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Modeplattform Zalando enttäuscht die Börse – trotz beachtlicher Quartalszahlen

Zalando verschreckt die Aktionäre – mit Zahlen, die alles andere als schlecht sind. (Foto: 4kclips / Shutterstock.com)

Läuft eigentlich bei Zalando: Die Modeplattform schafft im zweiten Quartal ein Umsatzplus von knapp 21 Prozent. Warum die Aktie trotzdem einbricht und welche Herausforderungen auf Zalando zukommen.

Zalando hat im zweiten Quartal 20,9 Prozent Umsatzplus hingelegt. Der Umsatz steigt damit auf 1,33 Milliarden Euro. Die Modeplattform erzielte damit in diesem Zeitraum ein bereinigtes Ebit in Höhe von 94,0 Millionen Euro (Marge 7,1 Prozent). Für das Geschäftsjahr 2018 erwartet Zalando ein profitables Umsatzwachstum in der unteren Hälfte der angestrebten 20-bis-25-Prozent-Spanne und ein bereinigtes Ebit am unteren Ende des Zielkorridors von 220 bis 270 Millionen Euro.

Zalando enttäuscht auf sehr hohem Niveau

Doch allein das reicht aus, um die Analysten und Anleger unzufrieden zu machen – und den Aktienkurs zumindest kurzfristig um einige Prozentpunkte auf Talfahrt zu schicken. Denn dieses Ergebnis am unteren Ende des geplanten Zielkorridors wäre schon weniger als erwartet. Dass der Start ins dritte Quartal „misslungen“ sei, wie es JPMorgan-Analystin Georgina Johana ausdrückte, zeigt eher die nervöse Stimmung an den Märkten – und hängt abgesehen davon mit dem hochsommerlichen Wetter zusammen, sodass die Nachfrage nach der nächsten Kollektion einfach für viele noch kein Thema sein dürfte.

Bei Zalando ist einiges im Umbruch: Das Unternehmen gab im März bekannt, man wolle sich im Rahmen einer Umstrukturierung von bis zu 200 Mitarbeitern im Marketing- und Media-Bereich trennen und in Zukunft mehr auf Algorithmen und automatisiertes Real-time-Marketing setzen. Außerdem hat das Unternehmen in den letzten Monaten sein erstes Ladengeschäft in Berlin eröffnet und den Kosmetik-Bereich im Onlineshop gelauncht. Auch im Ausland gabs einige Neuerungen: So hat Zalando im zweiten Quartal seinen Onlineshop in Irland und Tschechien eröffnet und ist damit nun in 17 europäischen Ländern präsent. Der Zugang zum Onlineshop wurde durch die Einführung einer englischen Version in Deutschland, sowie einer italienischen Version in der Schweiz erweitert.

China-Händler: Neue Herausforderungen für Zalando

In den nächsten Monaten könnte gerade Zalando allerdings der Wind noch stärker ins Gesicht wehen, weil die chinesischen Player Alibaba und JD.com auf den europäischen Markt streben – und das vor allem eine Herausforderung für die Großen wie Otto, Amazon und eben Zalando darstellen dürfte. Bekannt wurde außerdem gestern, dass Zalando-Aktien im Wert von bis zu 90 Millionen Euro zurück kaufen will. Der Rückkauf diene, so das Unternehmen, zur Absicherung und Bedienung von Zahlungsverpflichtungen aus dem Langzeit-Incentive-Programm für die Vorstände.

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