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Möbel aus dem Internet: Jeder Dritte hat es bereits getan

Die Deutschen kauften 2016 online Möbel und Haushaltswaren im Wert von 4,6 Milliarden Euro. (Foto: Ikea)

Möbel im Internet zu kaufen, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Doch die Händler können den rechtlichen Vorgaben im Fernabsatzrecht nicht immer gerecht werden.

Für rund die Hälfte aller Deutschen kommt der Kauf von Möbeln per Internet in Frage (48 Prozent). Das ist das zentrale Ergebnis der Otto-Wohnstudie, die das Unternehmen jetzt in Köln präsentierte. Tatsächlich getan hat das auch immerhin mehr als jeder Dritte (37 Prozent), wobei hierunter ja auch Kleinmöbel fallen können. Vor vier Jahren, als Otto eine ähnliche Studie durchgeführt hatte, konnten sich gerade einmal 24 Prozent der Deutschen vorstellen, Möbel per Internet zu kaufen. Getan hatten es damals gerade einmal 23 Prozent. Frauen zeigten laut der Umfrage eine höhere Affinität zum Möbelkauf im Netz auf als Männer, jüngere Paare und Familien weisen die höchste Kaufbereitschaft auf. Frauen sind laut der Umfrage zwar die internetaffineren Käufer von Möbeln, gleichzeitig aber auch die kritischeren, was die Ausführlichkeit der Produktbeschreibung, die Aussagekraft und Zoombarkeit von Bildern oder die Services rund um die Lieferung betrifft.

Informationen vorab und Preisrecherche für Möbel

Immerhin 54 Prozent der Befragten recherchieren im Internet nach geeigneten Möbeln. Dabei sind Suchmaschinen die erste Anlaufstelle der Recherche, gefolgt von „Online-Universalhändlern“, wie die Studie das umschreibt und spezialisierten Möbelhändlern. 43 Prozent nutzen das Internet zur Preisrecherche – im Möbelhandel gar kein einfaches Unterfangen, da hier zahlreiche Firmen ihren Händlern untersagen, über den Preis im Internet zu werben.

Das finanzielle Potenzial dahinter ist auf jeden Fall da: Einen Umsatz von 3,7 Mrd. Euro für Möbel (und Haushaltswaren) im Internet bescheinigte eine Statista-Studie im vergangenen Jahr. Damit ist Deutschland zwar nur auf Platz 5 (hinter China, den USA, UK und Japan), aber angesichts der Marktgröße braucht sich Deutschland nicht zu verstecken. Die umsatzstärksten Händler waren hier Otto, weit vor Amazon, Ikea und Home24. Insbesondere Marktführer Otto (689 Mio. Euro Umsatz mit Möbeln) versucht, sich hier als Partner der Industrie zu positionieren, der den etablierten Möbelhändlern und -herstellern den Weg ins Internet zeigen kann.

Möbel per Post und Spedition: Was die Branche am meisten hemmt

Doch die Branche hat ein Problem, das in der Arbeitsweise der letzten Jahrzehnte begründet ist: Gerade die klassischen Möbelhersteller produzieren oft erst individuell auf Anfrage, was zu Lieferzeiten von drei Monaten und mehr führt. Das missfällt nicht nur vielen Kunden, die gerade im E-Commerce an die sofortige Lieferbarkeit gewöhnt sind, sondern führt auch dazu, dass die Kunden entgegen geltendem deutschen Recht bei Abschluss der Bestellung keinen verbindlichen Liefertermin erhalten.

Wer das Kleingedruckte genauer liest, erfährt, dass der Kaufvertrag oft erst Monate später zustande kommt – dann nämlich, wenn der Händler liefern kann und die Ware bei sich im Lager hat. Problematisch für viele Händler ist aber auch die logistische Frage, insbesondere wenn es sich um sperrige Möbel handelt, die nicht so einfach per DHL & Co. versendet werden können. Weitreichende Kundenrechte im Rahmen des Fernabsatzes sind angenehm für den Käufer, verursachen aber, gerade wenn eine Spedition im Spiel ist, hohe Mehrkosten – insbesondere, wenn der Käufer sich für die Rücksendung entscheidet.

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