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Gadgets & Lifestyle

Moto X Play: Erste Eindrücke des Mittelklasse-Smartphones im täglichen Gebrauch

Das Moto X Play ist ein solides, aber günstiges Mittelklasse-Smartphone. (Bild: Motorola)

Das Moto X Play ist das neue Mittelklassemodell aus dem Hause Motorola und reiht sich preislich zwischen dem Moto G und dem Moto X Style ein. Als wichtigstes Verkaufsargument gilt der große Akku, der nach Herstellerangaben zwei Tage sorgloser Gemischtnutzung ermöglichen soll. Ansonsten bietet das Gerät außer der Tatsache, dass es auf fast unverfälschtem Android basiert, keine offensichtlichen Besonderheiten, die es aus der Masse herausheben könnten. Ich habe es trotzdem gekauft.

Wie ich zum Moto X Play kam

Da ist es also. Erst am Samstag wurde es im fernen Shenzhen zur dortigen DHL-Niederlassung gebracht und schon vier Tage später drückt mir der freundliche Expressbote aus dem gleichen Hause das Päckchen in die Hand.

Das Moto X Play in Originalverpackung (Foto: Autor)
Das Moto X Play in Originalverpackung. (Foto: Dieter Petereit)

Es war ein Spontankauf an einem gewöhnlichen Dienstag. Es war schon spät und ich wollte gerade ins Bett gehen, da machte eine E-Mail in meiner Inbox auf sich aufmerksam. Nun sind E-Mails in meiner Inbox nicht weiter ungewöhnlich, aber der Betreff stach mir doch ins Auge: „Moto X Play ist da! Jetzt auf Moto Maker erhältlich.“ Wie zu oft in solchen Fällen übermannte mich der Haben-wollen-Reflex und eh ich mich versah, hatte ich das Moto X Play konfiguriert und bestellt. Mangels Alternativen wählte ich eine weiße Front und silbergraue Akzente in Rahmen und Deckel. Das ist zwar nicht meine Wunschkonfiguration, sieht aber, wie ich es so in den Händen halte, ganz vernünftig aus.

„Mich interessiert, ob das Gerät meinen Alltag bereichert. Wie es das macht, ist mir eigentlich ziemlich egal.“

Vier Tage nach der Bestellung informierte mich Motorola über den Versand des guten Stücks und lieferte mir einen Tracking-Link mit, den ich in den Folgetagen bestimmt fünf Dutzend Male aufgerufen habe, obwohl Motorola mir keine Hoffnungen machte, ich könnte die Lieferung vor dem 1. September erhalten. Man kennt das ja. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Und in der Tat konnte ich das jüngste Smartphone aus dem Hause Motorola nur eine knappe Woche nach der Bestellung schon in Empfang nehmen.

In den letzten Wochen las ich teils widersprüchliche Informationen zum Moto X Play, die vermutlich wesentlich dadurch zu begründen waren, dass kaum einer von denen, die meinten, sich schreibend zum X Play äußern zu müssen, auch nur in die ungefähre Nähe eines Geräts gekommen war.

Schauen wir also mal, wie es denn tatsächlich um das Moto X Play bestellt ist. Noch eine kleine Warnung vorab: Ich finde die Auflistung der technischen Spezifikationen eines Gerätes immer fürchterlich langweilig. Und die Diskussion der Entscheidung für einen Prozessor A im Vergleich zum ebenfalls möglichen Prozessor B interessiert mich überhaupt nicht. Mich interessiert, ob das Gerät meinen Alltag bereichert. Wie es das macht, ist mir eigentlich ziemlich egal.

Eine Leidensgeschichte: Smartphones und ihre Akkus

Und auch wenn ich zugeben muss, dass mir der reichlich große Akku von 3.630 Milliamperestunden schon ein kleines Verkaufsargument war, geht es mir doch in allererster Linie nicht um die reine Papierleistung, sondern darum, wie sich ein Feature auswirkt. Ich habe beispielsweise auch ein iPhone 6. Niemand wird hier mit der Größe des Akkus oder des RAM prahlen können. Dennoch hält das iPhone 6, oder genauer mein iPhone 6, mit alle anderen Flaggschiffen, die ich jüngst in den Fingern hatte, locker mit.

Die schlechtesten Erfahrungen in Sachen Akku-Leistung mache ich immer und zuverlässig mit Geräten aus dem Hause Samsung. Das S6 schaffte bei mir und meiner Alltagsnutzung reproduzierbar nicht mehr als acht Stunden von 100 auf null Prozent. Das Note 4 mit seinen 3.200 Milliamperestunden hält ewig. Aber nur, wenn ich es nicht benutze. Bei laufendem Bildschirm kann ich der Akku-Anzeige beim Fallen zusehen. Ich hatte schon den Verdacht, versehentlich einen Countdown-Timer eingeschaltet zu haben.

Und auch meine bislang neueste Errungenschaft, ein LG G4, ist nicht wesentlich besser. Sobald man das Pixelmonster-Display anschaltet, fällt die Akku-Kapazität im Minutentakt. Solange man das G4 nur auf Standby hat, hält der Akku gefühlt ewig. Aber abends auf dem Sofa mit dem G4 lesen ist nicht drin, ohne ein Ladegerät anzuschließen, sollte man es über den Tag schon genutzt haben.

Das Moto X Play und das LG G4 sind größenmäßig nahezu identisch (Foto: Autor)
Das Moto X Play und das LG G4 sind größenmäßig nahezu identisch. (Foto: Dieter Petereit)

Zur Ehrenrettung sei gesagt, dass sowohl das S6, wie auch das Note 4 und G4 mit dem richtigen Ladegerät wirklich in einer rasanten Geschwindigkeit zu befüllen sind. Gleiches wird dem Moto X Play nachgesagt. Die entsprechende Hardware ist jedenfalls an Bord, also im Moto X Play vorhanden. Das mitgelieferte Ladegerät, das an sich ganz vorbildlich zwei Anschlüsse vorhält, ist jedoch nicht mit der Schnellladefunktion ausgestattet. Bedenkt man, dass ein Schnellladegerät ab 9,90 Euro bei Amazon zu bestellen ist, verwundert dieses Sparen am falschen Platz doch etwas. Mit dem Ladegerät meines Nexus 6 verbunden, meldete das X Play, es habe nun „Turbopower” – und lud sich in Windeseile wieder auf.

Qi bietet das Moto X Play nicht. Das fand ich allerdings nur bis zur Einführung der Schnellladefunktion unabdingbar, denn ein schnelles Laden via Qi ist nicht möglich. Und wenn ich das Gerät über Nacht laden will, kommt es nicht darauf an, ob ich es an ein USB-Kabel anschließen muss oder auf eine induktive Platte legen kann. Tagsüber stecke ich ausschließlich noch das Schnellladegerät an und erfreue mich an rasant steigenden Kapazitäten.

„Ein Touchscreen muss für mich ein knackiges Bild bringen. Welche Technologie dahinter steckt, ist mir reichlich egal.“

Wechselbare Akkus finde ich immer dann großartig, wenn ein Smartphone so eine schauderhafte Laufzeit aufweist, dass man damit rechnen muss, ohne Ersatzakku partout nicht über den Tag zu kommen. Deshalb ziehe ich das G4 dem S6 ganz locker vor, denn das G4 hat einen wechselbaren Akku. Der Akku des Moto X Play ist fest verbaut, auch wenn die abnehmbare Rückseite anderslautende Hoffnungen nährt. Soweit ich es bislang überblicke, ist der Akku allerdings einer von der kräftigeren Sorte – und das nicht nur auf dem Papier.

Aber ich gehe schon in die Details. Lasst uns eben noch mal klären, was der geneigte Leser von diesem Artikel zu erwarten hat. Ich bin kein Smartphone-Technokrat, der sich an Antutu und sonstigen Schwanzvergleichen ergötzen kann. Prozessorkraft interessiert mich nur, wenn sie nicht ausreichend ist. Ebenso verhält es sich mit der Größe des Arbeitsspeichers. Ein Touchscreen muss für mich ein knackiges Bild bringen. Welche Technologie dahinter steckt, ist mir reichlich egal.

Wenn ihr euch also für rein technisches Spezifikationsgetrommel und diesbezügliche Diskussionen interessiert, seid ihr hier definitiv falsch. Damit ihr aber nicht komplett umsonst bis hierhin durchgehalten habt, gebe ich euch hier den Link zu den technischen Details direkt bei Motorola. Die müssen es ja wohl am besten wissen.

Was mir an einem Smartphone wichtig ist

Meine persönlichen Anforderungen an ein Smartphone sehen wie folgt aus. Wenn ihr euch darin wiederfindet, solltet ihr weiterlesen:

Das Smartphone muss gut in der Hand liegen, darf nicht von allen möglichen Flächen abrutschen und muss ordentlich erreichbare Bedienelemente aufweisen. Benachrichtigungen müssen gut zugänglich und konfigurierbar sein. Hier darf das Konzept des iPhone aus meiner Sicht ruhig als Musterbeispiel gelten.

Der Touchscreen muss ein scharfes, kontrastreiches Bild und eine solide Helligkeit im Sonnenlicht bieten. In dunklen Räumen ist jedes Display zu gebrauchen.

Das Phone muss entweder über Speicher ab 64 Gigabyte aufwärts oder einen SD-Slot verfügen, da ich ein Daten-Messi bin und gerne haufenweise Musik, Filme und sonstiges Multimedia mit mir rumschleppe.

Die Kamera muss vernünftige Bilder machen. Ich ersetze mit meinem Smartphone in 95 Prozent aller Fälle meinen Sony-DSLR-Boliden. Meinen letzten Urlaub auf Kreta habe ich komplett mit dem iPhone fotografisch dokumentiert. Da hatte ich die Sony gar nicht erst mitgenommen. Die Kamera sollte zudem ordentliche Bilder auch in schlechter Beleuchtung zuwege bringen.

Vernünftige Konnektivität inklusive LTE setze ich jetzt mal voraus. Ein Gerät, das nur maximal 3G beherrscht, käme mir nicht mehr ins Haus.

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10 Reaktionen
MotoXBenutzer

Vielen Dank für die Übersicht. Ich habe vor Paar Tagen einen Moto X Play gekauft. Leider, muss ich sagen, dass das Handy schon 3-4 Mal abgestürzt hat. Ich habe es ganz normal ohne stress benutzt aber trotzdem ab und zu reagiert das Handy nicht und neu gestartet. Was kan das Problem hier sein?

Dieter Petereit

Guten Morgen! Das kann ich leider so bestätigen. Auch mein X Play stürzt gelegentlich ab. Auch andere Fehlerchen treten auf, etwa dass sich der Ton nicht lauter oder leiser stellt, obwohl die optische Anzeige etwas anderes suggeriert. Manchmal stellt sich sogar beim Beenden einer App der letzte Screen selbiger als neuer Hintergrund (!) ein. Das ist schon seltsam. Ich hoffe auf eine Behebung per Update, denn Hardwarefehler können das wohl eher nicht sein.

Jörn

Wie sieht es mit dem Lautsprecher aus? Oder hat er zwei? Kann man damit anständig Musik hören?

Dieter Petereit

Es sieht zwar aus als hätte er zwei. Tatsächlich ist aber nur der unter dem Display sichtbare Querriegel ein Lautsprecher. Ordentlich Musik hören kann man damit nicht. Meine Referenzen in dieser Disziplin sind das iPhone 6 und das Nexus 6.

Jens

Super Bericht! Mir war das G4 etwas zu breit und fühlte sich nicht so gut in der Hand an, wie ist denn da das Play? Einige Vergleichsaufnahmen in durchschnittlich beleuchteten Innenräumen wären auch sehr hilfreich. Ich möchte gerne meine spielenden Kinder aufnehmen und hab an anderer Stelle gelesen, dass das Fokussieren in Innenräumen und im Allgemeinen ever träge ist und dynamische Aufnahmen schnell verwaschen.

Dieter Petereit

Hallo Jens! Ehrlich gesagt, fühlt sich das G4 in der Hand besser an als das X Play, einfach weil das G4 außen rum die schmaleren Ränder hat. Und der Breitenunterschied ist wirklich minimal. Per Auge gemessen vielleicht zwei Millimeter. Wenn es um Auslösegeschwindigkeit gehet, kann das X Play nicht mit dem G4 mithalten. Das LG ist da spürbar schneller sowohl beim Starten der Kamera, wie auch beim eigentlichen Auslösen. Verwaschen habe ich noch nicht festgestellt, allerdings habe ich auch noch keine "Sportaufnahmen" versucht ;-)

Dieter Petereit

Nein, eine Benachrichtigung per LED ist nicht vorhanden.

Dominik

Toller Bericht.

Was mich noch brennend interessiert: gibt es eine Benachrichtigungs LED? Und falls ja in verschiedenen Farben?

BISCiTS

Danke für diesen bodenständigen und subjektiven Alltagstest. Besonders die Aussagen zu den wirklich wichtigen, sprich alltäglichen Bedürfnissen ist angenehm. Leider wissen eben viele Benutzer nicht, dass reine Prozessorgrößen und Kerne sowie RAM bei unterschiedlichen Systemen nicht vergleichbar sind. Allein Bildschirm und Hintergrundaktivitäten bei sonst sogar gleichem OS sorgen für massive Unterschiede.
Die Kam des Play macht offensichtlich ganz gute Fotos? Nicht so blass.

Dieter Petereit

Ja, die Kamera ist auf jeden Fall deutlich besser als die bisher verbauten. Mich stört lediglich, dass es keinen dedizierten Auslöser gibt, sondern man durch Tippen an belibiger Stelle auslöst. Das erschwert mir persönlich das Fokussieren schon ziemlich.

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