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Nach Urheberrechtsreform: VG Media fordert Milliarden von Google

Neuer Streit ums Leistungsschutzrecht: Was würde Google tun?  (Bild: Bubble_Tea Stock / Shutterstock)

Die Urheber sollen mehr Geld bekommen – das war eines der Hauptargumente für das neue Urheberrecht. Jetzt fordert eine Verwertungsgesellschaft postwendend Geld von Google.

Kaum ist die europäische Urheberrechtsnovelle verabschiedet, kommen die ersten Rechnungen und der Streit über das Leistungsschutzrecht geht weiter. Die VG Media hat Google laut FAZ-Informationen eine saftige Rechnung präsentiert und fordert neben einem Milliardenbeitrag einen Lizenzvertrag. Die VG Media vertritt die Interessen von Presseverlagen und privaten Fernseh- und Rundfunkanstalten. Die Pläne der VG Media kann man wohl problemlos als gewagt bezeichnen. So will die VG Media offenbar rückwirkend für die Jahre 2013 bis 2018 resultierend aus dem Presseleistungsschutzrecht 1,24 Milliarden Euro haben.

Die VG Media legt dabei, so berichtet es die FAZ, den von Google in Deutschland erwirtschafteten Umsatz in Höhe von 24,77 Milliarden Euro zugrunde und fordert hiervon fünf Prozent. Da Google selbst für Deutschland keine Zahlen ausweist, hat die VG Media hier kurzerhand geschätzt und gerechnet. Gleichzeitig betrachte man die anhängigen Gerichtsverfahren vor dem Berliner Kammergericht und dem Berliner Landgericht als erledigt, wenn sich Google hierauf einlasse.

Google soll zahlen – doch wer würde profitieren?

Doch es geht noch weiter: Für die kommenden Jahre will die VG Media einen Lizenzvertrag zur europaweiten Nutzung der Inhalte durch Google. Dabei spricht die Verwertungsgesellschaft von einer pauschalen Lizenzsumme zwischen 3,44 Milliarden Euro (2019) und 8,5 Milliarden Euro (2024). Voraussetzung dafür wäre allerdings, dass die VG Media die Interessen von Sendern und Verlagen EU-weit wahrnehmen würde.

Unbekannt ist, was mit dem Geld passiert, das die VG Media an die Verlage und Rundfunkanstalten weiterreicht – beispielsweise auch, ob die wirklichen Urheber davon etwas zu sehen bekommen. Denn anders als in der VG Wort, in der auch die Urheber selbst Mitglied sind, vertritt die VG Media nur die TV-Stationen, Radiosender und Betreiber von digitalen Verlagsangeboten.

Ob und wie Google darauf reagiert, bleibt abzuwarten. Im Raum steht hier ja immer noch die „spanische Lösung“, sämtliche Medienangebote aus den Suchergebnislisten zu tilgen, statt für die Nutzung der Snippets zu zahlen. Ob das den Mitgliedern der VG Media recht wäre, darf allerdings bezweifelt werden.

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2 Kommentare
Thomas
Thomas

Google Youtube wird sich nur auf solche Deals einlassen, wenn sie keine besseren Möglichkeiten hätten. Sie könnten einfach ganz auf das betroffene Material verzichten. Ich möchte nur an den jahrelangen Streit mit der GEMA erinnern, wo statt Video nur ein Hinweisbild erschien.

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Zero
Zero

Mal von den anderen Detail abgesehen… Ich lese immer mehr von dem Quatsch, dass nach Verabschiedung neuer Gesetze oder gerichtlicher Präzedenzfälle, die auch irgendwas mit Geld und Vergütungen zu tun haben, plötzlich rückwirkende Forderungen gestellt werden. Ich will mich hier nicht auf die Seite der Großkonzerne stellen, die das bisher wohl hauptsächlich betrifft, aber woher kommt dieser Wahn, plötzlich für zig Jahre im Nachhinein Kohle zu verlangen, wenn erst jetzt die Grundlage dafür geschaffen wurde? Sind die alle noch ganz dicht? Als nächstes erfinden die eine Atem-Steuer und wir dürfen für die 10 Jahre rückwirkend blechen.

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