News

Fakeshops sollen Geld über N26 gewaschen haben

(Foto: N26)

N26 kommt aus den Negativschlagzeilen nicht heraus: Laut einem Medienbericht sollen gefälschte Onlineshops Geld über die Berliner Smartphone-Bank gewaschen haben. Was sagt der Gründer?

Neuer Ärger für N26: Mutmaßliche Betrüger haben offenfbar Hunderte Konten bei der Berliner Smartphone-Bank eröffnet, um Zahlungen in gefälschten Onlineshops entgegenzunehmen und sich anschließend aus dem Staub zu machen. Einer gemeinsamen Recherche von Süddeutsche Zeitung und NDR zufolge waren fast 400 N26-Konten betroffen. Dies war nur möglich, weil die Kriminellen gutgläubige Testkunden und Lücken in der Risikokontrolle des Fintechs ausnutzten.

Ahnungslose N26-Testkunden geprellt

So zitiert die Süddeutsche Zeitung einen Kunden, der im Auftrag eines angeblichen Marktforschungsunternehmens das Video-Identifikationsverfahren von N26 testen sollte. Für eine Gegenleistung von 60 Euro registrierte sich der Kunde zunächst auf der Website des Unternehmens und eröffnete danach ein Konto bei N26 – wenige Tage später erhielt er eine Mastercard und eine Kontonummer, die er an die vermeintlichen Marktforscher weiterreichte. Die versprachen, das Konto zu löschen.

Doch dazu kam es nicht: Stattdessen missbrauchten die Marktforscher die Identität des Kunden, um Geld aus dem Geschäft mit gefälschten Onlineshops zu waschen. Der Betrug flog erst auf, als der Testkunde die Website der Marktforscher nach Erhalt der 60 Euro nicht mehr aufrufen konnte und die Polizei einschaltete. Teilweise sollen mehrere Tage vergangen sein, ehe N26 die kompromittierten Konten sperrte.

Das sagt N26 zum Vorfall

Auf Nachfrage von SZ und NDR erklärte N26, die insgesamt 394 verdächtigen Konten seien inzwischen geschlossen worden. Die Bank, vertreten durch Geschäftsführer Valentin Stalf, verwies auch auf die hohen Sicherheitsstandards: „Ich glaube auch, dass wir in vielen Bereichen deutlich sicherer sind als der Marktdurchschnitt“, sagte Stalf. „Es gibt einfach Bedrohungsszenarien, da müssen wir uns ständig weiterentwickeln.“ Man tue derzeit alles, um die Verfahren noch sicherer zu machen.

Die Betrugsfälle verschärfen die seit Wochen andauernden Negativschlagzeilen der Berliner Smartphone-Bank. Erst im März wurde bekannt, dass Konten einzelner Kunden von Betrügern leergeräumt wurden. Zudem war N26 für Kunden nicht per Telefon erreichbar und auch nur unzureichend per Chat. Die Finanzaufsicht (Bafin) kritisierte daraufhin in einer Sonderprüfung die Personaldecke, den Umgang mit ausgelagerten Aufgaben und die IT– und drohte mit Sanktionen, sollte N26 die Probleme nicht beheben. Die Smartphone-Bank versprach Besserung.

Zum Weiterlesen:

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

5 Kommentare
Daniel

Hallo,
ich bin Daniel, Marktforscher im Auftrag von Porsche. Bitte kaufen Sie einen Porsche 911 RS und händien mir Brief, Autoschlüssel und ihre Seele aus.

Ganz ehrlich, wer auf so eine Masche hereinfällt sollte lieber zu Banken, die Filialen haben, weil man dann Geistig ca 1969 lebt.

N26 hat, wiedereinmal, nur indirekt etwas falsch gemacht, nämlich die lange Löschzeit. Viel wichtiger wäre es, Leute aufzuklären, anstatt schwarze Peter von A nach B zu schieben.

Das ist die selbe Problematik wie mit den SPAM-Mails, die sich für Facebook & Co ausgeben.

Selbst Schuld, würde ich sagen.

Antworten
Ben B.
Ben B.

Sehe ich auch so. Der Fehler war, dass der Typ so dumm war, ein Konto für jemand anderen zu eröffnen, das ist sicher nicht die Schuld der Bank. Aber ja, N26 hätte schneller reagieren müssen, aber gegen solche Kunden, die derart dummes tun, kann die Bank auch nix machen.

Antworten
Andreas
Andreas

Das Hauptproblem bei N26 ist und bleibt die Kommunikations- & Reaktionsfähigkeit. Schon zu Zeiten der Hotline war die Hilfestellung am Telefon mau aber seitdem der Chat die Hotline abgelöst hat, ist die Bank absolut untauglich, wenn man denn dann mal Fragen oder Probleme hat.

Antworten
Daniel

Kann ich so nicht Bestätigen, wenn man persönlich mit jemanden Sprechen möchte sagt man das im Chat, dann wird man zurückgerufen. Natürlich gibt’s bei N26 auch Spitzen, die hat die Telekom, o2, etc auch.

Ich nutze N26 quasi seit Tag 1 als Gehaltskonto und ich hatte seither keinerlei Probleme, weder in der Nutzung noch im Support. Dazu sei gesagt, dass ich kein Bezahl-Kunde bin, d.h. ich nutze lediglich die kostenlosen Produkte von N26.

Keule
Keule

Kein Wunder bei einer „Bank“, die mit unfähigen, ungelernten Mitarbeitern operiert, deren Zahl zudem noch viel zu gering ist. Aber da Arbeitskräfte nun mal Geld kosten, wird auf Teufel komm raus am Service gespart.
Ich bin mir sicher, dass das nicht der letzte Skandal war und es diesen Saftladen in spätestens fünf Jahren nicht mehr geben wird. Irgendwann wird auch der unbedarfteste Kunde merken, dass es dutzende besserer Alternativen gibt.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung