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Mobilfunknetze auf der ganzen Welt gehackt: Jahrelang Anrufaufzeichnungen gestohlen

(Grafik: Shutterstock)

Sicherheitsforschern zufolge wurden Anrufaufzeichnungen von gehackten Mobilfunkanbietern auf der ganzen Welt gestohlen und zweckentfremdet.

Wie Sicherheitsforscher vermeldet haben, wurde eine massive Spionagekampagne aufgedeckt, bei der Anrufaufzeichnungen von Mobilfunkanbietern gehackt und gestohlen wurden, um bestimmte Personen gezielt zu überwachen.

In den letzten sieben Jahren sind Hacker systematisch in mehr als zehn Mobilfunknetze auf der ganzen Welt eingebrochen. Dabei erbeuteten sie eine große Anzahl von aufgezeichneten Anrufen von rund 20 Personen. Dazu gelangten sie an Informationen, die sensible Daten, Anrufzeiten und auch die Standorte der Anrufer beinhalten.

Auch Daten von Personen, nach denen nicht gezielt gesucht wurde, sind betroffen, da die Angreifer auf den physischen Standort jedes Kunden der gehackten Telekommunikationsunternehmen anhand der vorliegenden Anrufprotokolle zugreifen können.

Berichtet wurde das Ganze von Techcrunch. Forscher von Cybereason teilten ihre Erkenntnisse mit dem Nachrichtenportal und sprachen von „Spionage im großen Stil“. Bekannt ist den Forschern der Angriff, der sich auf immer mehr Mobilfunkanbieter ausweitete, seit rund einem Jahr. Hatten die Hacker erst einmal ein Netzwerk komplett geknackt, konnten sie andere Netzwerke schneller und effizienter angreifen, da sie bereits Kenntnisse über die Funktionsweise ähnlicher Netzwerke anderer Mobilfunkanbieter besaßen.

Unklar, wer hinter den Angriffen steckt

Der Mitbegründer und Geschäftsführer von Cybereason, Lior Div, gab an, dass die Angriffe aktuell noch andauern würden, und geht davon aus, dass die Hacker mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit staatliche Unterstützung hätten. Festlegen wollte er sich auf diese Vermutung allerdings nicht. Wenn man die verwendete Malware genauer untersucht, erinnert sie stark an die Handschrift von der als APT10 bezeichneten chinesischen Hackergruppe. Div hält es aber auch für möglich, dass jemand versuchen könnte, sich als APT10 auszugeben, um so den Beziehungen zwischen den USA und China zu schaden.

Erst im vergangenen Jahr hat das amerikanische Justizministerium zwei mutmaßliche chinesische Hacker angeklagt, sich bei einer Vielzahl US-amerikanischer Technologiegrößen eingeschleust zu haben. Die chinesische Regierung hingegen weist seit langem die Vorwürfe von Hackerangriffen gegen den Westen zurück.

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