Kommentar

Warum du den Mut haben solltest, auch ohne Plan B zu kündigen

Kündigen ohne Plan B. (Foto: Shutterstock-Eldar Nurkovic)

Ohne Plan B kündigen? Das geht doch nicht! Doch, meint t3n-Autor Andreas Weck. Auch wenn es gute Gründe dagegen gibt, sollten Ängste nicht die Oberhand gewinnen. Ein Kommentar.

Seit einigen Jahren folge ich einer Devise: „Love it, change it or leave it!“ Was du nicht liebst, solltest du ändern. Und wenn es sich nicht verändern lässt, solltest du es hinter dir lassen. Mit dieser Einstellung kommt man im Leben voran, so meine Erfahrung. Dass man allzu lange auf der Stelle tritt oder sich mit unliebsamen Dingen arrangiert, ist so ziemlich ausgeschlossen. Egal, ob es sich um eine enttäuschende Freundschaft, eine erkaltete Liebe oder einem demotivierenden Job handelt. Wenn es nicht mehr passt und es keinen Ausweg gibt, heißt es für mich – und sicher auch viele andere Leser und Leserinnen –, weiterzugehen. Schon Hesse schrieb in seinem Gedicht „Stufen“ passend: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“

Eine Kündigung hat einen reinigenden Charakter

Viel zu oft verharren Menschen jedoch im Status quo. Das große Aber treibt sie um. Ohne Plan B unternehmen sie keinen Schritt – so beispielsweise im Job: Kündigen, ohne eine neue Stelle zu haben? Das geht doch gar nicht! Sagen wir es so: Es geht. Auch wenn es natürlich beruhigender ist, während der Kündigung bereits etwas in der Hinterhand zu haben, muss es jedoch nicht zwangsläufig so sein. Mehr noch: Manchmal ist es sogar besser, keinen Plan B zu haben und trotzdem erst einmal den Job zu kündigen. Denn wer auf einmal nicht mehr im Hamsterrad strampelt, bekommt plötzlich einen neuen Blick für das Wesentliche und kann sich ernsthaft existenziellen Lebensfragen stellen: Wer bin ich? Und was will ich eigentlich?

„Eine Kündigung ohne Plan B geht oft mit Furcht einher.“

Das klingt für viele Menschen, deren Leben von Verpflichtungen flankiert ist, wie ein Scherz. Gerade der Job lässt sich nicht immer so leicht abschütteln. Viele Menschen stecken bis zu beiden Ohren in der Lohnfalle. Sie haben eine Familie zu ernähren oder einen Kredit auszulösen – manchmal sogar beides. Doch daran liegt es oft gar nicht, dass sie nicht einfach kündigen. Bei genauerer Betrachtung würden sie es sogar tun, hätten sie nur ein paar Ersparnisse. Das Argument ist natürlich völlig legitim. Und trotzdem würde ich auch diesen Menschen raten, sich nicht allzu lange von Ängsten stoppen zu lassen. Auch für sie gibt es Wege – ein Aufhebungsvertrag oder finanzielles Polster für die ersten drei Monate bieten ein Mindestmaß an Sicherheit.

Eine Kündigung ohne Plan B geht oft mit Furcht einher. Ich glaube jedoch, dass die meisten Ängste sich nur bedingt bewahrheiten und die wenigsten Menschen ihre Entscheidung im Anschluss wirklich bereuen. Denn eines ist klar: Wer im „Leave it“-Modus steckt, hat oft schon einen langen Leidensweg hinter sich. Sobald die Angst vor der Kündigung jedoch überwunden ist, hat man den Kopf endlich frei, um über einen neuen beruflichen Weg nachzudenken. Und wer seinen alten Job verlassen und anschließend ein paar Wochen für sich hat, kann auch neue Kraft tanken und aufgeschobene Aufgaben ganz ohne knappen Rahmen angehen. Kurz gesagt: So eine Kündigung hat in der Regel einen enorm reinigenden Charakter.

„Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten. An keinem wie an einer Heimat hängen“, lautet eine andere Zeile in Hesses berühmten Gedicht. Sie besagt, dass ein ausgefülltes Leben immer auch Veränderungen mit sich bringt. Und Veränderungen setzen immer auch Mut voraus. Diesen Mut zur Veränderung kann einem niemand einfach so einpflanzen. Den muss jeder selbst aufbringen. Dass das nicht immer leicht ist, ist nachvollziehbar. Aber wer sich nicht mit den Umständen arrangieren oder sie verändern kann, muss eben gehen. Auch wenn das manchmal heißt, keinen Plan B zu haben. Im Leben ist es oft doch so: Je üppiger die Pläne blühen, desto verzwickter wird die Tat. Leben ist das was passiert, während du Pläne machst.

Erfolgreicher im Job: Diese Apps helfen euch bei der Karriere
Jobsuche: Die kostenlose Truffls-App für iOS und Android ist ein Tinder für Bewerber. Wer auf der Suche nach einem interessanten Job ist und fündig wird, swipt einfach nach rechts und schickt einen Lebenslauf ab. Antwortet das Unternehmen, kommt es zum Match. (Grafik: t3n / dunnnk)

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29 Kommentare
Ben
Ben

Das kann nur jemand schreiben der keine Kinder hat, somit also keine Verantwortung im Leben trägt.

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Sunny
Sunny

Das sehe ich genau so wie der Autor. Das hat auch nichts damit zu tun, ob man Kinder oder Familie hat. Wer immer fleissig bis zu seinem Rentenalter einem Job oder einer Taetigkeit nachgeht, den/die er gar nicht mag, macht sich kaputt, ohne es zu merken. Es liegt in der Natur des Menschen, immer mehr erreichen zu wollen, worauf sie hinarbeiten, ohne darauf zu achten, was sie sich und ihrem Koerper damit antun. Nicht umsonst sind Burnout und Depressionen die Volkskrankheiten Nummer 1 in Deutschland. Nur dieses immer mehr und immer besserer Lebensstandard kann doch gar nicht gehalten werden. Die Rente entspricht nur einem Bruchteil dessen, was man waehrend seiner Arbeitszeit verdient. Drastische Einschraenkungen oder Altersarmut sind die Folge. Ein Haus kann vielleicht gar nicht mehr finanziert werden. Da stellt sich doch die Frage, fuer wen man eigentlich 40 Stunden die Woche arbeitet? Sicher nicht fuer sich selbst. Das kurze Leben rauscht in der aktiven Taetigkeit nur so an einem vorbei. Wo liegt denn da das Problem, wirklich einen Schritt zu wagen, die ganze Arbeitskraft anstelle in eine fremde Person (naemlich dem Chef der Firma, der sich n Porsche und ne tolle Villa und vor allem viel Freizeit mit Deiner Arbeitskraft leisten kann) in sich selbst steckt? Man weiss dann wenigstens wofuer man arbeitet, tut das, was einem Spass macht und ist sehr wahrscheinlich gut darin. Denn jeder, der etwas macht, was einem richtig gut gefaellt, macht das hervorragend. Es ist in unserer Gesellschaft, in unserem System leider nur so, dass sehr oft und erfolgreich mit Aengsten gespielt wird. Die Menschen haben vor jeder kleinen Veraenderung Angst. Aber warum eigentlich? Man sollte sich mal die Frage stellen, was im
schlimmsten Fall passieren kann, wenn ich den ungeliebten Job kuendige? Ich verdiene nix und meine Plaene klappen auch nicht, weil ich zb. zu wenig dafuer tue. Dann geht man halt zum Amt und laesst sich Hartz4 geben, bis man was Neues hat. Man hat halt damit weniger zur Verfuegung, aber kommt um die Runden. Miete und Versicherungen wuerden dann das Amt uebernehmen. Also realistisch betrachtet braucht man sich besonders in Deutschland keine grossen Sorgen zu machen. Das Potenzial jedoch etwas eigenes zu starten, und damit erfolgreich zu sein, ist soooo viel hoeher als den Rest seines Lebens in einem ungeliebten Job abzuhaengen und sich krank zu machen. Solche Saetze wie „das kann nur jemand schreiben, der keine Kinder hat“, kommen von Menschen, denen die Angst schon im Gesicht steht und die keine Ahnung haben, was sie sinnvolles mit ihrem Leben anfangen können. Aber an solche Menschen richtet sich dieser Artikel wahrscheinlich nicht. Ich habe den Schritt gemacht und bin aus dem Hamsterrade des Lebens mit eigenen Ideen ausgestiegen. Und ich habe es nie bereut. Deshalb stimme ich dem Text und seinem Autor zu.

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Titus von Unhold
Titus von Unhold

„Nicht umsonst sind Burnout und Depressionen die Volkskrankheiten Nummer 1 in Deutschland.“

Das liegt eher daran dass die Deutschen ein sehr rechtes Land sind noch immer den katholischen Arbeitsethos mit massiver Monstranz vor sich her tragen und gegen jeden Angriff verteidigen. Jedenfalls sehe ich das als Luxemburger so.

rene
rene

So einfach ist das nicht , bei eigener Kündigung steht einen 3 Monate kein Geld zu

Jochen
Jochen

In meinem Job werde ich von meinem Chef nicht anerkannt und sitze mehr meine Zeit ab. Inzwischen werden wir umorganisiert, und unsere ganze Abteilung wird vom darübersitzenden Chef mehr oder weniger aufs Abstellgleis geschoben – kündigen können sie uns nicht.

Ich muss noch knapp 1 Jahr „durchhalten“ für meinen Pensionsanspruch. Den aufzugeben, wäre ausgesprochen blöd. Dahinter liegt eine Spanne von weiteren 3 Jahren bis zur „vollen Pension“. Im Augenblick versuche ich, den Punkt zu finden, der das Optimum zwischen finanzieller Versorgung und Lebensqualität bietet. Gefühlt liegt der, von heute an gerechnet, bei etwa 2 Jahren. Der Artikel hilft mir, diesen Zeitpunkt eher bei 2 Jahren als 3 Jahren zu finden.

Habe auch wenig Neigung, mich noch mal in eine andere „Mühle“ zu begeben. Lieber dann in zwei Jahren durchatmen, reisen und in der Freiheit Alternativen finden. An Langeweile werde ich nicht leiden – habe genig Interessen und Hobbies. :-).

ENactiv
ENactiv

Es gibt immer Mittel und Wege um eine Sperre zu umgehen, informieren sie sich bevor sie Halbwarheiten verbreiten.

Gernhildis
Gernhildis

Aha, wer keine Kinder hat trägt keine Verantwortung im Leben? Interessant.

Und @Titus von Unhold: „katholischer Arbeitsethos“? Das war eher der protestantisch-calvinistische Arbeitsethos. Ich empfehle zu dem Thema „Die protestantische Ethik“ oder „Muße und Verschwendung.“

Maddin
Maddin

Was ist denn das für ein Bullshit!
Wenn ich jetzt sofort kündige, dann muss ich insolvenz anmelden. Wenn man keinen Kredit zahlen muss und sonst kaum Fixkosten hat, kann man das machen. Wenn man sich um seine Familie kümmern muss/WILL(!!) dann sucht man sich was neues bevor man kündigt. Mit laufenden Krediten, mäuler die man versorgen muss kann vllt. 1-2 Monate gut geht mit dem Geld vom Amt, das wars aber auch schon.

Sorry für die ausdrucksweise aber wenn man ein fauler Sack ist, dann sucht man sich ausreden warum man jetzt nicht arbeiten geht.
„Depression & Burnout Volkskrankheit Nr. 1“ ist ein Trend der nicht 100%ig nachgewiesen werden kann und das nutzen faule Menschen aus. RICHTIGE Depression oder Burnout haben von all diesen Menschen vllt. 5-10%. Wir sind ein total verweichlichtes Volk, was nicht flexibel ist.
Ich arbeite seitdem ich 15 bin, das sind jetzt 16 Jahre. Ich habe angefangen in einer Spedition mit „Open-End“ Arbeitszeiten arbeiten wo man teilweise schon bis 3 Uhr morgens in der Arbeit war und um 9 Uhr wieder anfangen musste. Das habe ich 10 Jahre lang gemacht, ich hatte noch nie nen Burnout oder Depression. Ich kann auch all die Leute nicht verstehen die sich über bisschen Arbeit beschweren.

!!! Es ist halt Typisch Deutsch nie mit irgendwas zufrieden zu sein !!!

Könnte kotzen bei so viel Müll was hier geschrieben wird.

Dieter Petereit

Aus irgendeinem Grund fällt mir bei diesem Kommentar ein Beitrag wieder ein. Wo war er noch gleich. Ach ja, hier: https://www.businessinsider.de/wer-schlau-ist-wird-leichter-depressiv-2015-11

FFI
FFI

Nein, es geht auch mit Kinder und Verpflichtungen. Ich habe es bereits zwei mal gewagt, okay einmal wars rückwirkend betrachtet nicht wirklich viel besser als vorher bzw. es gab dann andere Dinge die man nicht vedacht hat (bedenken konnte), aber beim zweiten mal hatte ich auch eine Phase zum nachdenken (ca. 2-3 monate) bevor ich eine neue Stelle angetreten. In der Zeit ist mir vieles klar geworden wie mein Leben (und das meiner Familie) aussehen soll. So etwas sind meist harte Einschnitte, weil es immer bedeutet auf irgend etwas zu verzichten (entweder Geld oder die Heimat oder Zeit). Mittlerweile weiss ich was ich möchte und mir geht es viel besser als vorher. Ich kann den Artikel daher nur zu 100% zustimmen. Interessant ist auch wie der Artikel geschrieben wurde. Ich verstehe jedes einzelne wort dahinter, da ich exakt die selben gedanken hatte. Also nur Mut, traut euch!

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Talabross
Talabross

„Das kann nur jemand schreiben der keine Kinder hat, somit also keine Verantwortung im Leben trägt.“
sehe ich ganz genauso. Die wenigsten Menschen haben ein Finanzpolster von 3-6 Monaten, aber sind im schlechtesten Falle Alleinverdiender für die gesamte Familie.

Und zum Thema Burnout: Wer Burnout hat, muss vorher gebrannt haben. Das sage nicht ich, sondern Psychologen und Psychotherapeuthen. Wer es wirklich hat, dem muss geholfen werden, aber 90% der heutigen Burnout Diagnosen sind entweder Depressionen oder Trittbrettfahrer. Work-Life-Balance heißt nicht „Life First“. Geld will nicht umsonst verdient werden und dazu braucht es Leistung. Wer keine Leistung bring und null Bock hat, muss halt ohne Geld klarkommen. Wenn er es sich leisten kann, sonst muss er arbeiten wie jeder andere auch.

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Crissi
Crissi

Ich gebe dem Autor vollkommen recht. Wenn es mir nicht mehr in der Arbeit passt kündige ich oder lasse mich kündigen. Ich will nämlich nicht wie 90% der Deutschen werden. Frustriert, kein Lachen auf dem Mund, unfreundlich! Wir müssten uns mal ein Beispiel an anderen Ländern nehmen. Die stehen wirtschaftlich vielleicht nicht so gut da, aber diese Menschen haben mehr Lebensqualität!
Oft habe ich das Gefühl, dass wir Deutsche gar nicht wissen was Lebensqualität ist.

Ihr braucht euch nur mal in der S-Bahn umsehen, in was für leere Gesichter man blickt!
Es wird immer schlimmer mit dieser Gesellschaft.

Mut haben ist die Devise. eine Arbeit findet man immer wenn man sich Mühe gibt.
Was nützt einem ein stressiges Leben? Am Ende schert sich keiner um einen, außer der Partner und ein paar Freunde. Aber vom Chef und Arbeitskollegen kann man nichts erwarten ( gibt narürlich auch kleine Ausnahmen ) also warum für fremde Menschen sich kaputt machen?

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Jay

Die Idee im Artikel ist an sich völlig in Ordnung. Wir trennen uns ja auch ab und an von anderen Dingen die wir nicht mehr benötigen und/oder brauchen. Beim Job ist das etwas anders. Dort spielt die Sicherheit eine wesentliche Rolle. Da hängen jeden Monat wiederkehrende Zahlungen und Verpflichtungen dran. Und wenn das seit Jahren so alles ’seinen gewohnten Gang‘ geht, dann haut man nicht einfach mal so in den Sack! Und wer selbst kündigt und denkt Hartz IV bekomme ich easy! Leider falsch gedacht. Das kann viele Wochen dauern bis da eine finanzielle Unterstützung statt findet. Und wenn man dann noch Geld für den Notfall angespart hat, bekommt man vom sog. tollen JobCenter gar nichts. Also, erst einmal die Reserven verbrauchen, dann eine Leistung beantragen und dann ist das Image ‚Hartz IV-Bezieher da. Und es fragt niemand nach dem Warum. Für viele Menschen ist man dann sofort ein Schmarotzer (bei den deutschen Politikern fragt niemand danach. Diese Leute leben dauerhaft vom Staat – von unseren Steuern. Und sie leben sehr gut damit, auch ohne erkennbare Qualifikation). Und nun sollst Du Dich dann mit etwas Eigenem selbstständig machen. Schöne Idee! Bevor Du mit Deiner Idee auch nur einen Euro verdienen kannst bist Du schon zweimal Pleite gegangen. Da kommen Gebühren, Verwaltungsgelder und…und…und auf Dich zu. Jeder will plötzlich Geld von Dir haben. Wofür? Gute Frage! Ich finde Veränderungen immer gut und positiv. Eine Tür schliesst sich, eine neue andere öffnet sich. Man sollte durchaus risikobereit sein und wissen das es durchaus eine Durststrecke geben kann. Helfen kannst Du Dir nur selbst! Auch Scheitern gehört übrigens zu einem Neuanfang dazu. Wer damit leben kann, der sollte sein Glück in die Hand nehmen und sich von den alten Dingen trennen. Hör auf Dein Herz und folge Deinem Bauchgefühl! Think Pink :-)

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Stefan
Stefan

Ich kenne keine Land, in dem die Angestellten dermaßen loyal, nahezu hörig zu ihrem Arbeitgeber sind. Alles, weil man diese Vollkaskomentalität vor sich herträgt. Verknüpft mit einem Lebenstil, der vor allem aus Verpflichtungen und vermeintlichen das-macht-man-doch-so-Lifestyle besteht, legen sich viele Leute eine Kette an. Von der sich zu befreien dann zwischen Arbeit, Familie, Haus und Drittwagen keine Kraft mehr besteht.

Gleichzeitig gibt es kaum ein Land, indem man dermaßen abgesichert mal den einen oder anderen Versuch eines selbstbestimmten Lebens starten kann.

Jeden Job kann man kündigen, und wer sich finanziell von einem Arbeitgeber abhängig gemacht hat, ist ein Sklave. Im Gegensatz zu früher hat man es aber selbst in der Hand, seinen Zustand zu ändern. Ich hab den Schnitt auch gemacht, trotz Familie mit Kind und uns auf eigene Füße gestellt. Niemals wieder werde ich mich von einem Arbeitgeber abhängig machen. Nichts gegen angestellt sein, aber dann nur mit ordentlich Fuck-you-Money in der Hinterhand.

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Magnus Maria Burchert
Magnus Maria Burchert

Schön weiterträumen!
Deutschland ist ein buntes Land, allerding sind die Gespenster nicht mehr unter dem Bett -oder im Schrank, sie sind im Postkasten/-fach! Nix Hartz4!!! Wer bezahlt das denn? Nix rechtes Land, das sind nichtmal 20%!!! Wo holt Luxemburg seine Zahlen?
Fleißig, ja, Angst: natürlich, denn die Eltern haben Fleiß vorgelebt! -Ist es schlecht, fleißig zu sein? -Ich denke nicht!
Und eine 40 Stunden – Woche: das war doch ’n Witz -oder? ;-)
Ergo: weiterträumen! -Träume sind gut und wichtig für die Seele…

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malte grub
malte grub

Für einen Arbeitgeber sind Mitarbeiter, die sich in ihrem Job unwohl fühlen, ja eher ein Verlustgeschäft. – Wenn man aus ungekündigter Stellung heraus keinen besseren Job findet, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man nach erfolgter Kündigung viel Zeit hat, nicht nur die Hesse-Werke zu lesen. Abgesehen davon, dass man die ersten 3 Monate auf sein Arbeitslosengeld verzichtet. Und am Ende des ersten Jahres Arbeitslosigkeit könnte dann die ausfüllende Tätigkeit als selbständiger Paketbote stehen. Also, mach dein Ding. Das natürlich nur für den Fall, dass man kein Medium findet, in welchem man ebenso sinnfreie wie verantwortungslose Artikel veröffentlichen kann und auch noch dafür bezahlt wird.

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JobSearch
JobSearch

Der Artikel liest sich gut. Teils stimme ich zu. Aber als Hochqualifizierter der Generation 50+ der seit 3 Jahren ohne Arbeit einen Job sucht, muß ich widersprechen. Man könnte denken nach ein paar Wochen hat man einen neuen Job. Das ist mitnichten so. Meiner Erfahrung nach funktionieren heute die Arbeitsmärkte genauso wenig für die meisten wie der Wohnungsmarkt und der Gesundheitsmarkt. Aber träumt weiter. Jobvermittler wissen, wenn man erst mal gekündigt hat / ist, ist es im Durchschnitt vier mal schwieriger eine neuen Job zu finden, als wenn man sich aus dem alten Job bewirbt. Also sollte sich hier niemand zur Kündigung aus freien Stücken hinreisen zu lassen, es sei denn er hat sehr viel Geld oder will sowieso auswandern.

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ENactiv
ENactiv

Anfang des Jahres hab ich genau das gemacht, nach 8 Wochen. War das beste was mir passieren konnte. Ich hab genug komische Jobs gemacht, mir teils den Arsch aufgerissen, teils nur rum gehangen. Diese vergeudete Zeit ist es einfach nicht Wert.. Und das mit der Verantwortung und so weiter, mag ja alles sein aber es ist nicht unverantwortlich wir haben soziale Sicherungssysteme, Ihr Kommentar ist rein aus Ihrer Brille geschrieben und somit völlig überflüssig.

Antworten
Steuerzahler
Steuerzahler

Habe ich als unterhaltspflichtiger gemacht. Wollte raus aus den Nachtschichten plus 350 Überstunden im Jahr. Fand as Jugendamt gar nicht witzig, weil ich damit statt 570 Euro/Monat nur noch ca. 460Euro / Monat zahlen brauchte.
Angeblich hungert mein Kind jetzt. Also nur keine Angst? Legt einfach 3 Monatsgehälter zurück?

Ohne weitere Worte!

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H.Erhardt
H.Erhardt

Auf keinen Fall!

Zu kündigen, ohne den neuen Vertrag unterschrieben zu haben, ist ein unglaublicher Anfängerfehler. Das macht höchstens ein Praktikant. Die weit bessere Strategie ist, den alten Job eben noch durchzuhalten und das Geld „rauszumelken“ bis man – nach parallelem Suchen – was besseres gefunden hat. Denn nur dann kann man es sich wirklich leisten Jobs abzusagen, wo im Vorstellungsgespräch dann doch rüberkam, dass der dabei sitzende Chef wohl ne ziemliche Pflaume ist. Sonst gerät man vom Regen in die Traufe.
Und bei allem coolen „ich hab da so’n Motto“… der Weg nach unten ist kurz und geht schnell: Zunächst mal besitzt die Hälfte der deutschen Bevölkerung so gut wie kein eigenes Vermögen (ist echt so). Es wäre fahrlässig, diesen Leuten zu empfehlen „einfach so“ hinzuschmeißen. Die können nämlich nicht von eigenen Ersparnissen leben, bis sie was neues gefunden haben. Man gerät dann schnell in die Bredouille mit der Miete usw. Bei selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit (halt einfach hingeschmießen), wird man beim Amt in Sachen Unterstützung auch erstmal gesperrt. Und nu? Nu ist man in Panik und sucht „jeden“ neuen Job, der irgendwie greifbar ist. Kann ja sein, dass man seinen ollen Job bei der Spedition doof findet, aber mit so einer Aktion kann man dann vom wenigstens fest angestellten Fahrer bei der Spedition auch schnell mal als Leiharbeiter für die Sprinter bei der Post enden. Ist das nun besser? Dann lieber ein Jahr intensiv nebenbei bewerben und in völliger Gemütsruhe einen neuen Job suchen, vielleicht findet sich in Frieden eine bessere Spedition.

Zumal das im Vorstellungsgespräch für über-21 Jährige auch recht schlecht kommt, wenn man sagt „ich hab halt spontan keinen Bock mehr gehabt.“ – Aha. Also keinerlei Durchhaltevermögen, anspruchsvoll und muss auch noch extra entertaint werden. Wer stellt denn Leute ein, die nicht bis nächsten Monat ansatzweise nen Plan haben, was sie tun?

Völlig unnötig und weltfremd.

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JMichael
JMichael

Oh man, wenn man das so liest. Klar, es gibt Menschen, die so leben. Gibt auch Menschen, die kaum über Harz IV verdienen, die können das auch machen. Es gibt aber auch Menschen, die Verantwortung tragen, auch finanziell. Das soll nicht heißen, dass man nicht auch mal eine Stelle kündigen sollte, obwohl man noch gar keinen neuen Job hat, aber einen Plan B muss man haben. Selbst im Text steht ja, dass man ein finanzielles Polster haben sollte, das ist doch genau ein solcher Plan B. Ich für meinen Teil nehme keine Kredite auf, auch das ist ein Plan B, um im Notfall (ich muss einen neuen Job suchen) nicht vor einen großen Problem zu stehen. Ich arbeite nur in Teilzeit und bin nebenher ein wenig selbstständig, auch das ist ein Plan B, sollte der Job mal ein Problem sein, kann ich meine Rechnungen bezahlen. Außerdem bin ich kein Alleinverdiener, die Familie wäre also finanziell abgesichert. Ich habe den Vorteil, jung zu sein und zu den ach so knappen Fachkräften zu gehören, ich würde wahrscheinlich irgendwann einen Job finden, ich hätte also einen Plan B.

Aber diese Art, wie sich die Welt da einfach gemacht wird: Bloß, weil man irgend etwas nicht ändern kann, was einem nicht gefällt, hat man noch lange nicht die Wahl, es einfach zu verlassen. Ein Beamter beispielsweise, was würde der aufgeben? Vielleicht gefällt ihm nicht, dass ihn der Dienstherr nun in eine andere Stadt schickt, aber so ist das nun mal als Beamter, das hat er sich doch vorher so ausgesucht. Ich kenne KFZ-Mechaniker, die für einen Hungerlohn wie der letzte Dreck behandelt werden, sie haben aber schlicht und einfach keine Alternative. Was ist mit Menschen über 50? Die müssen schon sehr flexibel sein um überhaupt noch einen Job zu finden, einfach so einen Stelle kündigen, weil sie den Job nicht mehr lieben? Klar, wenn man alleinstehend ist, kein Problem, aber drei Kinder, die finanziell noch vom Elternhaus abhängen?

Richtig ist, viele warten zu lange, den Job (oder auch alles andere im Leben) zu verlassen, problematischer finde ich aber die, die sich eine solche Entscheidung zu einfach machen und denen die Konsequenzen nicht klar sind oder die ihnen egal sind.

Antworten
bazi
bazi

Ich haben genau diesen Schritt gewagt.
Ich habe aufgrund der finanzellen Unwägbarkeiten als auch als Altersgründen gezögert.
Aber irgendwann ging es nicht mehr. Und ich bin ins kalte Wasser gesprungen.
Und ich habe den Schritt nicht bereut.
Ich war ca. 7 Monate arbeitssuchend. Konnte mich um meine Familie kümmern und mich neu sortieren..
Und seit ca. 5 Monaten einen Job der mir aktuell Freude bereitet.

Antworten
Gerhildis
Gerhildis

Ich habe es genau um diese Zeit vor 3 Jahren auch getan. Nachdem ich einige Wochen lang nur noch mit Bauchschmerzen auf die Arbeit bin und heulen musste, beim bloßen Gedanken daran, habe ich beschlossen, um eine einvernehmliche Auflösung des Vertrages zu bitten (ich hatte einen befristeten Arbeitsvertrag, er einseitig nicht kündbar war).
Ich beendete also meine Arbeit, brach meine Zelte im anderen Land komplett ab und kam zurück nach Deutschland. Ja, ich hatte das Glück, dass ich zumindest ein Dach über dem Kopf in Deutschland sicher hatte, bei meinen Eltern. Ich rechnete nicht damit, bald wieder eine brauchbare Anstellung zu finden, aber irgendwie kam sie doch nach kurzer Zeit. Diese kurze Zeit war gerade finanziell kein Zuckerschlecken, da mein Arbeitslosengeld ca. 500€ betrug. Aber es war es wert… ich hätte mich sonst nur kaputt gemacht, es war auf jeden Fall der richtige Schritt. Und ich würde es in der Situation wieder machen.

Antworten
Pixeedude
Pixeedude

Eine eingreifende Änderung wie eine Kündigung kann nur beflügeln, wenn die Person das Gefühl hat in Kontrolle zu sein.

Einfach mal Dinge wie Aufhebungsvertrag in den Äther zu schiessen ohne zu wissen wovon man redet bringt nichts: dass man mit dieser vertraglichen Vereinbarung mit dem Arbeitgeber quasi selbst mitkündigt und damit meistens eine schlechtere Vergütung (wenn nicht gerade Führungkraft mit einem Angebot vo 300.000 Euro Auszahlung und ohnehin einem neuen Job), seinen Kündigungsschutz der viel Geld wert ist, die eigentlich zustehende Abfindung und die 3 Monate Sperre beim Arbeitslosengeld riskiert wird nicht angesprochen. Der Autor sollte solche Vorschläge der juristischen Beratung überlassen.

Das würde übrigens einigen Arbeitnehmern helfen, da wir immer noch in D und nicht in Lampukistan leben und man viele Dinge in der Arbeitswelt nicht einfach hinnehmen muss. In vielen Jobs kann man einiges ändern, weil es das Arbeitsrecht so gewährt.

Der Rest war auch nicht besser, 20-jähriger Redaktions-Praktikant? Kann nicht von jemandem kommen der aufgrund jahrelanger Berufserfahrung in In – und Ausland und auf verschiedenen Positionen sich jetzt das Berufsleben genauso gestaltet hat, wie es einem gefällt. Das ist in meinem Fall so, seit Jahren eine 4-Tage Woche in einem gut bezahlten Job der gefällt und busy genug ist den Tag zu füllen, daneben genug Zeit für weiteres Studium und Privatleben. Man muss es nur durchsetzen.

Antworten
Gerschmi

Habe auch schon mal eine Stelle aufgegeben, ohne eine Aussicht auf eine neue Stelle zu haben. Kurz vor knapp habe ich dann einen neuen Job gefunden. Und jetzt arbeite ich näher an Zuhause, bekommen 40% mehr Lohn und habe den besten Job der Welt.

Antworten
Rei
Rei

Sehr geil! Willkommen in einer Welt voller Egoisten, die beim ersten kleinen Widerstand das Weite suchen. Früher nannte man sowas Weicheier.

Antworten
Pete
Pete

Kommt in dieser Serie der Blogger-Lebensweisheiten auch noch der Folgeartikel: „Warum Du den Mut haben solltest, Dir Geld von Inkasso Moskau zu leihen, auch ohne Plan B zu haben, wie Du deine Schulden überhaupt zurückzahlen kannst.“?

Antworten
ichbins
ichbins

Knapp 38-jährig, ziemlich ausgelaugt, alleinstehend mit 2 Kindern habe ich zum ersten Mal auf diese Weise gekündigt. Was mir extrem zu schaffen machte, waren die entsetzten Ratschläge und Warnungen von Familie und Freunden (bei der heutigen Lage – mit den Kindern – Leichtsinn usw.). Ständig mußte ich mich verteidigen. In mir war die absolute Sicherheit, dass eine neue Türe für mich aufgehen würde, denn ich hatte die alte geschlossen. Mit dankbarem Herzen wartete ich – und es kam so! Ca. 5 Jahre später – meine Jüngste war noch von mir zu versorgen – sagte ich vor dem gleichen Schritt niemandem etwas. Wieder wartete ich. Dankbar für die freie Zeit, für die Möglichkeit der Erholung und Regeneration kam die Job-Anfrage sogar zu mir, ohne dass ich etwas dazu tun mußte. Ich zog um in eine wunderschöne Gegend und hatte den Job meiner Träume. Heute bin ich Mitte 70, lebe von einer kleinen Rente und danke täglich für die Stille um mich herum und die Zufriedenheit in mir. Traut Euch, der Himmel ist auf Eurer Seite!

Antworten
garp
garp

Grundsätzlich ist dies ein dankenswerter Artikel. Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung – das ist auch mein Lebensmotto. Ob und wieweit das jeder für sich im (Arbeits-) Leben umsetzt, ist dann seine eigene Entscheidung …

Interessant finde ich die wütenden (aggressiv, teilweise entgleisenden) Kommentare!
Wer auf ein Thema (egal welches) so extrem abweisend reagiert – darf sich mit sich selbst mal beschäftigen. Weil genau dieses Thema dann in der Regel mit einem selbst zu tun hat. Das darf angeschaut und bearbeitet werden – Veränderung halt ;-)

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