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Namhaften Streaming-Riesen drohen wegen DSGVO-Verstößen milliardenhohe Strafen

Datenschutz-Aktivist Max Schrems. (Bild: europe-v-facebook.org)

Datenschutzaktivist Max Schrems hat über seine NGO Noyb von namhaften Streaminganbietern Auskunft nach DSGVO verlangt. Alle verstießen gegen dieses Recht, weswegen Schrems Beschwerden einreichte.

Der wegen seiner Klagen gegen Facebook und das Safe-Harbor-Abkommen bekannt gewordene österreichische Datenschutzaktivist und Jurist Max Schrems geht über die von ihm gegründete Datenschutzorganisation Noyb gegen namhafte Streaminganbieter vor, wie es in einer Mitteilung von Noyb heißt.

Auskunft nach DSGVO: Verstöße bei allen großen Streaminganbietern

Schrems hatte bei acht namhaften Konzernen – Netflix, Spotify, Dazn, Youtube, Apple Music, Amazon Prime, Flimmit und Soundcloud – um Auskunft nach DSGVO über seine gespeicherten Daten gebeten. Alle namhaften Anbieter verstießen gegen das in der DSGVO verankerte Recht auf Auskunft, erklärte Schrems.

Große Anbieter wie Amazon, Youtube oder Apple würden zudem „strukturell“ gegen die DSGVO verstoßen, weil die Anträge über eine automatisierte Download-Funktion beantwortet würden. Keines dieser Systeme stellte laut dem Test der Datenschützer alle relevanten Daten zur Verfügung.

Das haben die Anfragen nach DSGVO bei den großen Streaminganbietern ergeben. (Grafik: Noyb)

Schrems und Noyb haben jetzt bei der österreichischen Datenschutzbehörde Beschwerden gegen alle acht Anbieter eingereicht. Jetzt muss sich die Behörde mit den entsprechenden Pendants in den jeweiligen Ländern, in denen der Firmensitz der Unternehmen sitzt, koordinieren.

Für die Firmen könnte es richtig teuer werden. Denn je nach Schwere des Verstoßes sieht die DSGVO Geldstrafen in der Höhe von vier Prozent des weltweiten Umsatzes vor. Bei Apple könnten im schlimmsten Fall acht Milliarden Euro fällig werden, bei Amazon immerhin 6,3 Milliarden Euro.

Deutsche Video-Streaming-Anbieter im Überblick
Die Streaming-Inhalte von Amazon lassen sich künftig auch per Monatsabo buchen. Vorerst allerdings nur in den USA. (Screenshot: Amazon)

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Die Streaminganbieter haben übrigens ganz unterschiedlich auf die Anfragen reagiert – beziehungsweise nicht reagiert. Von Dazn und Soundcloud etwa hat Schrems überhaupt keine Antwort erhalten. „In den meisten Fällen erhielten Benutzer und Benutzerinnen nur die Rohdaten, jedoch keine Informationen darüber, mit wem diese Daten geteilt wurden“, kritisiert Schrems.

Interessant in diesem Zusammenhang: Eine Woche DSGVO – „Und die Welt steht noch“

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