Sorry, Jungs. Digitale Musik in Form von Mp3 wurde erst mit Mp3-Playern wie dem iPod massentauglich. Die Technologie wurde bedienbar. MP3 musste nicht mehr illegal runtergeladen, sondern konnte schnell, einfach und günstig gekauft werden. Mit den MP3-Spielern wurde ein zusätzlicher Nutzen geschaffen: Unmengen an Musik konnten Nurzer von nun an mit sich herumtragen. Dem Erfolg des Kindle liegt ein sehr ähnliches Prinzip zugrunde. Bücher lassen sich einfach auf ein Gerät spielen. Ich habe für eine ganze Bibliothek nur noch ein einziges Gerät. Auch muss der Kindle, anders als mobile Bezahlverfahren, nicht überall funktionieren, denn Amazon hat schlichtweg alle Bücher, die man braucht. Mobile Payment ist im Moment nur eine andere, zusätzliche Art des Bezahlens. Das Digital Wallet löst, Stand heute, kein Problem.

Mobile Payment – Technik alleine reicht nicht

Es mag sein, dass das in den Zahlenspielen alles ganz schön anzusehen ist, aber die Welt ist anders als in schicken Pie-Charts. Um das alte, ledernde Portemonnaie abzulösen, braucht man mehr als ein Smartphone oder eine App. Ein Portemonnaie ist eben mehr als die Ansammlung von EC-Karten. Schaut man heute in ein Portemonnaie, findet man neben EC- und Kreditkarten, Personalausweis, Kundenkarten oder Führerschein auch Fotos der Familie, einen kleinen Glücksbringer der Freundin oder einen gemaltes Bild vom eigenen Kind.  All das ist mit Emotionen verbunden. Das mag sich irrational anhören, aber so oft das Portemonnaie auch nerven mag, es geht eben nicht nur um Karten. Wenn man die Geldbörse digitalisieren und durch ein Smartphone ersetzen will, reicht es nicht aus, den Mietwagen bei der Autovermietung mit dem Smartphone aktivieren zu können oder Kundenkarten digital zu hinterlegen. Nur weil ein Smartphone technisch in der Lage ist, den analogen Zahlungsverkehr zu ersetzen, bedeutet das nicht, dass der Nutzer auch auf diesen Zug aufspringt. Technologie ist ein schlechter Berater bei Innovationen.

Mobile Payment – Ein Zukunftsmarkt, der richtig gestaltet werden muss

Mobile Payment und Dinge wie ein Digital Wallet sind spannend und wichtig – Themen, die uns die nächsten Jahre begleiten werden. Wann und wie so etwas aber unser lieb gewonnenes Portemonnaie ablösen wird, hängt alleine von den Mitspielern im Markt ab. Und die haben, so scheint es, einen Tunnelblick. Es wird an der Zeit, dass der Markt  eine praktikable, volksnahe Lösung bekommt. Ansätze gibt es, mal wieder, in den USA. So wie das jüngst vorgestellte Projekt „coin“, das eine Vielzahl von Kreditkarten in einer einzigen vereint. Dazu gibt es eine ergänzende App. Wenn eine solche Lösung  mit NFC oder BLE ausgestattet würde, hätte man eine Mobile-Payment-Lösung die viele Vorteile vereint. Das käme dem „Wallet“ näher als manches Smartphone. Alleine schon wegen der Bauform. Die EC- und Kreditkarten sollten das Bargeld ablösen – ohne Erfolg. Nun sollen Smartphones und Apps EC- und Kreditkarten ablösen. Warum sucht man nicht erst mal nach einer koexistierenden Lösung?

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17 Reaktionen
Vieles könnte besser sein

IT-Projekte sind extrem teuer. Da kann man nicht aufs falsche Pferd setzen. Also sind die Händler vorsichtig.

Bei CNBC hiess es dieses oder letztes Jahr, das früher Leute mit Kreditkarte Kleinbeträge bezahlt haben, welche Knapp bei Kasse waren und sich sozusagen von der Kreditkarte das Geld vorstrecken liessen. Inzwischen aber bezahlen auch Leute mit Geld auf dem Konto ihren Starbucks-Kaffee mit Kreditkarten.

Auch bezahlen hier wohl selten welche im Supermarkt. Die Prozesse sind ungünstig und daher ist Karte langsamer als Bargeld. Man müsste die Karte gleich reinschieben können statt drauf zu warten das Terminal rübergeschoben zu kriegen.
Und mit Geldkarte habe ich übrigens immer gern Zugtickets gekauft.

Und wer sich wegen Mindest-Kaufbeträgen und Gebühren beklagt vergisst, das bei fast allen Zahlungs-Systemen ähnliche Gebühren auftreten welche vermutlich durch die Kreditkarten welche im Hintergrund dahinterstecken bedingt werden.
Itunes und PlayStore-Auflade-Karten gibts in einigen Supermärkten. Apple will 30% behalten. Also nur für Kleinbeträge relevant. Denn variable Kosten (Express-Versand, DHL statt Hermes, Als Geschenk verpackt, Lieferung ins Ausland, Sperrgut-Aufschlag...) muss der Verursacher also der Kunde bezahlen. Und da haben die Kreditkarten mit ca. 3% sich ein Monopol geschaffen.
Und Banken sind träge. Ich will nichtmal neue Chips o.ä. sondern simple Dinge wie QR-Codes für IBAN oder Cash-Flow-Vorhersage. Denn meine regelmäßigen Geldeingänge, Zahlungen und Lastschriften kennen die ja. Auch Lastschriften kann man nicht online verwalten...

Wie auch bei RFIDs oder damals HD-DVD (M$ und ich glaube Toshiba) vs. BluRay (alle anderen) werden Inseln geschaffen. Dadurch wird der Fortschritt massivst verhindert. Ohne NEC hätten wir bis heute kein USB3 denn Intel (als Erfinder von USB) war nicht so interessiert.
Und manchmal denkt man, das die Monopolisten von ihren Freunden Konkurrenz-Firmen oder Disruptoren aufkaufen oder verklagen lassen.

Google-Wallet oder Amazon-Wallet gibts hier doch auch noch nicht glaube ich. Das Kindle wurde hier wohl erst eingeführt als Amazon schlechte Quartalszahlen meldete und vielleicht einen guten Eindruck machen wollte. Die US-Firmen sind sehr US-zentriert. Da ist klar das Samwers deren Ideen hier umsetzen und anpassen und sich dann abkaufen lassen.
Fortschritt hat selten Freunde weil das Establischment dagegen ist.

Die Banken haben seit rot-grün und dem neuen Markt am Online-Banking kaum etwas fortentwickelt.
Erst jetzt mit NFCs auf EC-Karten haben Banken einen Schritt getan. Wenn die Verfügbarkeit größer wird, werden die Annahmestellen vielleicht auch mehr.
Problem: Die Gebühren der EC-Karten-Terminal-Dienstleistungs-Firmen.
Und die Umsatz-Steuer-Gesetze vielleicht auch. Sonst könnte man nämlich problemlos per Barcode auf dem Handy anzeigen und der Handler würde den Barcode scannen und das Geld auf Paypal oder wer das dann anbietet hereingekommen sehen. Wegen Umsatz-Steuer muss man immer die normale Bargeld-Kasse benutzen und so tun als ob schon bezahlt wurde. Sowas müsste sich Graswurzelmäßig etablieren. Leider tut es keiner obwohl Parteien (nicht nur gewählte Politiker) für die Verbesserung vom Volk bezahlt werden. Denn bei den kleinen Geschäften kennt man die Kunden und da bucht keiner zurück und bietet es folglich nur für Stammkunden an. Nett wären kleine Bluetooth-Beleg-Drucker wo man den Beleg in die Kasse legen kann. Man kriegt ja kein Bargeld und will abends beim Geldzählen Bescheid wissen.
Wer ein Land kennt wo man ohne Patente und Abmahnungen sowas etablieren kann, würde es schnell bekommen. Ansonsten müssen wir noch eine Weile warten.
Denn die Internet-Generation will bequem bezahlen und die Praktikanten haben alle Handies. Aber erst mit 30 oder wenn man selbstständig ist, darf man über sowas entscheiden so das der Tipping-Point evtl bald kommt. Interessant wären also Privat-Geschäfte und nicht die großen Ketten.

Und das man nicht Online seine Kreditkarten-Buchungen sehen kann finde ich auch nicht gut. Oder das man fotografiert wird wenn man mit Kreditkarte zahlt und das Foto gleich in der Inbox hat, würde ich als Kreditkarten-Firma sofort einführen. Oder das nachgefragt wird, wenn man im fernen Ausland einkaufen will obwohl man heute morgen noch in Pusemuckel bezahlt hat. Sowas interessiert die alle nicht.
Hätten Einbruchs-Versicherungen etwas davon, wenn alle Einbrecherbanden weggesperrt würden ? Oder müssten die dann die Prämien senken und hätten immer höhere Verwaltungskosten-Anteile.

Ein Aufdecker von Madoff meinte mal im TV, das Forex (Geldwechsel) mit 3% wohl recht teuer wäre und die Banken untereinander wohl nur 0.3% in Rechnung stellen. Überall sind 3% wenn man mal (z.b. hier) die Berichte über Bezahlsysten anschaut.

Und Aldi hat m.W. recht spät Scanner-Kassen und auch EC-Karten-Terminals eingeführt wobei Aldi-Nord und Aldi-Süd und Filialen unterschiedlich schnell waren. Im Lebensmittel-Einzelhandel sollen die Margen recht klein sein, so das man nicht auf Verdacht wahllos Geld verprassen kann. Dank der sparsamen wirtschaftlichen Aldis kauft ganz Deutschland preisgünstig Nahrung ein. Und ohne Schlecker wären Drogerieartikel vielleicht auch deutlich teuer. Wirtschaftliches Denken in Deckungsbeiträgen und Cash-Flows wird leider zu wenig beigebracht. Wozu das führt sieht man im Reality-TV bei Firmen, Restaurants und Privatleuten die vor dem finanziellen Ruin gerettet werden müssen.

Banken könnten besser sein, doch leider interessiert das kein(en).

Ach grade im TV: Angeblich Ermittlungen in USA gegen Banken wegen Devisen-Handels. Nach Gold-Kartell, Libor-Kartell,... usw.

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Rastapopoulus

@Heiko: Wenns mit Karte länger dauert dann liegts am uralten Equipment der Händlers oder an unlesbaren EC Karten, die mal früher länger hielten. Wer beim ALDI mit Karte zahlt ist garantiert schneller als jemand der passend mit Bargeld zahlt.

Das sich Kartenzahlungen in Deutschland langsam wie die Evolution entwickeln liegt am Deutschtum: Händler verweigern generell Kartenzahlung (ist ja was Neues), haben von Kreditkarten noch niiiiie was gehört oder verlangen 10 oder gar bis 30 € Umsatz bis man in die Weihen der Kartenzahlung vordringen darf. Ist doch klar das man da angeäzt ist.

Und mobiles Bezahlen ?? Ja wo sind sie denn ?? Nenn mir doch ein Geschäft wo das möglich ist. Und ich will auch nicht 15 Apps auf meinem Smartphone weil ich mal eine Zeitung damit bezahlen will. An einigen Tanken habe ich mal ein Zeichen gesehen welches an mobiles Zahlen erinnert. NAtürlich konnte mir die freundliche Angestellt überhaupt nicht sagen wie das denn funktionieren würde. Aber schön das man so ein Gerät hat. (Ich gebe jetzt hier der Kassiererin keine Schuld, der ist es piepe *wie* man bezahlt. Aber zumindest die Kette sollte doch sowas mal pushen sonst brauchen die sich auch keine Geräte dafür anschaffen, oder ?)
Enttäuscht ist man auch von den fetten Kreditkartenunternehmen, die sollte man sowieso mal einstampfen. (Oder eine EU-Kreditkarte pushen, hö höh hö), denn die bewegen sich auch eher überhaupt nicht in Sachen mobiles Zahlen, dabei sollte das deren Brot- und Buttergeschäft sein

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Heiko

Ein denkbares elektronisches Zahlungsmittel könnten dezentrale Kryptowährungen sein.
Sie verschaffen immerhin einen Mehrwert gegenüber herkömmlichen Zahlungsmodellen.

Klassische elektronische Bezahlverfahren sind einfach eine deutlich verteuerte Art der Überweisung für flexible Use Cases.

Dezentrale Kryptowährungen haben den Vorteil, praktisch KEINE Transaktionskosten zu verursachen.

Anders gesagt: Wozu den Paypal-Scheiß im Einzelhandel wenn die Gebühren astronomisch hoch sind und ich mein Privatleben offenlege?

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Heiko

Wenn ich im Supermarkt eins hasse, ist es wenn vor mir an der Kasse einer mit Karte zahlen muss. es dauert einfach länger und nervt!!! Wozu das ganze?

Übrigens: noch nicht am Thema Datenschutz und staatsbürgerliche Freiheit interessiert?

Bargeld ist ein Mittel der Coolheit Freiheit, und weithin das am besten und sichersten funbktinierte Tauschmittel.

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Tobias Klevenz

Naja, ich finde gerade am Beispiel mp3 kann man gerade sehen wie schnell so was gehen kann, zack ipod, itunes massentauglich von gestern auf heute und trotzdem wurden noch paar Jahre CDs verkauft, ebooks genau das selbe paar jahre später...und warum soll es bei mobile payments nicht auch einfach passieren? Ich finde kein wirklich gutes Argument hier im Artikel... persönlich hab ich schon lange kein Bock mehr auf Bargeld und finde es wird langsam Zeit.

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Daniel

Nachdem wir unsere ganze Kommunikation digitalisiert haben und somit zur Überwachung- und Kontrollierbarkeit freigegeben haben, nun noch alle unsere Zahlungsflüsse?

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Peter P

Aber war für die Industrie tatsächlich die Ablösung das Ziel? Oder nicht einfach die Etablierung einer neuen, zusätzlichen Zahlungsmöglichkeit?

Kreditkartenzahlung hat einfach den Nachteil, dass es an der Kasse meistens länger dauert als Scheine und Münzen, insofern ist es IMHO valide, nach einer praktischeren Alternative zu suchen.
Bargeldloser Zahlungsverkehr im Allgemeinen hat allerdings gerade in diesen Zeiten den Nachteil, dass er in diesem Zeiten verstärkt der Datensammlerei unterliegt, insofern greife ich gerne auf das gute alte anonyme Bargeld zurück.

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Maik Klotz

Gut, dann sprechen wir zwei von unterschiedlichen Dingen. Ist ja auch nicht schlimm.

Zahlen gibt's hier: http://www.handelsdaten.de/themen/308/zahlungssysteme/

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Benjamin Wagener

Wie gesagt, darauf beziehe ich mich aber nicht. Ich habe mich nur auf den Satz von ihnen bezogen, den ich auch zitiert habe und sonst nichts. Und wie ich bereits auch schon anhand von einigen Beispielen dargestellt habe, ist es auch dann nicht angemessen von "ohne Erfolg" zu sprechen, wenn eine Ablösung nur teilweise erfolgt ist. Ich finde 44% ist doch ne ganz ordentliche Quote. Und ich denke die wird in nächster Zeit noch rasant steigen, vielleicht beim mobile Payment nicht so sehr wie beim Plastikgeld, aber schon weg vom Bargeld. Wobei ich mich bei der Rechnung schon frage: Worauf beziehen sich die Zahlen? Nur auf den Einzelhandel? Inwiefern wurde da berücksichtigt, wie sehr sich der Handel vom Einzelhandel ins Internet verlegt hat, wo Barzahlung (per Nachname beim Postboten) ja doch eher klar in der Minderheit ist?

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Maik Klotz

Es geht um die generelle Aussage auf die sich der Artikel bezieht. Es geht um Mobile Payment und der Hype darum. Dem gegenüber stelle ich, dass Bargeld bis heute nicht abgelöst wurde, man aber schon die nächste Sau durch das Dorf treibt. 56% der Deutschen zahlt nun mal bar. Das "Ablösen" (=Ziel) ist nicht erreicht worden bisher. Anders sieht es in Skandinavien aus, hier jedenfalls nicht.

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Benjamin Wagener

Wo habe ich denn von einem Durchbruch des Mobile Payment gesprochen? Ich habe mich lediglich auf Ihre Aussage bezogen, dass EC- und Kreditkarten ohne Erfolg seien. Das stimmt so pauschal halt einfach nicht.

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Maik Klotz

Naja, genauso wenig wie es angemessen ist, von einem bevorstehendem Durchbruch im Mobile Payment zu sprechen. Die Formulierung mag nicht 100% eindeutig sein, bezieht sich aber einzig auf das Ablösen des Bargeldes. Die EC Karte ist alleine für sich natürlich kein Misserfolg (sonst wäre sie wohl eingestellt worden).

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Benjamin Wagener

Trotzdem ist es nicht angemessen, davon zu sprechen, dass EC- und Kreditkarten ohne Erfolg wären. Er vollzieht sich halt bloß etwas schleppend, wobei sich die Nutzung meiner Beobachtung nach in letzter Zeit immer mehr verstärkt.

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Maik Klotz

Das Ziel der Industrie, Bargeld abzulösen war bisher erfolglos. Es geht ja nicht darum, das Technologien parallel nebeneinander existieren. Das Tauschgeschäft aus der Steinzeit gibt es auch noch ;-)

Der Artikel ist keine Fürsprache für das Bargeld, sondern eine kritische Beleuchtung des Themas Mobile Payment. Und da sind wir noch Galaxien davon entfernt.

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Benjamin Wagener

Es gibt auch immer noch massig Buchhandlungen und Fans von gedruckten Büchern und die eBook-Reader-Nutzer sind immer noch klar in der Minderheit, aber trotzdem wird der eBook-(Reader-)Handel als Erfolg gesehen. MP3s werden zwar inzwischen massiv gehandelt und iTunes und Co. als Erfolgsplattformen gesehen, trotzdem werden aber auch immer noch CDs und sogar auch wieder vermehrt Schallplatten gekauft. Über das Internet sind massig Daten und Wissen verfügbar, trotzdem halten sich öffentliche Bibliotheken mit physischen Medien recht gut und bauen ihr Angebot teilweise sogar noch massiv aus. Mit Smartphones ist man inzwischen fast überall relativ problemlos erreichbar, trotzdem hat die absolut überwiegende Mehrheit an Haushalten auch einen Festnetzanschluss, selbst wenn die ganze Familie mit einem Smartphone versorgt ist. Sorry, aber nur weil die eine Technologie die andere noch nicht vollkommen ersetzt hat, ist es noch lange nicht angemessen von "erfolglos" zu sprechen.

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Maik Klotz

Nun, bisher wurde das Bargeld mal nicht abgelöst. Nicht mal ansatzweise. In Anbetracht der Tatsache, dass es die "Plastikkarte" ja nun schon seit den frühen 70igern ausgegeben wird, geht es doch sehr langsam voran. Ablösen bedeutet "Deutlich mehr Zahlungen via EC als Cash" und das ist mal noch nicht erfolgt.

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Benjamin Wagener

"Die EC- und Kreditkarten sollten das Bargeld ablösen – ohne Erfolg."

Ich weiß ja nicht wo sie leben, aber ich sehe beim Einkaufen, dass immer mehr Leute im Alltag mit EC oder Kreditkarte bezahlen und das schon bei kleinsten Summen. Das ist halt eine langsame Entwicklung, die sich nach und nach vollzieht. Junge Leute sind da eher bereit dem Plastikgeld zu vertrauen als ältere. Das wäre so als wenn man sagen würde, dass das Internet kein Erfolg sei, weil der Großteil der älteren Generationen es kaum bis gar nicht verwendet.

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