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Test

Nahrungspulver-Shakes oder: Flüssignahrung aus der Tüte – 12 Soylent-Alternativen aus Europa im Test

(Screenshot: YouTube)

Mit Soylent hat Software-Entwickler Rob Rhinehart einen Trend ausgelöst: Flüssignahrung als Ersatz für ganze Mahlzeiten. Seine Nahrungspulver-Shakes waren zwar die ersten auf dem Markt, doch inzwischen haben sie Konkurrenz aus Europa bekommen. Florian Blaschke hat sie unter die Lupe genommen und 13 Wochen Soylent-Alternativen wie Joylent, Mana oder Bertrand getrunken. Ein Selbstversuch.

Soylent: Das Vorbild aller Nahrungspulver-Shakes

Rob Rhinehart, der Erfinder der Flüssignahrung. Sein Nahrungspulver-Shake Soylent war der erste auf dem Markt. (Screenshot: YouTube)
Rob Rhinehart, Auslöser des Flüssignahrung-Trends. Sein Nahrungspulver-Shake Soylent ist seit 2014 auf dem Markt. (Screenshot: YouTube)

Das Rezept klingt, als könne man damit eine Bombe bauen: 70 Mikrogramm Selen, zwei Milligramm Mangan, 75 Mikrogramm Molybdän, 20 Milligramm Niacin... Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Doch all diese Inhaltsstoffe sind keine Chemikalien für Bastler, es sind elementare Nährstoffe für den menschlichen Körper. Und sie gehören zu einem Rezept, mit dem Entwickler Rob Rhinehart vor einigen Jahren Furore gemacht hat. Was dabei rauskommt, wenn man all diese Stoffe mit Kohlenhydraten, Proteinen, Fetten und Vitaminen mischt, nennt Rhinehart „Soylent“ – ein Name, der nicht zufällig an die aus Menschen hergestellte künstliche Nahrung aus dem Science-Fiction-Film „Soylent Green“ erinnert. Rhineharts Idee: Er will das Essen überflüssig machen. Mit Wasser gemixt, soll seine Rezeptur ganze Mahlzeiten ersetzen. Ein fantastischer Plan.

Mittlerweile ist aus dem Plan ein Produkt geworden – und aus der Idee der Ersatzmahlzeiten ein Markt. Rhinehart vertreibt Soylent seit 2014 unter dem Slogan „Free Your Body“, mit Soylent 2.0 gibt es auch ein schon fertig angemischtes Produkt – für alle, denen es mit dem Original noch nicht schnell genug geht. Doch nach wie vor ist sein Nahrungspulver-Shake nur in den USA und Kanada erhältlich. Kein Wunder, dass die Konkurrenz in Europa diese Marktlücke ausnutzen will. Und so sind in den vergangenen Monaten gleich eine ganze Reihe von Startups aus Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien, Tschechien oder Finnland angetreten, um sich von dem erhofften Millionenkuchen eine Scheibe abzuschneiden. Obwohl sie dieses Wortspiel vermutlich blöd fänden. Kuchen? Ist ja nun wirklich von gestern.

Nahrungspulver-Shakes: 12 Soylent-Alternativen aus Europa

Ich habe mir vorgenommen, möglichst viele dieser in Deutschland erhältlichen Produkte zu testen. Und: mich mit Experten darüber auszutauschen, was sie davon halten. Nach der Recherche übrig geblieben sind zwölf Anbieter*****: Bertrand, Veetal, Compleat und United Shakes aus Deutschland, Queal, Joylent, Nano, Jake und StonerMhake aus den Niederlanden, Mana aus Tschechien, Huel aus Großbritannien und Ambronite aus Finnland. (Manche der Hersteller bieten neben den Haup-Produkten auch noch Light- oder Veggie-Varianten an, die Bewertungstabellen beziehen sich aber immer auf den Standard-Shake.)

Natürlich gibt es noch weit mehr Firmen auf dem Markt, die ich hätte berücksichtigen können. Sie stellen Diät-Drinks her und Protein-Shakes, sie produzieren Nahrungsergänzungsmittel und Smoothie-Pulver. Doch ich habe mich ganz bewusst auf Produkte konzentriert, die eine oder mehrere komplette Mahlzeiten ersetzen wollen.

Vorbereiten auf Flüssignahrung: Was wohl der Hausarzt sagt?

Einen Vorteil zumindest könnten die Shakes haben: Sie könnten länger satt machen. Darauf nämlich deuten Studien hin, die gezeigt haben, dass eine Gemüsesuppe den Hunger länger unterdrückt als die gleiche Menge Gemüse und ein Glas Wasser. Doch sind Soylent und seine vielen Nachahmer-Produkte auch tatsächlich gesund? Immerhin: Die amerikanische Lebensmittelüberwachungsbehörde FDA hat das Originalprodukt von Rhinehart als Nahrungsmittel eingestuft und dem Ganzen eine offizielle Nährwerttabelle verpasst. Doch was heißt das?

Und noch eine andere Frage treibt mich um: Ist Nahrung, die ich nicht kauen muss, auf Dauer gut für mich? Schließlich ist Kauen durchaus wichtig, nicht nur für die Kiefermuskulatur, wie Ernährungswissenschaftlerin Dania Schumann schreibt. Wenn wir nicht kauen, fehlt auch dem Rest des Körpers etwas: „Die Nahrung wird zum einen nicht eingespeichelt, das heißt die Vorverdauung im Mund entfällt. Zum anderen werden durch den Kontakt der Nahrung mit den Geschmacksrezeptoren der Zunge wichtige Signale ans Gehirn gesendet, die den Verdauungstrakt darüber informieren, was da gleich so auf ihn zukommt.“ Und: Der soziale Aspekt des Kochens und des Essens könnte eindeutig zu kurz kommen – Probleme, die mir auch Ernährungsmediziner Matthias Riedl bestätigt: „Das ist ein großes Problem. Der soziale Aspekt spielt auch beim Gewicht eine Rolle, Menschen, die in Gesellschaft essen, sich dabei unterhalten, die sich Zeit lassen, sind in der Regel seltener übergewichtig. Formula-Produkte sind immer nur eine Überbrückung, um ein Ziel zu erreichen, beispielsweise, um den Magen-Darm-Trakt ruhigzustellen oder das Gewicht zu reduzieren. Das dauerhaft ohne ein Mittelstrecken-Ziel zu nutzen, ist ein Missbrauch der Methode.“

Soylent-Alternativen: „Basieren auf einem wissenschaftlichen Minimalansatz“

Meinen Test versuche ich, möglichst für alle Produkte gleich aufzubauen: Eine Woche lang ersetze ich mein Mittagessen durch einen Shake. Um alle Mahlzeiten flüssig zu mir zu nehmen, koche ich viel zu gerne. Außerdem raten viele der Hersteller auch nicht unbedingt dazu, derart radikal zu sein, und ich will ja nicht wissen, was so eine Komplettumstellung mit meinem Körper machen würde, ich will wissen, was die Produkte im Alltag taugen: Wie schmecken sie? Wie satt machen sie? Und wie gut fühle ich mich damit?

Erste Station: mein Hausarzt. (Foto: Shutterstock)
Erste Station: mein Hausarzt. (Foto: Shutterstock)

Erste Station, bevor es los geht: mein Hausarzt. Er guckt zunächst ein bisschen ratlos, als ich all die Broschüren und Infoflyer aus dem Rucksack hole, aber wir kommen schnell ins Gespräch. Ob das so etwas wie Almased sei? Also: zum Abnehmen? Nicht wirklich, sage ich, auch wenn man die Shakes aufgrund der perfekt portionierbaren Kalorien ganz sicher gut dafür nutzen könnte. Im Grunde aber gehe es eher darum, Zeit zu sparen, um Convenience – und um einen Trend. So richtig kann ich ihn nicht überzeugen, ihm fehle da dann doch eine ganze Menge – Genuss beispielsweise. Und dass nach Statistiken zusammengestellte Nährstoffe wirklich eine perfekte Mahlzeit ergeben können, glaube er auch nicht. Aber aus medizinischer Sicht sei mein Test erst mal unbedenklich, beruhigt er mich. So wie er die Zusammensetzung der Produkte einschätze, sei da ja alles drin, was man so brauche.

Ernährungsmediziner Riedl sieht das etwas anders: „Solche Drinks basieren auf einem wissenschaftlichen Minimalansatz. Wir Menschen haben ja einen Instinkt, was wir brauchen. Wenn wir beispielsweise ein Gericht zwei Mal hintereinander gegessen haben, entwickeln wir eine Abneigung dagegen, dann ist es erst mal auch wieder gut. Außerdem ist für eine gesunde Ernährung die Vielseitigkeit und die Abwechslung entscheidend. Was in diesen Produkten beispielsweise nicht drin ist, sind sekundäre Pflanzenstoffe, die sind aber wichtig, beispielsweise für die Krebsprävention oder die Gewichtsaufrechterhaltung.“

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29 Reaktionen
adrian.maleska

Ist schon irre, dass keiner der Hersteller Laktose auch nur auf der Webseite erwähnt. Dabei sollen doch 30% unserer Bevölkerung doch eine Laktoseintoleranz haben, mich eingeschlossen. Das wäre doch mal erwähnenswert, wenn die doch so ein Aufhebens rund um das Thema "Ach, unser Shakes sind ja so gesund!" machen ;(

P.S. Euch ist ein Shake durch die Lappen gegangen: Jimmy Joy - auch Holländer.

Wolfgang

Klasse Vergleich, vielen Dank.

Wegen zahlreicher Unverträglichkeiten habe ich keine Lust mehr, dauernd beim Einkaufen die Beipackzettel zu lesen und finde diese Idee mit den Vollwert-Shakes bestechend. Nur wird das ganze wieder von der Lifestyle-Industrie zu sehr vereinnahmt - handgepulte biodynamische Erbsen, sorgsam zu Pulver verarbeitet, für nur noch fünfzehn Euro pro Tagesportion.

Dummerweise sieht der Tagessatz für Ernährung bei vorzeitig verschlissenem Personal maximal 4,52 € vor. Für den ganzen Tag. Dieses zusammengemischte Industriepulver ist immer noch bei weitem zu teuer, vor allem wenn es lactosefrei, süßstoff- und zuckerarm sein muss. Ein Glück, dass Joylent vegan ziemlich viel in der Tüte hat und ich pro Tag keine ganze verbrauche.

Shaddy

Schau mal bei https://diy.soylent.com vorbei. Dort haben inzwischen hunderte ihre eigenen Soylent - Alternativen veröffentlicht und da sind sich Rezepte mit Tageskosten von unter 3 Euro. Sind nicht alle überzeugend, aber ist doch einiges bei was sich mal auszuprobieren lohnen könnte.

Wolfgang D.

Diesen ganzen Pülverchen sind allesamt pures Gift, schon für den werdenden Diabetiker, wegen der extrem schnell verdaulichen Kohlenhydrate.

Mein HBA1c Wert ist innerhalb von zwei Monaten bei nur einer ersetzten Mahlzeit pro Tag völlig entgleist, mein Doc hat ziemlich entsetzt geschaut als ich ihm meinen "Ernährungsplan" zeigte. Und ich darf noch ein paar Tabletten mehr einnehmen, um den Langzeitzuckerwert wieder herunter zu bekommen.

Und auch ihr werdet die Folgen der Fehlernährung mit diesem zusammengefegten Dreck früher oder später spüren, viel Spaß!

Georg H.

Ich kann die Aussagen zu Huel absolut nicht nachvollziehen. Welche Version wurde hier getestet?

Geschmack, Geruch und Konsistenz von Huel 2.0 finde ich überzeugend. Einige Geschmacksrichtungen von Joylent haben bei mir und meinem Mitbewohner hingegen regelrecht Brechreiz ausgelöst.

Die biologische Wertigkeit von Soja gegenüber Erbsen ist zwar höher, aber da Soja deutlich mehr Phytoöstrogene enthält ist - zumindest für Männer - die Verwendung von Erbsenprotein statt Soja eher als Pluspunkt zu sehen. http://www.biokurs.de/skripten/soja1.htm

Mich würden die wissenschaftlich belegten Fakten für das im Artikel betriebene Sucralose Bashing interessieren.

Auch sehr erhellend: Huel vs Soylent: https://huel.com/pages/comparison-to-soylent

jaluzi

Ja das stimmt, hier fehlen einige Informationen! Das mit dem Brechreiz kann ich nur bestätigen.
Ich persönlich finde den Trend zum selbst Kochen und genießen eigentlich viel spannender, als nur Shakes zu sich zu nehmen. Allerdings kann ich mir einen ausgeglichenen Nutzen schon vorstellen. An manchen Tagen habe ich kaum Zeit zu essen, da ist dann so ein Shake natürlich praktisch, auch da man viele Nährstoffe zu sich nimmt. Ich bin jetzt über meine Schwester auf die Vorteile von Granatäpfeln gekommen, da ich es aber irgendwie nicht schaffe die gut zu essen, ich bekomme immer nur die Hälfte aus der Frucht :) nehme ich im Winter regelmäßig Granatapfel Kapseln (von vitaminexpress.org/de/pomegranate-royal-granatapfel-kapseln) zu mir. Vor allem für mich als Vegetarier macht das Sinn.
Ich spiele allerdings auch schon wieder mit dem Gedanken aus gesundheitlichen Gründen hie und da Fleisch zu essen.
Nochmals zu den Shakes, ich fände auch saure Shakes sehr spannend. Wenn es nur süße gibt, fühlt man sich meiner Meinung nach auch sehr schnell übersättigt!

Aufrechtgehn

Erst mal vielen Dank für den wirklich hilfreichen und spannenden Bericht, der mir in den letzen Woche viele Anregungen bei meiner eigenen Expedition durch die Welt der Flüssignahrung gegeben hat. Als berufstätiger, vegetarisch lebender, aber extrem kochfauler Single, der zudem am Arbeitsplatz keine Kantine hat und dessen arbeitsbedingte Essenszeiten völlig mit meinem Biorhythmus kollidieren, bestand meine Ernährung bislang hauptsächlich aus Schokoriegeln und einer schmalen Auswahl an fleischfreien Fertiggerichten. Gerade die Mittagspause war für mich bislang stets ein Horror und lief letzten Endes immer auf Mikrowellen-Pasta, Mikrowellen-Reis oder Kartoffeln aus dem Glas + Quark hinaus. Jeden verdammten Tag. Soylent ist für mich daher eine echte, langersehnte Befreiung!

Dachte ich jedenfalls. Leider sind meine bisherigen Erfahrungen eher betrüblich: die vorgestellten Bio-Varianten wie Stoner Shake enthalten alle Kokosmehl - leider das *eine* Nahrungsmittel, bei dem ich mir das Essen verlässlich stets ein zweites Mal durch den Kopf gehen lassen muss, und zwar schon bei der geringsten Menge. Scheiden also leider alle aus. Die herkömmlichen Varianten, die ich bislang testete, haben dafür alle einen unangenehmen Nachgeschmack, hervorgerufen durch die verwendeten Süßungsmittel und die künstlichen Aromen. Ganz, ganz schlimm übrigens bei Queal: nicht nur, dass die aktuell beworbene Saison-Sorte "Perfect Ananas" auch Kokos enthält, was nirgends steht, und ich den Beutel nach dem Öffnen direkt wegschmeißen konnte - die von Dir gelobte Sorte Apfelkuchen schmeckt für mich wie ein muffiges Grüner-Apfel-Shampoo, völlig überaromatisiert und wirklich ungenießbar. Auch die Joylent-Varianten haben einen unangenehmen Nachgeschmack. Am wenigsten widerlich schmeckt Jake - aber auch da bleibt das künstliche Vanillin auf der Zunge, das sich mit der Beigabe von etwas Kakaopulver allenfalls notdürftig überdecken lässt. Dafür sättigt es am besten.

Jake ist auch das einzige in der Handhabung wirklich praktische Produkt, weil es im Eine-Portion-Beutel kommt. Beim Herumhantieren mit den schmalen Joylent-Tagesrations-Tütchen und dem überdimensionalen Meßbecher landete bei mir stets ein Viertel des Pulvers auf Hose, Schreibtisch und Fußboden. Ganz schlecht gemacht und das Gegenteil von einem Convenience-Produkt!

Den Lesertipp Trinkkost (danke!) hab ich natürlich gleich ausprobiert, und das überzeugt geschmacklich sehr und vermittelt am ehesten das Erlebnis von echtem Essen. Dafür ist der Sättigungseffekt nicht nur gleich null, sondern negativ: ich hatte hinterher stets deutlich mehr Hunger als vorher. Und bei 24 Euro für eine Tagesration ist es leider auf Dauer für mich unbezahlbar. Sehr schade!

Jetzt wühle ich mich gerade durch die Blendrunner-Empfehlungen und habe in meiner Verzweiflung schon Schmilk aus den USA bestellt - allerdings erst nach dem Absenden der Bestellung gesehen, dass da noch mal 60 US-$ Versandkosten draufkommen. Grr. Das kann's also auch nicht sein.

Falls also jemand noch einen Tipp hat, wie ich an ein möglichst bezahlbares, am liebsten einzelportioniertes, unbedingt aber kokosnuss- und süßstofffreies Produkt komme, das ebenfalls auf künstliche Aromen verzichtet (und dafür gerne nach Tapetenkleister oder Blumenbeet schmecken darf, alles besser als diese Vanillinplempe), wäre ich echt dankbar. Ich will nämlich auch nicht wieder zurück zur Fertiggerichte-und-Schokoriegel-Diät.

Danke!

frank

bei fast allem stim’ ich dir zu, inklusive dem hungergefühl nach trinkkost (und betrand und praktisch allen anderen "deutschen versuchen" leider). die geschmacklichen vorbehalte bei jake kann ich aer nicht ganz nachvollziehen (finde das zeug sehr, sehr lecker), trotzdem: versuch’ mal huel in der "unflavored, unsweetened"-variante. relativ herb, aber ähnlich jake, sättigt (mich) total, und ist "aufm papier" inhaltlich/nährstoffmäßig offenbar auch nicht total doof. ich schwanke immer zwischen den beiden als "default".

(schmilk & schmoylent fand ich, wie auch das originale soylent, ebenfalls ziemlich nah am optimum (für mich), leider wegen der auch von dir genannten versandkosten echt noch indiskutabel. würd’ ich in den usa leben, wäre schmoylent wohl mein pulver der wahl, allein schon wegen des wahnsinns-supports und der greifbarkeit & transparenz der macher.)

Aufrechtgehn

Danke für die Antwort und den Tipp, aber Huel enthält leider auch Kokosnuss. :(

Jake war das erste, was ich probiert hatte, und wie gesagt geschmacklich noch das erträglichste, aber auch das hat diesen furchtbaren Süßstoff-Nachgeschmack. Und ich bin eh kein Freund von Vanille. Aber natürlich sind die Geschmäcker sehr verschieden. Weshalb ich ja so eine Lösung wie bei Huel - ungesüßt, geschmacksneutral - prinzipiell am besten finde und mich wundere, warum das nicht jeder zumindest als Variante anbietet.

bremerjung87

Sehr geiler Artikel! Ich habe auch fast alle Varianten getestet und bin bei einer Mischung aus Joylent, Ambronite und Trinkkost gelandet, so dass ich ein bisschen Abwechslung habe. Vor allem ist es mir zu risikoreich, nur die völlig künstlichen Shakes zu trinken, daher habe ich mich auch für Trinkkost und Ambronite entschieden. Ich hoffe, dass durch den Bioansatz und durch das Zusammenmischen aus natürlichen Zutaten das Endergebnis gesünder ist als bei den Kunstshakes. Eben damit ich auch die von euch beschriebenen "sekundären Pflanzenstoffe" abbekomme. Leider ist Ambro wirklich sehr teuer, so dass ich das nur sehr sporadisch verwenden kann (oder will). Deswegen bestehen die meisten Mahlzeiten aus Joylent und Trinkkost. Warum habt ihr das eigentlich nicht mal getestet - ist zur Zeit mein Favorit zum Frühstück und schmeckt für mich am frischesten, noch viel mehr als Ambronite - gibt es unter http://www.trinkkost.de. Möchte aber auch keine Werbung hier machen?! Stonershake mochte ich übrigens gar nicht. :-P

Und ihr habt recht, es müsste echt mehr weniger süße, sondern deftige Shakes geben. Das fehlt mir total. Sowas wie Hühnersuppe wäre schon was oder meinetwegen zur Not auch einfach Tomate-Basilikum!

Florian Blaschke

Ist mir tatsächlich durchgerutscht, dabei haben wir sogar über FB und Twitter nach Tipps von Lesern gefragt. Aber danke für den Hinweis, ich guck mir die mal an. Taugt vielleicht für ein späteres Update!

bremerjung87

Das werden in der nächsten zeit bestimmt noch viel mehr Firmen werden, dann lohnt sich ein Update. :)

Nutzt du denn im Augenblick noch eines der Soylents oder hast du ganz damit aufgehört?

bremerjung87

Ich hab Trinkkost hier gefunden: https://www.blendrunner.com

Finde es ganz gut, dass das eine deutsche Firma ist, mit einem für mich halbwegs einordnebaren Bio-Siegel. Und recht transparent wirkt. Bertrand ja auch, aber das ist mir dann zu nah dran an Joylent und ich suche ja Abwechslung. Mal sehen, wann ein Gemüseshake oder sowas kommt, der was günstiger als Ambro ist.

Florian Blaschke

@bremerjung87 Zumindest nicht täglich, aber von meinen Favoriten hab ich noch ein bisschen was zu Hause — und die nutze ich unterwegs oder bei Gelegenheit auch immer mal.

bremerjung87

Ich finds echt super praktisch, egal, welcher Shake. :-)

Reintoto

Klasse Bericht! Komisch, das ich erst nach dem Bericht erkannt habe, dass die Solents auf den normalgewichtigen, männlichen Schleckermäuler (immer süß) abgestimmt sind. Vielleicht gehöre ich einfach zur Zielgruppe. :)
Dennoch bin ich dazu übergegangen, meine Shakes in Eigenregie herzustellen. Und bin restlos begeistert. Über die Zeit hat sich ein 50/50-Verhältnis, von Soylent/'richtiger Mahlzeit' eingependelt. Denn zur Arbeit will ich wirklich nicht mehr Salate und Stullen mitnehmen müssen.
Meine Erfahrungen dazu versuche ich stehts in meinem Blog http://reintoto.blogspot.de/ aktuell zu halten.

Florian Blaschke

Das scheinen einige Fans dieser Shakes inzwischen zu machen, im Netz schwirrten Dutzende von Rezepten rum, die versuchen sich dem Original oder dem perfekten individuellen Rezept anzunähern. Den Vorteil würde ich für mich darin sehen, dass ich entscheiden kann, was drin ist in meiner Mahlzeit. Aber an den Preis der (meisten) fertigen Shakes dürfte so eine Lösung nicht rankommen oder?

Reintoto

Bei guter Zutatenauswahl ist das schon möglich. Wenn nicht sogar, günstiger. Ich komme mit meinem Rezept auf etwas weniger als 3€/Mahlzeit, wobei ich mir noch nicht die große Mühe gemacht habe, preisgünstig auszuwählen.
Schwierig ist es am Anfang schon, die passenden Zutaten zu finden. Geschweige denn, einen Preisvergleich durchzuführen. :)

Florian Blaschke

Das glaub ich. Aber cool mit dem Preis. Und? Schmeckt's? ;)

Jakub Krejcik

Hi Florian, thanks for review. Just a correction, tested version was MARK 2 based on picture you provided in article. If you want to send for test our latest MARK 3, just let us know. All best. Jakub,CEO of MANA

Florian Blaschke

Hey Jakub! Thanks for your comment. True, the picture shows MARK 2, but I've got a package of MARK 3 just in time, so the test was about MARK 3. ;)

frank

Wie so viele Reviews/Artikel über das Phänomen Soylent in letzter Zeit kommt auch dieser hier em Ende zu der "individuellen" Einsicht, dass man ja "nicht auf Genuss verzichten" möchte. Oder "kann". Das liest sich dann wie jemand, der ein Auto ausprobiert und zwar begeistert ist, dass man damit viel schneller von A nach B kommt als mit einem Fahrrad, sich dabei ja aber -huch!- kaum bewegt, und "das wäre nichts für mich", etc - das eigentliche Kern-Feature des Produkts wird da am Ende also wieder mit "ich wollte das ja eigentlich gar nicht" weggebügelt. Anders: Pulvernahrung sorgt für Ernährung des Körpers. Nicht für Genuss in Form von Essen oder sozialem Kontext oder Kochen oder Einkaufen. Pulvernahrung ist genau *dafür* prima, um Ernährung von Essen zu TRENNEN. Dass sie das tut+kann ihr dann als kategorisch negativ anzurechnen, ist doch .. sonderbar!?

Niemand behauptet doch, dass die Shakes das gleiche wären wie "Essen". Die sind Nahrung, es ist alles drin enthalten was der Körper zum Funktionieren braucht. Wenn ich Genuss brauche, Appetit spüre, kochen will, essen gehe, dergleichen, dann mach’ ich das mit traditionellen Lebensmitteln. Ich -beispielsweise- tu’ das auch gelegentlich, aber nicht (mehr) 3x/Tag in Verbindung mit derm Ernährungsaspekt, sondern getrennt davon, deutlich seltener, alle 1-2 Monate vielleicht mal, weil ich das so prima finde und nicht öfter/anders benötige oder möchte. Shakes für Ernährung, Essen für Genuss. Wer Genuss will, der isst eben Pizza. Wer sich ernähren möchte, macht sich Shakes.

Exkurs: ich ernähre mich seit rund 2 Jahren von diesem Zeug, praktisch exklusiv. Betonung auf *ernähre*. Die Shakes sorgen als Körper-Treibstoff dafür, dass der "Pflicht"-Teil abgedeckt ist. Ich vermische in meinem Kopp Ernährung nicht mehr mit Essen, der "Kür": wenn ich Bock auf Essen habe, dann esse ich was - aber nicht, weil mein Körper es "braucht" (wegen Nährstoffen oder Hunger), sondern weil ich es in diesem Moment einfach will. Ich würd’s aber nie dem Pulver als negativ anrechnen, dass es die Aspekte von "Essen" nicht abdeckt, die es gar nicht abdecken möchte.

Niemand will irgendwem Kochen oder Einkaufen oder Zubereiten oder Aufbewahren oder Essengehen oder Nachdenkenüberessen wegnehmen. Jeder wie er mag. Sowieso, immer. Wenn "am Ende" dann "Kochen und Essen aber doch mehr sind als Nahrungsaufnahme", dann ist das eben genau dieser -kulturelle- Aspekt, dem sich eine Shake-Ernährung widmet: diese Dinge mal voneinander zu entkoppeln.

Florian Blaschke

Versteh ich Dich richtig? Du kritisierst mich dafür, dass ich einen subjektiven Test als subjektiven Test aufgezogen habe?

frank

point taken, war etwas im übereifer beim kommentieren. wollte mich eigentlich nur auf's fazit beziehen, den eigentlichen test fand ich durchaus gut. :) hat nur am ende getriggert, sorry ..

Florian Blaschke

Danke für die Antwort. ;)

ben_

Wow … äh … also … nur mal so aus reiner Neugier: Bin ich der einzige, dem das seltsam vorkommt? Ich meine … "Soylent Green IS People". Das ist so als würde Google mit "Big Brother is watching you" werben. Aber mal davon abgesehen …

"Ein fantastischer Plan." – echt jetzt, im Ernst? Ich finde ja das "Kochen" eine der wichtigsten und zugleich unterschätztesten Tätigkeiten überhaupt ist. Sich selber aus guten Zutaten ein köstliches, sättigendes und vielleicht sogar gesundes Essen zu machen – das ist – meiner bescheidenen Meinung nach – nicht nur eine der ältesten Kulturtechniken überhaupt, sondern auch noch eine grosse Quelle der Freude und Ausgeglichenheit. Ich bin ziemlich enttäuscht, dass einem sowas nicht systematischer beigebracht wird, in der Schule z.B., es und es so einen niedrigen Stellenwert in der Gesellschaft hat.

Ich bin wild entschlossen meinen Kindern bevor sie das Haus verlassen ein breites Spekturm an Kochfähigkeiten beizubringen.

ben_

Du kommst ja am Ende des Artikels erheiternder Weise auch zu einem ganz ähnlichen Urteil. Kochen rocks. Jamie Oliver for Primeminister! :D

Florian Blaschke

;) Ja, wobei ich ja durchaus auch Situationen sehe, in denen Kochen nicht geht oder in denen „gekochtes“ Essen die schlechtere Variante ist. Aber grundsätzlich: Vote for Jamie! ;*D

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