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Nach dem Brexit: Großbritannien will 2020 die Digitalsteuer einführen

Schatzmeister Philip Hammond. (Bild: Gov.uk)

Steuern auf die Umsätze der Internetriesen: Großbritannien will nach dem Brexit auf eigene Faust eine solche Digitalsteuer für Amazon, Apple, Facebook, Google und Co. einführen.

Die EU-Finanzminister haben sich zwar im September grundsätzlich auf die Einführung einer Digitalsteuer geeinigt – bisher steht eine Vollzugsmeldung aus. EU-weit sollen Steuerbehörden den vorläufigen Plänen zufolge ab 2019 drei Prozent der in der EU erzielten Umsätze von Internetriesen wie Amazon, Apple, Facebook, Google und Co. kassieren können. Anders als die EU bisher macht Großbritannien jetzt Nägel mit Köpfen: Nach dem Brexit führt das Land ab 2020 seine eigene Digitalsteuer ein.

Digitalsteuer: Großbritannien will 2 Prozent vom Umsatz der Internetriesen in UK

Per Twitter erklärte das britische Finanzministerium, dass zwei Prozent des Geldes, das Tech-Riesen in Großbritannien verdienen, dann als Steuern anfielen. Zudem hieß es, dass das entsprechende Gesetz so gestaltet werde, dass vor allem die in Europa bisher vergleichsweise wenig Steuern zahlenden internationalen Großkonzerne betroffen sind, weniger die heimischen Startups. Die Steuer solle demnach auf profitable Konzerne mit einem Umsatz von mindestens 500 Millionen Pfund (rund 560 Millionen Euro) Anwendung finden. Zudem befinde man sich noch in Gesprächen mit OECD und G20, um gegebenenfalls eine internationalere Regel anzuwenden, wie Techcrunch berichtet.

Die EU will die Digitalsteuer ähnlich wie Großbritannien ausrichten, der konkrete Gesetzestext ist allerdings noch in Arbeit. Den bisherigen Ideen zufolge sollen die Umsatzabgaben erst ab einem weltweiten Umsatz von mindestens 750 Millionen Euro sowie EU-Umsätzen von mindestens 50 Millionen Euro erhoben werden. t3n-Kollege Tobias Weidemann hat diese Pläne in seinem Kommentar zur Digitalsteuer allerdings als „so populistisch wie zahnlos“ bezeichnet. Es werde genügend Steuerschlupflöcher geben und die bestehende Ungerechtigkeit weiter bestehen bleiben, meint er.

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Kritik gibt es auch an den Digitalsteuer-Entwürfen Großbritanniens – diese seien viel zu niedrig angesetzt. Laut Schatzmeister Philip Hammond, dem das Finanz- und Wirtschaftsministerium HM Treasury untersteht, sollen ab 2020 rund 400 Millionen Pfund (rund 450 Millionen Euro) an Einnahmen über die Digitalsteuer generiert werden. Zum Vergleich: In Deutschland müsste allein Apple laut Informationen über die Umsätze aus dem Vorjahr bei aktiver EU-Digitalsteuer rund 150 Millionen Euro an Steuern zahlen.

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