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Porträt

Mobility-Startup Unu: Elektro-Roller sind nur der Anfang

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Unu: Expansion nach Frankreich und die Niederlande

Anfang 2017 haben die Gründer 7,5 Millionen Euro weitere Investorengelder einsammeln können. Bei der Auswahl der Investoren achten die Jungunternehmer darauf, dass keine Interessenskonflikte entstehen, weshalb sie beispielsweise Angebote von Investoren aus der Branche abgelehnt hätten. Man wolle bei der Planung unabhängig von äußeren Einflüssen bleiben, erklärte Mitgründer Pascal Blum. Nichtsdestotrotz kooperiere das Unternehmen mit anderen Unternehmen aus dem Sektor: Unu-Besitzer können sich für Reparatur- und Wartungsarbeiten beispielsweise an einen Bosch-Service-Partner wenden.

Der gedrosselte Unu-Roller darf in den Niederlanden sogar auf dem Radweg genutzt werden. (Foto: Unu)

Mit den neuen Geldern haben die Jungunternehmer in den letzten Monaten den Schritt in die nach Angaben von Unu größten europäischen Rollermärkte gewagt: Frankreich und die Niederlande. In Frankreich müsse man Blum zufolge noch etwas Aufklärungsarbeit leisten und potenziellen Kunden erklären, dass es Elektroroller gebe. Dennoch sei das Interesse so groß, dass die in Frankreich agierenden Pioniere mit der Terminvergabe nicht hinterherkämen. Über 1.000 Interessenten hätten sich für Probefahrten angemeldet – aus diesem Anlass wurde ein Pop-up-Store in Paris eröffnet.

In den Niederlanden sei man auf ein anderes Hindernis gestoßen: Dort sind besonders Roller beliebt, die nur bis zu 25 Kilometer pro Stunde fahren dürfen. Der Grund sei, dass man mit ihnen auf Radwegen fahren dürfe – ohne Helm und Führerschein. Um dieses Marktsegment zu bedienen, habe man die Roller kurzerhand mit einer Drosselung versehen. Die Markteinstiege seien bislang sehr gut angelaufen. Blum rechnet damit, dass die neuen Märkte bald einen Umsatz von 50 Prozent des Unternehmensumsatz ausmachen werden.

Unu Motors: Der Roller ist nur das erste Produkt

Die drei Unu-Motors-Gründer: Pascal Blum, Mathieu Caudal und Elias Atahi (v.l.n.r). (Foto: Unu)

„Wir haben eine große Vision von Urban Mobility.“

Die drei Gründer Pascal Blum, Elias Atahi, und Mathieu Caudal sehen ihr Unternehmen nicht als E-Roller-Firma, sondern als Mobilitäts-Unternehmen, von dem der Roller das erste Produkt ist. Sie haben weit größere Ziele: Lösungen für den urbanen Lebensraum zu entwickeln, mit denen das Leben von Menschen verbessert werden soll. Die Gründer hatten lange überlegt, welches Verkehrsmittel ideal für den Stadtverkehr sei, um Staus zu umgehen, rasch einen Parkplatz zu finden und dabei noch umweltfreundlich zu sein. Der kompakte, wendige Roller war die Lösung. Nicht zuletzt dürfte das Auslandsstudium Blums und Atahis in Peking zur Wahl des Rollers beigetragen haben – in der Millionenmetropole sind E-Roller das ideale Verkehrsmittel, um durch den Verkehrsdschungel zu kommen.

Vor dem Unu-Motors-Hauptquartier: Jeder Mitarbeiter fährt einen der E-Roller. (Foto: t3n)

Einer der ersten Roller-Kunden war der Tesla-Deutschland Chef, an den Blum herangetreten war, um vom ihm zu erfahren, wie Tesla das Problem mit Reparaturen und Services gelöst hat. Dieser konnte ihm aber auch nicht helfen, da Tesla damals noch alle seine Autos im Reparaturfall nach München lieferte. Er war aber heiß darauf, einen der ersten 50 mit der Hand nummerierten Elektroller-Prototypen sein Eigen zu nennen.

Die nächste Etappe stellt die Vorstellung eines voll vernetzten Produkts dar, das sich für alle erdenklichen Sharing-Modelle eignen soll. An diesem Projekt arbeite die Hälfte des mittlerweile 50-köpfigen Teams im Kreuzberger Hauptquartier am Halleschen Tor. Ein Blick auf die Stellenausschreibungen zeigt, dass Unu in den nächsten Monaten massiv weiter wachsen wird – das Unternehmen hat aktuell über 20 Vollzeitstellen ausgeschrieben.  Insbesondere die Software-Entwicklung und der Sales-Bereich sollen ausgebaut werden.

In puncto Produktentwicklung sei man laut Blum unter anderem dabei, die eigenen Roller zu vernetzen – man setze neben der Elektromobilität auf die weiteren Säulen „autonomes Fahren“, „Vernetzung“ und „Sharing“. Das Unu-Entwickler-Team arbeite zudem derzeit an einer eigenen Software-Plattform, mit der sich die Roller beispielsweise auch für Sharing-Dienst eignen würden. Konkrete Details wollte Blum aber nicht herausrücken – er verriet allerdings, dass die Plattform nicht auf Android basieren werde.

Wann Unu seine ersten vernetzten Produkte vorstellen wird, ist unklar. Blum wollte sich diesbezüglich nicht festlegen, kündigte aber an, dass man eine solide und funktionierende Plattform auf die Beine stellen wolle.

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2 Reaktionen
Susi511

NIU und andere sind schon am Markt mit vernetzten Rollern.

However ich finde Roller mit freiem Helmfach, weil herausnehmbare Batterie z.b. unter den Füssen ist oder auch stärkere Modelle spannender.

Hier meine Übersicht für heuer & kommende 2018:

https://imgur.com/a/HT1NY

Antworten
Marcel

Zitat

Laut Pascal Blum, einem der Unu-Gründer, würde man mit den E-Rollern weniger die eingefleischten Vespa-Fans erreichen. Bei denen müsse es dazugehören, dass Roller im klassischen italienischen Vespa-Design daherkommen und knattern und stinken.

Zitat Ende

Ich weiß nicht auf welcher Grundlage Herr Blum diese Aussage getroffen hat. Ich denke jedoch das ein hochwertiger Roller ohne zu viel Plastikanteil und mit einer zeitgerecht interpretierten, klassischen Formensprache durchaus in der genannten Zielgruppe seine Käufer finden wird. In dieser Zielgruppe sind abgebrochene Plastikteile und billig anmutende Verkleidungsteile (z.B. die Schwingenverkleidung hinten) einfach ein NoGo.

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