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Nach starker Kritik: Web Summit lädt Marine Le Pen wieder aus

Marine Le Pen wird doch nicht auf dem Web Summit sprechen. (Foto: dpa)

Nach Online-Protesten haben die Veranstalter des Web Summits die rechtsextreme Politikerin Marine Le Pen wieder ausgeladen. Nur einen Tag zuvor hatte Konferenzmitbegründer Paddy Cosgrave die Einladung noch öffentlich verteidigt.

Marine Le Pen wird nun doch nicht als Rednerin auf dem Web Summit auftreten. Das erklärte Paddy Cosgrave, der Mitbegründer der Technologiekonferenz, auf Twitter. Dort bezeichnet Cosgrave ihre Anwesenheit als respektlos gegenüber dem Gastgeberland Portugal, in dem noch bis 1974 eine nationalistische Militärdiktatur geherrscht hatte. „Es ist außerdem respektlos gegenüber einigen unserer mehreren zehntausend Besuchern, die uns aus aller Welt besuchen“, so Cosgrave. Nachdem bekannt wurde, dass die französische Politikerin, die der rechtsradikalen Partei Rassemblement National vorsitzt, als Sprecherin beim Web Summit auftreten werde, hatte sich in den sozialen Netzen massiver Widerstand geregt.

Am 14. August 2018, also nur einen Tag bevor Le Pen wieder ausgeladen wurde, hatte Cosgrave die Einladung noch in einem wortreichen Blogbeitrag verteidigt. In dem Text, der über das offizielle Medium-Konto des Web Summits veröffentlicht wurde, bezeichnete Cosgrave die Ansichten von Le Pen als „nicht durchdacht“. Allerdings würde die Politikerin auf einer der kleinsten Bühnen sprechen und außerdem seien Sprecher auf dem Web Summit nicht eingeladen, um „unwidersprochen Reden zu halten“. Neben kritischen Fragen von Journalisten würde es auch andere Panel-Teilnehmer vor Ort geben, die offen extreme Standpunkte debattieren könnten.

Web Summit: Im letzten Jahr wurde Brexit-Befürworter Nigel Farage eingeladen

Es ist nicht das erste Mal, dass die nach eigenen Angaben weltgrößte Technologiekonferenz Sprecher aus dem rechtspopulistischen Umfeld einlädt. 2017 wurde Nigel Farage, der ehemalige Vorsitzende der rechtspopulistischen britischen Partei UKIP, eingeladen. Farage ist ein prominenter Brexit-Fürsprecher und engagierte sich im US-Wahlkampf 2016 für den späteren Gewinner Donald Trump. Er ist der Vorsitzende der europaskeptischen EU-Fraktion EFDD, zu der auch die AfD gehört.

Weiterlesen: Unser Eindruck vom letztjährigen Web Summit.

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2 Reaktionen
Sebos

Gerade das Web stand mal für offenen Diskurs und dafür, dass JEDER seinen Platz darin findet. Das war eine ganz große Stärke. Schade, dass man sich dem Druck beugt. Wir brauchen nicht weniger, sondern viel mehr Kontroverse und Perspektivänderungen, wenn wir uns gesamtgesellschaftlich weiterentwickeln wollen. Auch wenn einem die eine oder andere Ansicht erstmal "nicht schmeckt".

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Simon

Warum hat die Linke und die Mitte so viel Angst, wenn sie sich doch so im Recht sieht, wenn sie doch die vermutlich besseren Argumente und starke Redner hat. Einer Meinung kein Podium geben wollen? Gerade das Web Summit und ihre Besucher sollten mitbekommen haben, dass heute J E D E R ein weltweites Forum hat. Das ist schade, weil so den Rechten in die Hände gespielt wird. Stellen wir uns dem Diskurs! Dann kann die Meinungsfreiheit zurück erobert werden.

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