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Neeva: Suchmaschine von Ex-Googlern startet ohne Werbung und Tracking – für 5 Dollar im Monat

Neeva ist eine Suchmaschine, die mit großem Interesse erwartet wurde. Immerhin haben sie jene Ex-Googler entworfen, die maßgeblich an der Google-Suche mitgearbeitet hatten. Jetzt ist sie da.

4 Min.
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Google-Wettbewerber Neeva ist gestartet – in den USA. (Bild: Neeva)

In den Vereinigten Staaten von Amerika gibt es ab sofort eine Alternative zur Google-Suche, die von den Menschen stammt, von denen auch die Google-Suche stammt – zumindest in Teilen. Dabei geht Neeva aber einen völlig anderen Weg als das bei Google verbliebene Pendant namens Search.

Google „übersät“ mit Werbung

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Während nämlich die Google-Suche kostenlos ist, kostet die Nutzung von Neeva nach den ersten drei kostenlosen Monaten rund fünf US-Dollar monatlich. Dafür schaltet Neeva keinerlei Werbung und führt keinerlei Tracking seiner Besucher oder der geklickten Suchergebnisse durch.

Überbordende Werbung und immer intrusiveres Tracking haben die Neeva-Macher dazu bewogen, einen eigenen Entwurf einer Suchmaschine vorzulegen. Ihre Überzeugung: „Mainstream-Suchmaschinen dienen nicht mehr in erster Linie dem Benutzer. Sie sind übersät mit Werbung, die die organischen Suchergebnisse ganz nach unten schieben. Was als gut gemeinter Weg begann, die Informationen der Welt zu organisieren, hat sich in ein Unternehmen verwandelt, das den Großteil seiner Ressourcen auf die Monetarisierung von Klicks zur Unterstützung von Werbekunden konzentriert.“

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Das Versprechen einer „sauberen Suche“: Neeva, rechts. (Bild: Neeva)

Das ist das Neeva-Konzept

Ganz anders, nämlich werbefrei, privat und anpassbar, will es Neeva machen. Der auf den ersten Blick sichtbare Unterschied besteht denn auch darin, dass es Neeva nur zahlungspflichtig gibt. Nutzer müssen für die besten Suchergebnisse bezahlen, während bei Google die Unternehmen für die Top-Spots in der Suche bezahlen.

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Für Neeva liegt es auf der Hand, dass die werbefinanzierte Suche niemals die besten Ergebnisse bringen kann, weil immer finanzielle Motive über das Ranking entscheiden würden. So sollen rund 40 Prozent der Ergebnisse nach einer durchschnittlichen Google-Suche aus Werbung bestehen.

Neeva hingegen will mit eigenen Algorithmen Seiten nach echter Relevanz und nicht nach der Höhe des Geldbetrages sortieren, den der Seitenbetreiber bereit ist, für einen Platz oberhalb des „Fold“, also im unmittelbar sichtbaren oberen Suchergebnisbereich, zu zahlen. Umgekehrt will Neeva vielmehr Inhaltsersteller am eigenen Umsatz mit bis zu 20 Prozent beteiligen.

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„Neeva wurde auf der Prämisse aufgebaut, dass sich die Suche auf den Verbraucher konzentrieren sollte, und nur auf den Verbraucher, nicht auf Werbetreibende“, sagt Sridhar Ramaswamy, Chef und Mitbegründer von Neeva. „Suchergebnisse sollten immer die Suche nach der besten Antwort auf die Frage eines Verbrauchers priorisieren – nicht den Verkauf von Werbung oder die Verfolgung des Online-Verhaltens. Der heutige Start unseres abonnementbasierten Modells ist der erste Schritt, um eine praktikable Suchalternative für Verbraucher zu schaffen, die auf Vertrauen und Transparenz basiert.“

Neeva bietet mehr als nur werbefreie Suche

Neben der Fokussierung auf Suchergebnisse ohne Werbung, will Neeva seinen Mitbewerbern auch in anderer Hinsicht das Leben schwer machen. So bietet die Browser-Extension, die Neeva-Nutzende zum Suchen verwenden, einen eingebauten Tracker-Blocker und erlaubt völlig anonyme Suchen.

Wer möchte, kann Neeva mit seinen E-Mail-Konten, Kalendern und Cloud-Speicherplattformen verbinden, um Inhalte aus diesen Bereichen ebenfalls über den Neeva-Suchschlitz finden zu können. Ebenso lassen sich Newsquellen und Einzelhändler als priorisierte Quellen definieren. Deren Ergebnisse würden dann prioritär gezeigt.

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Zu berücksichtigenden Quellen kann mehr oder weniger Priorität zugewiesen werden. (Bild: Neeva)

Dabei holt Neeva eine Funktion zurück, die Google vor Jahren aufgegeben hat, nämlich das private Dashboard als Startpunkt der Suche. Neeva-Benutzer können sich auf dieser sogenannten Homepage über alles auf dem Laufenden halten, von der Aktienauswahl bis hin zum Lieferstatus von Paketen.

Weitere clevere Features befinden sich in der Pipeline. So wird Neeva etwa in der Lage sein, E-Mail-Newsletter direkt von einer Suchergebnisseite aus zum Abonnement anzubieten. Die Betreiber suchen nach Partnern aus den unterschiedlichsten Bereichen, um deren Angebote sicher in Neeva einzubinden.

Neeva funktioniert per Browser-Extension

Dreh- und Angelpunkt des neuen Dienstes ist eine browserbasierte Erweiterung, die mit Chrome, Firefox, Brave, Edge und Safari unter allen Plattformen funktioniert. Für iOS gibt es eine eigene App.

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Wann der Dienst auch in Europa verfügbar sein wird, ist unklar, dürfte aber nicht allzu bald zu erwarten sein. Im Moment arbeitet der Dienst daran, seinen eigenen Suchindex zu füllen, um weniger stark von anderen Providern abhängig zu sein. Dabei wird er sicher nach Sprachregionen vorgehen.

Obwohl der Neeva-Crawler bereits unterwegs ist, holt der Dienst aktuell noch die meisten seiner Ergebnisse aus Microsofts Bing-Index. Die Suchmaschine aus Redmond liegt mit einem Marktanteil von rund sechs Prozent immerhin auf Rang zwei hinter Google mit einem Marktanteil von rund 90 Prozent.

Hat eine Abo-Suche eine Chance?

Bleibt die Frage nach dem Erfolgspotenzial. Hier dürfte es Neeva schwer haben, sich mit einem Betrag von rund 60 Dollar pro Jahr und einem kleineren Suchindex gegen den kostenlosen Suchgiganten Google durchzusetzen. Natürlich wird es letztlich am Ergebnis hängen.

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Sollte es Neeva gelingen, weit nutzwertigere Ergebnisse als der Marktführer anzubieten, könnten sich womöglich genügend zahlende Kunden finden. Google ersetzen wird Neeva aber sicherlich nie.

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Kommentare (6)

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bridjrbr

Ja, ich will eine Suchmaschine die nicht von Google ist. Ja, ich würde dafür sogar +100USD im Jahr bezahlen.

Nein, ich werde keine Extension installieren.
Nein, ich will mich dafür nicht einloggen (Datenschutz).
Nein, ich will nicht dass jemand meine E-Mails durchsucht.

Das Projekt wird scheitern. Sehr schade. Hoffentlich gehen die an die Börse, dann würde ich die in Grund und Boden shorten.

der Ralf

Sobald das kostenpflichtig ist, muss man sich einloggen. Dann muss man drauf vertrauen, dass sie die Suchen nicht speichern.

Ich würde das Angebot gern nutzen, aber 5,- im Monat ist es mir nicht Wert. Für 1,- im Monat wäre ich sofort dabei.

Alex

Wie willst du dafür (einfach) zahlen ohne dich dafür einzuloggen?

hshshe

Ich bezahle mit Crypto und darf dann zb mit einem Code (also ohne Login) 5.000 Suchanfragen im Monat stellen.

Die wissen nicht wer ich bin und ich habe trotzdem Zugriff. Macht jeder gute VPN Anbieter so.

Kon

Mit dem Wort „nie“ wäre ich beim Internet zurückhaltend.

Sascha P.

Ich finde das Konzept fantastisch. Irgendwie müssen Suchmaschinen ihr Angebot finanzieren. Wenn ich zum Gegenwert einer Tasse Kaffee im Monat komplett organische Suchergebnisse erhalte, die nicht wie bei Google komplett mit Werbung durchseucht ist, bin ich sofort dabei. Schade nur, dass man sich aus Deutschland heraus noch nicht bei Neeva anmelden kann.

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