Software & Infrastruktur

Mozilla Prism 1.0 Beta: Websites und Web-Apps werden zu Desktopanwendungen

Mozilla hat die erste Beta-Version von Prism fertiggestellt. Nutzer sollen mit Prism webbasierte Anwendungen auch als Desktop-Anwendung nutzen können. Diese „Befreiung“ der Webanwendungen aus den Browsern soll die Lücke zwischen Desktop- und Webanwendungen schließen und den Browser entlasten. Ähnliche Ansätze verfolgen auch Adobe AIR und Silverlight von Microsoft.

Lange Zeit war es ruhig geworden um das ambitionierte Mozilla-Projekt Prism. Ganze 18 Monate dauerte es bis die 1.0-Beta-Version dann endlich fertig war. Prism sollte die Brücke zwischen Web-Apps und herkömmlichen Desktop-Anwendungen schlagen und dabei neue Wege in der Benutzerfreundlichkeit ermöglichen.

prism_start

Startfenster von Prism

Vereinfacht kann man sich Prism als stark abgespeckte Firefox-Version vorstellen, die ohne eigenes Interface auskommt und Webanwendungen wie lokale Programme starten kann. Statt Twitter, YouTube, Facebook oder Zimbra via Browser aufzurufen, kann man die URL einfach in das Startfenster von Prism eingeben und einen Ort für das Shortcut-Icon angeben. Anschließend lässt sich die Webseite oder die Web-App einfach wie eine herkömmliche Desktop-Anwendung starten, wobei natürlich eine Internetverbindung bestehen muss.

Wie einfach die Verwendung von Prism ist, veranschaulicht das folgende Video:

Die neue Version ermöglicht die Nutzung von Proxys, die Einstellung von Schriftarten und die Verwendung von Icons sowohl in der Systemleiste, als auch in den Untermenüs der Dock- und Systemleisten-Menüs. Prism 1.0 Beta gibt es wahlweise als Brower-Erweiterung für Firefox oder als Stand-Alone-Anwendung.

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6 Kommentare
Sandkorn

Klingt im ersten Moment faszinierend. Doch das ganze nützt nur etwas, wenn man die Anwendungen auch nutzen kann, wenn keine Internetverbindung besteht. Anderweitig sehe ich keinen Grund, einen „abgespeckten“ Browser zu installieren.

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Schmidt's Katze
Schmidt's Katze

Jup. Bin einer Meinung mit #2. Versteh da so den genauen Sinn hinter nicht… kann mir doch einfach n Shortcut zur Internetseite meiner Wahl aufn Desktop ziehen und gut…

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Falk Hedemann

Der Sinn liegt einfach in der Entlastung des Browsers. Wer viele Webseiten geöffnet hat und darin mehrere Web-Apps laufen lässt, beantsprucht seinen Browser unter Umständen so sehr, dass es zu Einbußen in der Performance kommen kann. Stürzt der Browser gar ab, muss man alle Anwendungen neu starten. Mit Prism macht man aus jeder Web-App eine eigenständige Anwendung, die sich unabhängig vom Browser über den Desktop starten lässt.
Die Web-Apps funktionieren übrigens auch im Browser nur mit Internetverbindung ;-)

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Andreas Lenz

@falk: Jupp, so sehe ich das auch. Web-2.0- bzw. Webservice-Anbieter können mit Hilfe von Prism z.B. Lightwight-Webanwendungen (Prism-Apps) ihrer Dienste auf einfache Weise zum Download anbieten. Prism tritt aus meiner Sicht dabei u.a. in Konkurenz zu Adobe AIR oder Microsft Silverlight.

Gibt es vielleicht schon eine Prism-App-Übersicht, Prism-App-Toplisten oder sowas in der Art?

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